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Mittwoch, 16.10.2019

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Böschungsbrand auf Bahnstrecke bei Forchheim: Das war die Ursache

Flammen beschädigten vor allem Signaltechnik der Bahn - 23.09.2019 15:50 Uhr

Die Züge zwischen Bamberg und Forchheim fahren wieder. Entlang der Strecke lassen sich jedoch die einzelnen Brandherde – wie dieser nördlich der Berufsschule – noch gut erkennen. Nicht nur Gras und Büsche hatten hier gebrannt. Auch die Signalkabel, die oberirdisch verlaufen, wurden durch die Flammen teils beschädigt. © Foto: Jana Schneeberg


Gebrannt hatten nicht nur die Böschung, sondern auch die Kabel, die dort überirdisch verlegt sind. Das wiederum hatte zum Ausfall der Signaltechnik entlang der Strecke geführt.

Bis zum Montagmorgen 4 Uhr, und damit schneller als gedacht, konnten jedoch die zerstörten Kabel ersetzt und die Signalanlagen wieder in Betrieb genommen werden. "Durch den massiven Einsatz unserer Techniker bei DB Netz, die seit Samstag mit mehreren Schichten ununterbrochen vor Ort im Einsatz waren, konnten wir deutlich schneller als geplant den Betrieb wieder aufnehmen", teilt die Pressestelle der Bahn auf Anfrage mit. So konnte der Schienenverkehr seit gestern wieder regulär laufen.

Trotzdem: Ganz behoben sind die Schäden noch nicht. Und ein ganz normaler Einsatz für die drei beteiligten Feuerwehren Forchheim, Eggolsheim und Bammersdorf war das auch nicht. Obwohl es am Anfang so ausgesehen hatte: Böschungsbrand, 30 Quadratmeter, hatte das Einsatzstichwort für die Feuerwehr Forchheim in der Nacht zum Samstag gegen 0.30 Uhr gelautet. "Für uns ist das ein Kleinalarm wie es auch beim Brand eines Papiercontainers oder beim Auslösen einer Brandmeldeanlage der Fall ist", erklärt Dennis Friedrich, Pressesprecher der Feuerwehr Forchheim, auf Nachfrage. Dementsprechend wurde nur einer der drei Löschzüge alarmiert.

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Böschungsbrand an den Bahngleisen bei Forchheim

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben entlang der Bahnstrecke zwischen Forchheim und Hirschaid die Flammen gewütet.


In der Zeit aber, in der die zehn Einsatzkräfte der Forchheimer Wehr den ersten Brandherd in der Jean-Paul-Straße löschten, wurden der Leitstelle weitere Brandherde im Verlauf der Strecke gemeldet. Die Böschung habe nicht flächendeckend gebrannt, aber an mehreren Stellen, gibt Stadtbrandinspektor Jürgen Mittermeier Auskunft. Allein im Forchheimer Gebiet waren es nördlich der Berufsschule drei weitere Einsatzorte.

Gefahr schnell gebannt

Die Feuerwehren Eggolsheim und Bammersdorf wurden nachalarmiert, sodass die Brände von Norden und Süden gleichzeitig bekämpft werden konnten. "Für die Feuerwehren ist so ein Böschungsbrand eigentlich keine große Sache", erklärt Mittermeier. Die Wohnbebauung war in diesem Fall relativ weit weg, die Gefahr recht schnell gebannt. Schwierigkeiten machte den Einsatzkräften nur, dass die Brandherde zum Teil schwer zugänglich waren. "An einigen Stellen mussten lange Schlauchverbindungen gelegt werden, um zum Einsatzort zu kommen", erklärt Dennis Friedrich, der bilanziert: Ein normaler Einsatz, aber aufgrund der großen Länge schon auch außergewöhnlich. "Mir ist nicht bekannt, dass es so etwas bei uns schon einmal gab."

Während die Signalkabel inzwischen neu verlegt worden sind, ist den „Plastiktrögen“, in denen die Kabel verlaufen, die Wirkung der Flammen anzusehen. © Foto: Jana Schneeberg


Dieselbe Bilanz lässt sich auch von Seiten der Bahn ziehen. Böschungsbrände sind aufgrund der Trockenheit in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen. Kritisch gewesen ist hier jedoch, dass die Signalkabeltrasse direkt neben den Schienen verläuft – oberirdisch, eingehaust nur durch Plastikabdeckungen. Beides wurde durch die Flammen zum Teil stark in Mitleidenschaft gezogen, was man den angeschmolzenen Plastikschächten auch Tage nach dem Feuer noch ansieht. Die durch die Hitzeeinwirkung funktionslos gewordenen Glasfaserkabel wurden in einer ersten Aktion ausgetauscht, die Plastikabdeckungen, bei der Bahn "Kabeltröge" genannt, werden wohl folgen.

Vorbereitungen für den Ausbau

Hätte das und damit auch der zwei Tage dauernde Ausfall der Züge auf der Strecke verhindert werden können, wenn die Bahn die Kabel hier unterirdisch verlegt hätte? Ja, und das ist normalerweise auch Standard, teilt ein Pressesprecher der Bahn mit. Doch beginnt auch an diesem Abschnitt bald der viergleisige Ausbau. "Die Signalisierung entspricht bereits dem Neubaustandard der Schnellfahrstrecke München–Nürnberg–Berlin", so der Bahn-Sprecher. Darum verliefen die Kabel für die Übergangszeit in feuerhemmenden Kabeltrögen. Im endgültigen Ausbauzustand sollen die Kabel unterirdisch geführt werden.

Bleibt letztlich nur die Frage nach der Ursache, wobei sich die anfängliche Vermutung bestätigt hat: Durch eine Störung an einem Güterzug hatte sich eine Bremse festgefahren. Das führte zu Funkenflug und der zu den Flammen in der ausgetrockneten Böschung.

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Die Strecke Nürnberg - Bamberg: Eine der wichtigsten Verkehrsachsen

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