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Besuchertunnel zum Wisent: Das plant der Wildpark Hundshaupten

Das neue Wisent-Gehege soll rund eine halbe Million Euro kosten - 30.07.2020 06:58 Uhr

Neben Wolf, Elch, Luchs und Streichelzoo das "Flaggschiff" des Wildparks: der Wisent. Das schwerste und größte Landsäugetier Europas soll in Hundshaupten ein rundum erneuertes Gehege erhalten.

© Philipp Rothenbacher


Wildpark-Leiter Daniel Schäffer hatte das bereits im September 2019 erklärt, als er im Kreisausschuss des Kreistages das neue Gesamtkonzept für den Wildpark Hundshaupten – mit zuletzt über 150.000 Gästen im Jahr das Ausflugsziel im Landkreis – präsentierte. Ein zentraler Baustein in diesem Konzept: ein rundum erneuertes Wisent-Gehege.

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In der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses hat nun Kulturreferent Toni Eckert, seines Zeichens auch Koordinator des Landkreises für das "Leader“-Förderprogramm der EU, den Kreisräten die Förderkulisse vorgestellt. Dabei besteht das geplante Projekt zur Aufwertung des Wisent-Geheges aus weit mehr als nur einem neuen Stall mit neuem Zaun: Um das mächtige Europäische Bison, einst vom Aussterben bedroht, soll ein komplettes Informationszentrum in Hundshaupten entstehen – inklusive eines Tunnels, durch den Parkbesucher praktisch ins Gehege "hineinspazieren“ können: An dessen Ende soll eine Art „Bunker“ mit ebenerdiger Aussicht gebaut werden; für ein, so Absicht der Verantwortlichen, "hautnahes“ Wisent-Erlebnis.

„Der entstehende Blickwinkel bildet vermutlich europaweit ein Alleinstellungsmerkmal“, heißt es in der dazugehörigen Erklärung des Landratsamtes. Neben dem Besuchertunnel sind Informationstafeln geplant, die im Rahmen der Umweltbildung über die wechselhafte Geschichte des Wisents aufklären.

Förderung: über 50 Prozent

So war das Rind in freier Wildbahn auf dem europäischen Festland bereits ausgerottet, nur noch 54 Tiere waren in menschlicher Obhut zu finden. Anfang der 1920er Jahre aber verschrieben sich Tierhalter und Zoos einem Zucht- beziehungsweise Artenschutzprogramm. Mit Erfolg. Und auch der Wildpark Hundshaupten beteiligt sich solchen Erhaltungszucht- und Wiederansiedlungsprojekten. All dieses soll über interaktive Lernstationen vermittelt werden. Die Anlage soll komplett barrierefrei und ihr Energiebedarf auch durch eine PV-Anlage (mit-)gedeckt werden.

Ein ambitioniertes Projekt, das Geld kostet: Eckert nannte einen Brutto-Gesamtbetrag von rund 522.000 Euro, über die Hälfte davon (286.000 Euro) für das neue Gehege selbst. Allerdings soll fast genau dieser Betrag – etwa 263.000 Euro – über die EU-Zuschüsse finanziert werden. Grundlegendes Ziel des Leader-Programms ist nämlich die Entwicklung des ländlichen Raums. Und Eckert geht von einer zusätzlichen 70.000-Euro-Förderung durch die Oberfrankenstiftung aus. Bleibt ein Rest von rund 189.000 Euro, die der Landkreis zu tragen hat.

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Hier bekam Karl Waldmann (Grüne), wie er es nannte, "Bauchschmerzen“: Denn dieses Großbauvorhaben zusammen mit den derzeit anstehenden, ebenfalls sehr kostspieligen Neubauprojekten (wie Parkerweiterung, Sozialgebäude, Rentierstall) anzugehen und das auch noch in den ungewissen Zeiten von Corona – da befürchtete Waldmann "Verzögerungseffekte“. Kreiskämmerin Carmen Stumpf konterte, dass im Wildpark in Sachen Modernisierung "20 Jahre fast gar nichts gemacht wurde“ und das Wisent-Gehege nun einmal "elementarer Teil“ des im letzten Jahr vom Kreistag abgesegneten Gesamtkonzepts sei.

Auch Edwin Dippacher (CSU) brach eine Lanze für die Kreisverwaltung, plädierte ganz im Sinne Eckerts für eine rasche Beantragung der Fördermittel, damit die Zuschüsse auch wirklich fließen können – wollte von diesem aber auch wissen, welcher Bauzeitraum angedacht sei. Allzu konkret wollte Eckert hier noch nicht werden, doch: Sollten die Förderbescheide noch im laufenden Jahr eintrudeln, könnte die Umsetzung des Wisent-Projekts im kommenden Jahr über die Bühne gehen.

Mit einer Gegenstimme (Waldmann) nickte der Kreisausschuss schließlich den Finanzierungsplan ab.

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