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Corona: Das ist die Lage in den Pflegeheimen im Kreis Forchheim

Verabschiedung der Soldaten am Seniorenzentrum Streitberg fällt wegen Infektionsfall aus - 19.01.2021 13:38 Uhr

Das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Neunkirchen ist von Corona-Infektionsfällen bisher verschont geblieben.

19.01.2021 © Edgar Pfrogner


Insgesamt gibt es 13 solcher stationären Einrichtungen im ganzen Landkreis. Wie berichtet, ist es in einigen Heimen in den letzten Wochen und Monaten zu teils massiven Corona-Ausbrüchen gekommen, Dutzende Todesfälle sind zu verzeichnen. Andere Heime blieben von Infektionsfällen verschont. Ein Überblick.

Wiesenttal

Es ist fast schon sinnbildlich für die Entwicklungen im Seniorenzentrum Martin Luther in Streitberg: Die offizielle Verabschiedung der zehn Soldaten und Soldatinnen, die über Wochen dem Personal des schwer von Corona betroffenen Pflegeheimes unter die Arme griffen, musste kurzfristig abgesagt werden – weil nun ein Routine-Coronatest bei einem der Soldaten positiv ausfiel. „Wir wissen nicht, wie sich der Soldat angesteckt hat, ob innerhalb oder außerhalb der Einrichtung“, sagt Heimleiterin Alexandra Dauer. Die Verabschiedung, zu der neben Pressevertretern auch Landrat Hermann Ulm geladen war, ist jedenfalls auf Eis gelegt.

Wie fortlaufend berichtet, war das Streitberger Seniorenzentrum der Diakonie Bamberg-Forchheim im Landkreis am heftigsten von der zweiten Infektionswelle betroffen: Ab Dezember 2020 stiegen hier nach einem positiven Test eines Mitarbeiters die Infektionsfälle unter den ursprünglich 75 Bewohnern rapide, auch ein Großteil des Personals musste in Quarantäne. Lediglich drei Heimbewohner blieben von Corona verschont, 27 Infizierte überlebten ihre Covid-19-Erkrankung nach aktuellem Sachstand nicht.

+++ Die Corona-Lage im Landkreis: Hier gibt es alle aktuelle Zahlen & Infos +++

Ende Dezember wurden zehn Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen abkommandiert, um die wenigen verbliebenen Mitarbeiter bei allen nicht-pflegerischen Aufgaben (zum Beispiel Essensausgabe, Wäsche-Transport und Desinfektion) zu unterstützen.

Zwischenzeitlich entspannt sich die Situation im Haus Martin Luther etwas, laut Dauer wurden 38 Bewohner zuletzt negativ getestet, 19 sind noch Corona-positiv, die meisten davon mit mildem Verlauf. Hinzu kommen zwei positiv getestete Mitarbeitende. Und Dank einer Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes werden acht Bundeswehrsoldaten – allesamt zwischenzeitlich negativ getestet – dem Pflegeheim noch bis zum 25. Januar erhalten bleiben.

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Mit einem großen Kraftakt haben das Technische Hilfswerk und mehrere Feuerwehren des Landkreises in den letzten Tagen das Forchheimer Impfzentrum im ehemaligen Schülerwohnheim "Don Bosco" eingerichtet. Es ist eines von zwölf in ganz Oberfranken und soll, wenn es in Betrieb geht, mindestens 300 Impfungen pro Tag schaffen. Am Mittwochabend gab eine erste Trockenübung – natürlich noch ohne den Impfstoff – um die Abläufe erproben und betrachten zu können. Die Nordbayerischen Nachrichten waren mit dabei und erklären, was die Impfwilligen dort erwartet.


Im BRK-Pflegeheim in Muggendorf hingegen ist man bisher von Corona verschont geblieben, wie Leiterin Christine Motzelt verkünden kann. Die zweite Impfung durch ein mobiles Team des Impfzentrums steht im Pflegeheim heute an. „95 Prozent der Bewohner haben bereits die erste Impfung hinter sich und sie haben es super vertragen, wir hatten da keinerlei Probleme“, so Motzelt.

Forchheim

Im BRK Seniorenzentrum am Königsbad ist man überaus optimistisch: Am heutigen Dienstag erhalten Bewohner und Mitarbeiter die zweite Impfung, freut sich Einrichtungsleiterin Karin Amon. „Derzeit befinden sich zwei Mitarbeiter und ein Bewohner in Quarantäne, aber die Infektionsverläufe aller drei Betroffenen sind sehr milde“, sagt Amon. „Wir sind gut aufgestellt und hoffen, dass wir es jetzt auf den letzten Metern schaffen.“

Paul Schlund, Leiter des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth, berichtet von momentan noch neun infizierten Heimbewohnern und vier positiv getesteten Mitarbeitenden in Quarantäne. Die zweite Impfung von Bewohnern und Mitarbeitern in St. Elisabeth ist für kommende Woche anberaumt. Unter den Bewohnern sei die Impfbereitschaft weiter sehr hoch („deutlich über 90 Prozent“), unter den Mitarbeitern „hält es sich die Waage, etwa 50 Prozent“, sagt Schlund.

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Im Wohn- und Pfegezentrum Jahnpark, das im November 2020 als eine der ersten Einrichtungen von einem Corona-Ausbruch betroffen war und elf Covid-Tote beklagen musste, hatte sich die Lage in den letzten Wochen zunehmend entspannt, das Infektionsgeschehen sei „am Abklingen“, teilte damals Sprecher Jens Büker mit. Auf aktuelle Nachfrage vermeldet Büker noch zwei Jahnpark-Bewohner mit positivem Testergebnis sowie zwei Mitarbeiter in Quarantäne. „Mittlerweile können wir sagen, dass sich die Situation entspannt hat. Es gab seit Wochen keine neuen Infektionen.“

Jochen Misof, der sowohl das Seniorenzentrum Jörg Creutzer als auch das Seniorenzentrum Johann Hinrich Wichern (beides Einrichtungen der Diakonie) leitet, kann – „glücklicherweise“ – vermelden, dass beide Häuser bisher von Infektionen verschont geblieben sind. Am Wochenende ist in den Einrichtungen die zweite Impf-Reihe geplant. Im Wichern-Heim seien etwas über 90 Prozent der Bewohner/innen zur Impfung bereit und rund 30 Prozent der Mitarbeitenden, so Misof. Im Creutzer-Haus lassen sich etwa 80 Prozent der Bewohner und knapp die Hälfte der Mitarbeiter impfen.

Die Corona-Lage im Kompetenzzentrum Demenz, das von „Diakoneo“ (ehemals Diakonie Neuendettelsau) betrieben wird, gestaltet sich übersichtlich: Laut Diakoneo-Sprecher Markus Wagner zählt man in der Sattlertorstraße 48b keinen einzigen Infektionsfall, weder unter den Bewohnern noch beim Personal. Die Zweitimpfung der Bewohner erfolgt laut Wagner am Mittwoch.

Ebermannstadt

Das Pflegezentrum der Klinik Fränkische Schweiz kämpft noch mit dem Corona-Ausbruch vor knapp drei Wochen: Hier wurden zeitweise fast 30 nachweislich infizierte Bewohner/innen gemeldet. Im Moment sind laut Klinikums-Sprecherin Franka Struve noch 15 Bewohner Corona-positiv, davon befinden sich sechs mit Symptomen im Klinikum. 13 ehemals Erkrankte gelten inzwischen als genesen. Insgesamt vier Bewohner sind an oder mit Covid-19 verstorben. Mit Blick auf die Impfungen und steigenden Genesenen-Zahlen sagt Heimleiterin Lydia Kropfelder: „Eigentlich sind wir bereits auf dem Weg der Besserung.“

Im Seniorenzentrum Fränkische Schweiz der Diakonie Bamberg-Forchheim hat man wiederum keinen Infektionsfall zu beklagen, so die Heimleitung.

Unterleinleiter

Auch im Diakonie-Demenzzentrum Lindenhof in Unterleinleiter hat es bisher keine Corona-Infektionen gegeben, teilt Alexandra Dauer mit. Dort stand bereits gestern die zweite Impfung an und „dann werden rund 95 Prozent der Bewohner geimpft sein“, so Dauer.

Neunkirchen

Ebenfalls keine Infektionen gibt es im Alten- und Pflegeheim in Neunkirchen. Gabriele Lerch, Leiterin der Caritas-Einrichtung, hofft, dass das so bleibt: „Toi, toi, toi“, sagt sie. Die Bereitschaft zur erfolgten ersten Impfung unter den Bewohnern sei sehr hoch gewesen, so Lerch. Ende der Woche sollen die zweiten Impfungen erfolgen.

Eggolsheim

Und auch im Eggolsheimer Caritas-Seniorenzentrum St. Martin hat es nach Auskunft der Einrichtungsleitung bislang keine nachgewiesenen Corona-Fälle gegeben. Hier wartet man nach der ersten Impfung unter Bewohnern und Mitarbeitern noch auf den zweiten Besuch des mobilen Impf-Teams.

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PHILIPP ROTHENBACHER

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