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Corona-Defizit zu groß: Bildungshaus Obertrubach schließt

Seit 1999 bestehende Einrichtung war in wirtschaftliche Schieflage geraten - 01.02.2021 12:59 Uhr

Ein Foto aus besseren Tagen: 2019 feierten (v.l.) Fördervereinschef Udo Scherzer, Geschäftsführerin Anja Wicht und Stiftungsratsvorsitzender Manfred Böhm noch das 20-jährige Jubiläum des Bildunghauses Obertrubach. 

01.02.2021 © Bildungs- und Begegnungsstätte Obertrubach


Wie das Erzbistum Bamberg mitteilt, hat der Stiftungsrat diesen Beschluss „nach eingehenden Überlegungen“ einstimmig gefasst. Grund für die Schließung seien die „erheblichen Einnahmeausfälle aufgrund der Corona-Pandemie“. Die seit 1999 bestehende Bildungseinrichtung sei dadurch in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. 

„So sind die Einnahmen aus betrieblicher Tätigkeit im Vergleich zu 2018 aufgrund der coronabedingten Ausfälle von 738 000 auf 234 000 Euro um fast 70 Prozent abgefallen“, heißt es in der Mitteilung. Das Haus steht bei fortlaufenden Fixkosten seit der Corona-Krise weitgehend leer. Aufgrund der insgesamt schwierigen Situation für die Einrichtung war eigentlich geplant, das Haus bis Ende 2023 selbst zu führen und dann gleitend in eine neue Trägerschaft zu übergeben.

"Sozialverträgliche Lösungen" für Angestellte

Doch das jetzt entstandene Defizit sei so groß, dass es trotz finanzieller Unterstützung Dritter nicht mehr gedeckt werden könne. In der Arbeitnehmerbildungs- und Begegnungsstätte sind mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sie wurden über die Betriebsaufgabe am Montag, 1. Februar, informiert. Mit der bereits zum Jahresende 2021 anvisierten Schließung könnten noch Mittel sichergestellt werden, um den Beschäftigten „sozialverträgliche und einvernehmliche Lösungen zur Beendigung ihrer Arbeitsverhältnisse anzubieten“.

Wegen der durch die anhaltende Corona-Pandemie stark verschlechterten wirtschaftlichen Lage „wäre es unverantwortlich für den Stiftungsrat gewesen, die Einrichtung über das Jahr 2021 hinaus weiter zu betreiben“, sagt Generalvikar Georg Kestel. „Die Entscheidung ist dem Stiftungsrat nicht leichtgefallen, verlieren doch etliche Besucherinnen und Besucher ein Haus, das sie liebgewonnen und auch immer wieder unterstützt haben.“

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