Bieberbach: Wie steht‘s um die Osterbrunnen?

9.3.2021, 06:00 Uhr
So schaut der Osterbrunnen in Mittelehrenbach aus, wenn keine Pandemie ist. Doch trotz Corona soll dieses Jahr der Brunnen geschmückt werden, möglicherweise aber nicht so aufwendig.

So schaut der Osterbrunnen in Mittelehrenbach aus, wenn keine Pandemie ist. Doch trotz Corona soll dieses Jahr der Brunnen geschmückt werden, möglicherweise aber nicht so aufwendig. © Archivfoto: Ralf Rödel

Zum Teil werde aber im Vergleich zu sonstigen Jahren nur sehr reduziert geschmückt, zum Beispiel nur Bäume dekoriert oder Blumen aufgestellt. So richtig aufwendig verziert werden aber wohl nur rund 30 Brunnen in der Fränkischen Schweiz. Diese Zahlen habe man bei einer Abfrage über die Tourismusinformationen in der gesamten Region ermittelt, erläutert Helldörfer.

Zogen die festlich geschmückten Osterbrunnen bis zum Jahr 2019 in der Osterzeit Zehntausende von Besuchern an, die zum Teil sogar im Reisebus anreisten, so will man genau das heuer pandemiebedingt möglichst vermeiden. Zwar wird auf der Homepage der Fränkischen Schweiz auf den alten Osterbrauch verwiesen, doch in einem rot geschriebenen Text wird auf die aktuelle Corona-Lage hingewiesen und die Besucher gebeten, die Hygienevorschriften einzuhalten und – wenn möglich – die Osterbrunnen eher unter der Woche zu besuchen, da hier in der Regel weniger Leute unterwegs sind. Auf der Homepage gibt es auch eine Liste aller Orte in der Fränkischen Schweiz, in denen heuer Brunnen oder Wasserstellen – von der Karwoche bis etwa zwei Wochen nach Ostern – geschmückt sind.

Schon 2020 haben die Hausener ihren Osterbrunnen coronakonform mit dem Spruch „Haltet durch“ geschmückt. Der Satz gilt auch dieses Jahr.

Schon 2020 haben die Hausener ihren Osterbrunnen coronakonform mit dem Spruch „Haltet durch“ geschmückt. Der Satz gilt auch dieses Jahr. © Archivfoto: Pauline Lindner

Nicht dabei ist einer der bekanntesten Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz: In Bieberbach zieren den riesigen Brunnen normalerweise mehr als 10 000 bemalte Eier den Brunnen mitten im Ort und die Besucher kommen zum Teil von weit her, um das Kunstwerk zu bestaunen. Doch heuer gibt es dort (fast) nichts zu sehen. "Wir haben zwar alles vorbereitet, aber so schwer es uns fällt, wir können den Osterbrunnen dieses Jahr nicht schmücken. Wir können das Risiko nicht eingehen", sagt Barbara Pickelmann vom örtlichen Heimatverein.

Man habe hin und her überlegt, auch mit dem Bürgermeister. Aber man könne am Brunnen kein Hygienekonzept einhalten. Wäre der Brunnen geschmückt, würden bei schönem Wetter viele Leute kommen. "Wie soll man das dann überblicken. Das ist einfach eine schwierige Sache." Daher habe man sich entschlossen, heuer nur im kleinen Stil "wahrscheinlich nur ein paar Zweige zu schmücken, damit man weiß, dass Ostern ist", sagt Pirkelmann.

"Ein Wahnsinn"

Dabei hätten sie so viele bemalte Eier wie noch nie. "Wir haben das ganze Jahr Eier gesammelt, ausgepustet und sie dann an die aktiven Mitglieder ausgeteilt." Weil viele Leute ja jede Menge Zeit hatten, hätten sie dann daheim die Eier bemalt, um so wenigstens ein Stück Normalität in der Pandemie zu erhalten, erzählt Pirkelmann. "Ich hab jetzt weit über 1000 neu bemalte Eier", schätzt sie. "Das ist schon der Wahnsinn."

Einige davon werde man schon am Brunnen aufhängen, doch der große Rest wird – schön sortiert – für das nächste Jahr aufgehoben. "Ich bin guter Dinge, dass wir – wenn sich die Leute jetzt an die Regeln halten – dann im nächsten Jahr wieder ganz normal den Brunnen schmücken können. Das wäre ja schon viel wert", meint sie. Genug bemalte Eier seien auf jeden Fall vorrätig.

Ein bisschen anders sieht es Oliver Hobus vom Verkehrsverein Behringersmühle. "Wir werden unseren Osterbrunnen schmücken", sagt er. "Das machen drei, vier Leute und wenn sie den Abstand nicht einhalten können, müssten sie halt eine FFP 2-Maske aufsetzen." Außerdem sei der Brunnen ja im Freien, daher sei das auch für Besucher kein Problem, meint er. "Die Menschen haben das so lang trainiert, dass das doch jetzt funktionieren müsste." 

Keine Kommentare