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Donnerstag, 22.04.2021

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Bootfahren auf der Wiesent: Anhörung läuft

Gemeinden, Behörden und Verbände geben zur Umweltverträglichkeitsprüfung ihre Stellungnahmen ab - 07.04.2021 16:42 Uhr

Spaß für die Kanufahrer, Stress für die Natur: Beim Bootfahren auf der Wiesent halten sich nicht alle an die Regeln, denn Aussteigen und ans Ufer fahren ist verboten.

07.04.2021 © Archivfoto: Christian Kiehr


Das Ergebnis des Gutachtens liegt vor und nun sollen alle betroffenen Gemeinden, Behörden und Verbände wie zum Beispiel der Bund Naturschutz und der Fischereifachverband bis spätestens 15. April 2021 eine Stellungnahme dazu abgeben. "Das Anhörungsverfahren läuft momentan", informierte eine Sprecherin des Landratsamtes. Wenn alle Stellungnahmen vorliegen, werde die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt die Schreiben prüfen und bewerten.

Erst dann werde eine Entscheidung gefällt, ob oder in welcher Form Bootfahren auf der Wiesent möglich sein werde. Wann das genau ist, stehe aber noch nicht fest. Die Bootssaison an der Wiesent startet üblicherweise am 1. Mai. Bis dahin werde es sicherlich eine Regelung geben, hieß es.

Noch keine Entscheidung

Schon im Vorfeld hatten sich die drei örtlichen Bootsverleiher zu Wort gemeldet (wir berichteten) und freudig verkündet, dass man aufgrund der Umweltverträglichkeitsprüfung den Verleihern grünes Licht gebe und das Gutachten bescheinige, "dass der Kanuverkehr einer positiven Naturentwicklung nicht im Weg steht", wie Dominik Bogner, Sprecher der Bootsverleiher, sagte. Diese Aussage kann allerdings Friedrich Oehme, der Geschäftsführer des Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Forchheim, nicht nachvollziehen. "Die Anhörung läuft noch und eine Schifffahrtsgenehmigung ist noch nicht erteilt", stellt er dazu fest. Der Bund Naturschutz arbeite gerade noch an seiner Stellungnahme, die aber bis spätestens 14. April dem Landratsamt vorliegen soll.

Kritische Expertise

Das Problem sei, dass man zwar das Gutachten des Umweltbüros Anuva habe, aber das Gutachten, das die Fachbehörde für Fischerei beim Büro SJE Ecohydraulic Engineering in Stuttgart in Auftrag gegeben hatte, liege noch immer nicht in endgültiger Fassung vor, erläutert Oehme. Doch gerade dieses Gutachten, das speziell die Situation der Fische und der Unterwasserpopulation in der Wiesent untersucht habe, sei sehr kritisch ausgefallen, weiß der BN-Geschäftsführer. Man müsse die umfangreichen Unterlagen nun genau prüfen, um dann ein fundiertes Urteil abgeben zu können.

Und Ulrich Buchholz, der Vorsitzende der Forchheimer BN-Ortsgruppe, kündigt jetzt schon an: "Unsere Stellungnahme wird kritisch ausfallen."

MARIA DÄUMLER

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