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Bierausschank ab Ostern? Hoffnung nach Aiwanger-Gespräch

Brauer sind nach dem Treffen mit dem Wirtschaftsminister vorsichtig optimistisch - 25.02.2021 17:12 Uhr

Ein dickes Lob für Hubert Aiwanger hat Mike Schmitt, der auch neuer Pächter des Pretzfelder Bierkellers ist, nach dem Gespräch im Münchner Wirtschaftsministerium parat. Er und seine Kollegen hoffen auf vorsichtige Lockerungen für Brauereien.

25.02.2021 © Foto: Stefan Braun


  "Vor einer Woche hatte ich im Fernsehen Gelegenheit, Hubert Aiwanger zu fragen, ob er sich einem Gespräch mit der Brauerbranche stellen würde. Er hat damals Ja gesagt und hielt Wort. Heute waren neben zwei Verbandsvertretern zehn Brauereiinhaber bei ihm im Ministerium zu Gast", freut sich der Pretzfelder nach dem Gespräch in München. Dabei, so Schmitt, konnten die Brauer ihre schwierige Situation nochmals deutlich an den Mann bringen und dem Minister "auch klar machen, dass wir Perspektiven brauchen, wenn es nicht den Bach hinunter gehen soll".

"Sind guter Dinge"

Nach der Zusammenkunft im Ministerium sind nach Schmitts Worten die Branchenvertreter "guter Dinge", dass, wenn eventuell auch mit Auflagen, ab Ostern auf den Kellern und den Biergärten wieder Bier ausgeschenkt werden darf. Hierzu seien kluge Konzepte notwendig. Und, wenn es die Umstände verlangen würden, so sagte der Minister, könne dies auch nach Schnelltests erfolgen.

 

 

"Ihr habt doch da sicher nichts dagegen?", habe Aiwanger hier in die Runde gefragt, erzählt Schmitt, und sei damit auf Zustimmung gestoßen. "Wir würden uns freuen", sagt Schmitt, der den Eindruck mitnahm, dass die meisten seiner Kollegen der Meinung sind: "Lieber so als gar nicht." Generell habe er schon den Eindruck, so Schmitt, dass sich Hubert Aiwanger in starkem Maß für die Belange der Brauer, der Gastronomie und auch des Einzelhandels einsetze, "aber er hat ja nicht das letzte Wort", weiß der Pretzfelder Brauer.


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Am Rande haben die Branchenvertreter aber mitbekommen, dass es wegen des Brauereigipfels auch ein Gespräch zwischen dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gab. "Unsere Probleme werden also ernst genommen" stellt Schmidt fest.

Eine Maß Bier für Aiwanger

Es folgen nun innerhalb der kommenden zwei Wochen weitere Treffen, unter anderem auch mit Vertretern des Hotel- und Gaststättenverbandes und den Brauern, in denen weitergehende Konzepte zur möglichen Öffnung der Gastronomie an Ostern festgelegt werden sollen. "Ich habe schon den Eindruck, dass Aiwanger das feste Ziel hat, dass spätestens an Ostern wieder geöffnet werden kann", fasst Schmitt das Ergebnis des Gipfels im Wirtschaftsministerium zusammen. Vielleicht schaut der niederbayerische Minister dann auch einmal auf dem Pretzfelder Keller vorbei. Sein Ministerkollege der Freien Wähler, Thorsten Glauber, wohnt ja fast um die Ecke. Mike Schmitt würde die Maß Bier sicherlich persönlich auf den Tisch stellen.

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Unterstützung für die gebeutelte Branche kommt auch vom Verein Bierland Oberfranken, der eine Initiative der deutschen Brauereien unterstützt, die gemeinsam einen offenen Brief formuliert haben (wir berichteten). Das Schreiben ist von 300 Brauereien bundesweit unterzeichnet, die etwa 95 Prozent der gesamten Bierproduktion in Deutschland vertreten, und macht auf die teils prekäre Situation der Betriebe aufmerksam.


Franken ist die Heimat des Bieres. Kein Wunder, denn die Region wartet mit der höchsten Brauereidichte Europas auf. Rund 300 Brauereien in Mittel-, Ober- und Unterfranken schaffen eine einzigartige Biervielfalt.

Alle Neuigkeiten und Wissenswertes zum fränkischen Bier finden Sie auch in der Facebook-Gruppe Wir lieben Bier aus Franken. In unserem Brauerei-Guide können Sie herausfinden, wer Ihre Lieblings-Biersorte ausschenkt.

STEFAN BRAUN

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