Bei Hetzles auf den Spuren der Kopfeichen wandeln

20.4.2015, 19:00 Uhr
Der Kulturerlebnispfad ist zirka zwölf Kilometer lang und informiert bei Hetzles über die selten gewordenen Kopfeichen und ihre Funktion für Mensch und Natur.

© Rolf Riedel Der Kulturerlebnispfad ist zirka zwölf Kilometer lang und informiert bei Hetzles über die selten gewordenen Kopfeichen und ihre Funktion für Mensch und Natur.

Zur offiziellen Einweihung des Kulturerlebniswegs „Kopfeichenland“ hatte der Landschaftspflegeverband Forchheim mit seinem Vorsitzenden Claus Schwarzmann und Geschäftsführer Peter Weißenberger ins Feuerwehrhaus nach Hetzles eingeladen. Mit dabei waren die 25 Geographie-Studenten der Universitäten Erlangen und Tübingen, die zu den ökologischen und kulturgeographischen Themen im Rahmen einer Projektarbeit 18 Schautafeln erarbeitet hatten. Auf diesen können die Besucher des Themenweges umfassende Informationen über die Landschaft rund um Hetzles nachlesen.

Die Schautafeln vermitteln nicht nur Wissen über die seltenen und scheuen Bewohner der Kopfeichen, wie den Eremiten-Käfer, sondern zeigen auch den geologischen Aufbau des Hetzleser Berges. Auch wird den Fragen nachgegangen, ob es in dieser Kulturlandschaft noch Orchideen und Ackerwildkräuter gibt, wo man diese entdecken könnte und welchen Zweck eigentlich ein Streitbaum erfüllt hat.

Der Lehrpfad ist zirka zwölf Kilometer lang, mehr als 200 Höhenmeter müssen überwunden werden.

25 Studenten der Universitäten Erlangen und Tübingen haben insgesamt 18 Schautafeln für den Hetzleser Kulturerlebnispfad gestaltet.

25 Studenten der Universitäten Erlangen und Tübingen haben insgesamt 18 Schautafeln für den Hetzleser Kulturerlebnispfad gestaltet. © Rolf Riedel

Eingerahmt von Hetzles, Effeltrich, Gaiganz, Weingarts, Walkersbrunn, Ermreuth und Großenbuch, leben nur die Einwohner von Pommer und Gleisenhof auf dem Berg selbst und siedeln am Osthang des „Hetzlas“. Kopfeichen kommen in Bayern nur noch selten vor. Rund um den Hetzleser Berg gibt es noch etwa 1000 solcher Bäume. Dabei entstand die typische Kopfform durch den Rückschnitt der Bäume alle zehn bis 15 Jahre. Die am Kopf des Baumes abgeschnittenen Äste wurden geschält, die Rinde getrocknet und zermahlen. Aus dem Mehl wurde ein Sud – die sogenannte „Lohe“ — hergestellt, in der die Tierhäute zum Gerben eingelegt wurden.

Weil die Bäume infolge des Einsatzes von chemischen Mitteln nicht mehr genutzt werden, erhalten sie auch keinen Rückschnitt mehr. Durch zu lange und schwere Äste werden sie anfällig für Windbruch, oder sie können ihr Eigengewicht nicht mehr tragen und brechen auseinander. Mit den Eigentümern und Gemeinden versucht der Landschaftsverband deshalb, die Eichen wieder in ein regelmäßiges Pflegemanagement zu integrieren. Auch für die Tierwelt sind sie von großer Bedeutung.

Das Projekt wurde im Rahmen des BayernNetzNatur-Projektes „Kultur- und Naturlandschaft mit Kopfeichen am Hetzleser Berg“ und mit Hilfe von Fördermitteln aus dem „Leader-Kulturerlebnis“-Fonds in die Tat umgesetzt.

 

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