Buckenhofens Handballer vollbringen Mission

31.3.2019, 21:45 Uhr

© Zink/Oliver Gold

Im Licht des Endergebnis betrachtet, mussten sich die Zuschauer in der Realschulhalle in der ersten Halbzeit verwundert die Augen gerieben haben. Denn da bot die zweite Garde des HC dem Favoriten auf Augenhöhe Paroli und stellte den zahlreich erschienenen Anhang aus Buckenhofen, der mit zwei Fußballmannschaften für Stimmung sorgen wollte, über weite Strecken ruhig.

"Wir haben damit geliebäugelt, sie vielleicht ein wenig zu ärgern, da wir ohne Druck und frei aufspielen konnten. Im Grunde war der Spielausgang dann so zu erwarten", erklärte hinterher Daniel Sauer. Bis zum 13:13-Pausenstand konnte seine mit wenigen erfahrenen Kräften gespickte Gruppe sogar einen Drei-Tore-Rückstand aufholen, ehe die Energie nur noch für fünf Tore reichte. Das wiederum freute SVB-Trainer Christoph Schatz, der in der ersten Halbzeit bewusst auf eine Auszeit verzichtet und damit ein Signal der Unzufriedenheit gesetzt hatte: "Ich wollte, dass das Team den Schalter selbst umlegt. Die Jungs haben gemerkt, dass es eine andere Einstellung braucht."

Schatz dürfte ohnehin ein besonderes Gefühl der Genugtuung verspürt haben. Nachdem Detlev Hauer in der vergangenen Saison das Traineramt zur Verfügung gestellt hatte, sprang Schatz, damals noch für die A-Jugend zuständig, interimsweise ein. Den Abstieg konnte er trotz einer ansprechenden Restrunde nicht verhindern. Als auch noch wichtige Leistungstrainer und Toptorschützen zum Nachbarn HC wechselten, schien die Aufgabe umso undankbarer. Schatz aber, inzwischen durch Abteilungschef Johannes Gumbmann von der Übergangs- zur Wunschlösung erkoren, nahm die Herausforderung an. "Mit dieser Entwicklung konnte man nicht wirklich rechnen. Umso stolzer bin ich auf die Jungs und Christoph Schatz, der das Team mit einer wahnsinnigen Ruhe hierher gebracht hat. Als Spieler war er ja doch eher der laute Typ", sagt Gumbmann.

Bei der Frage nach dem Geheimrezept blickt Schatz zurück bis in den Oktober, als gegen Amberg und Hersbruck der Saisonstart missraten war. "Wir haben alle Kräfte gebündelt. Wie man sieht, verteilt sich die Verantwortung gleichmäßig auf alle Schultern." Nicht nur Moritz Wirth fand nach auskurierter Verletzung zurück, auch gaben die pausierenden Johannes Brütting und der 44 Jahre alte Routinier Christoph Sümmerer am Kreis ihr Comeback. Dazu bekamen in Laurenz Mehl und Max Neumann zwei Nachwuchsakteure ihre Chance. Innerhalb der Mannschaft, verrät der Trainer, hatte er den Wiederaufstieg trotz der vermeintlich ungünstigen Voraussetzungen von Beginn an als Ziel ausgegeben und daran festgehalten. "Die Liga war stärker, als ich dies zu Beginn erwartet hatte. Andere Teams haben sich verstärkt und letztlich haben ja gleich fünf um den Aufstieg mitgespielt."

Dass nun ausgerechnet der SVB ganz oben steht, führt er auch auf die mannschaftliche Geschlossenheit zurück und eine Eigendynamik, die sich während der jahresübergreifend nun auf elf Siege angewachsenen Serie einstellte. Diese Selbstverständlichkeit löste die verkrampften Bemühungen der ersten Derby-Halbzeit ab und gipfelte hernach in ausgelassenen Feierlichkeiten.

HC: Kraus, Schuppenhauer; Bastian, Metzger (1), Zirngibl (3), Köberlein, Kraus, Neuhann (2/2), Gerlach, Stöckl (2), Lammel (2/1), Weber (4), Martin (1), Biermann (3/1)

Buckenhofen: Weber, Lengenfelder; Sümmerer (1), Wirth (4), Deittert (3), Unterburger (3), Ladwig (2), Mehl (1), Konstantin Winter (1), Hübenthal (3), Reickersdorfer (2), Brütting (2), Forstner (4), Moritz Winter (4).

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