Corona: So ist die Lage in den Seniorenheimen im Kreis Forchheim

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

8.1.2021, 08:34 Uhr

© Foto: Felix Kästle/dpa

Nach wie vor sind Seniorenheime im Kreis Forchheim stark von Corona-Fällen betroffen. Im Pflegezentrum Klinikum Fränkische Schweiz in Ebermannstadt wurden 23 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv getestet. Drei Bewohner sind mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Die Infizierten zeigen leichte Symptome, teilt Heimleiterin Lydia Kropfelder mit.

"Jeder isoliert: Das tut weh"

"Mit Bestürzung sehe ich die hohe Infektionszahl in unserem Pflegezentrum", sagt Lydia Kropfelder. Alle Hygieneauflagen und Vorsichtsmaßnahmen seien penibel eingehalten worden. "Wenn das Coronavirus auf Hochrisikogruppen wie unsere Heimbewohner im Alter von 70 bis 97 Jahren trifft, breitet es sich rasend schnell aus", sagt die Heimleiterin. Der zweite Stock des Pflegezentrums wurde als Isolierstockwerk für Infizierte umfunktioniert.

Alle Bewohner befinden sich in isolierten, abgeteilten Wohnbereichen. "Es tut mir leid, wenn ich die Bewohner in ihren Zimmern sehe, jeder isoliert, ohne Kontakt nach draußen, nur Telefonate. Das tut schon weh", so Kropfelder. Sie hofft, dass die Betroffenen bald wieder genesen.

"Je mehr negative Ergebnisse desto besser"

Im Seniorenzentrum Martin Luther in Streitberg hatte sich die Lage zuletzt ein wenig entspannt, als die Infiziertenzahlen sanken. Vor wenigen Wochen waren noch 72 der 75 Bewohner infiziert. Insgesamt sind knapp über 20 Bewohner verstorben. Aktuell sind 29 Bewohner nachweislich infiziert, 29 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne. Zuletzt wurden alle Bewohner erneut einer Reihentestung unterzogen, die Ergebnissen stehen noch aus. "Je mehr negative Ergebnisse dabei sind, desto besser. Wir hoffen, dass sich die Lage nun bessert", so Leiterin Alexandra Dauer.

Nach wie vor unterstützen zehn Soldatinnen und Soldaten das Pflegepersonal im Seniorenzentrum. Die drei Bewohner, die sich nicht mit dem Virus infiziert hatten, wurden geimpft, ebenso 27 Mitarbeiter. Einige haben Covid-19 überstanden. "Wir sind froh, wenn in Kürze auch nach und nach unsere Mitarbeiter nach ihrer Erkrankung zurückkehren können", so Dauer.

Im Caritas-Pflegezentrum St. Elisabeth in Forchheim, in dem 88 Menschen leben, wurden nach einem ersten Corona-Fall drei Bewohner sowie zwei Mitarbeiter positiv getestet. "Sie zeigen leichte Symptome", teilt Einrichtungsleiter Paul Schlund auf NN-Nachfrage mit.

Eine weitere Reihentestung, deren Ergebnisse Anfang nächster Woche erwartet werden, soll Aufschluss über die Infiziertenzahl liefern. "Inzwischen wurden bereits 90 Prozent der Bewohner und 50 Prozent der Mitarbeiter geimpft", so Schlund.

1380 Menschen im Landkreis wurden bereits geimpft

"Alle Impfwilligen in vollstationären Pflegeeinrichtungen mit der Priorität 1 im Landkreis Forchheim wurden geimpft", sagt Kathrin Schürr, Sprecherin des Landratsamts. Insgesamt wurden bislang 1380 Menschen im Kreis Forchheim geimpft. Mitte bis Ende Januar werden über 80-Jährige vom Landratsamt angeschrieben: "Sie erhalten Anschreiben mit Rückmeldebögen", so Schürr.

Nachdem die Daten mitgeteilt wurden, erhalten diese Bürger dann Rückrufe vom Impfzentrum, um Termine zu vereinbaren. Insgesamt haben sich laut Landratsamt über 3000 Landkreisbürger für Impftermine vormerken lassen. Am heutigen Freitag kommt eine neue Lieferung des Biontech-Impfstoffes im Landkreis Forchheim an: "In der Regel erhalten wir etwa 100 Infektionsfläschchen, was rund 500 Dosen entspricht."

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