Coronavirus im Kreis Forchheim: Das ist bei Verdacht zu tun

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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29.2.2020, 11:10 Uhr
Beim Klinikum in Forchheim und beim Landratsamt in Forchheim melden sich Bürger, die sich wegen des Coronavirus sorgen.

Beim Klinikum in Forchheim und beim Landratsamt in Forchheim melden sich Bürger, die sich wegen des Coronavirus sorgen. © Ralf Rödel

Das Coronavirus ist in Mittelfranken angekommen, nachdem ein Mann aus Erlangen positiv auf das Virus getestet wurde. Werden im Landkreis Forchheim Vorbereitungen getroffen?

"Wir erhalten jetzt eigentlich durchgehend Anrufe von Bürgern, unsere Amtsärzte sind sehr ausgelastet", sagt Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamts Forchheim. "Die Menschen im Kreis Forchheim sind wohl besorgt, weil nun der erste Fall in der näheren Umgebung vorkommt", teilt er mit.

Allerdings stünden keine speziellen Maßnahmen bevor. "Normale Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen ist empfohlen – wie bei jeder Grippezeit", so Strehl. Was, wenn ich Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber feststelle? Der Hausarzt entscheide über Verdachtsfälle des Coronavirus. Er macht Tests und informiert die Behörden, wenn der Virus nachgewiesen ist. Dann entscheide die Gesundheitsbehörde über Maßnahmen wie Quarantäne.

Auch im Klinikum Forchheim gehen Anfragen von "vielen Patienten" und Arztpraxen ein, die sich informieren wollen. "Ein besorgter Anrufer saß im Österreich-Urlaub neben einem Italiener. Jemand anderes war verunsichert, weil er ein Paket aus China erhalten hat", teilt Gabriele Egelseer mit, oberärztliche Leiterin der Notaufnahme.

Seit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, dass die gesetzlichen Krankenkassen Abstriche bezahlten, "gibt es auch gezielte Anfragen nach Rachenabstrichen."

In Schutzkleidung empfangen

Wenn sich jemand auf den Virus untersuchen lassen möchte, empfiehlt Egelseer: "Am besten vorher telefonisch Kontakt mit uns aufnehmen, im Moment unter der Nummer (0 91 91) 61 00." Bei Bedarf werde noch eine spezielle Hotline eingerichtet. "Wenn Sie zum Klinikum in Forchheim kommen wollen, klingeln Sie bitte und warten draußen - vor dem Klinikum - bis Sie jemand in Schutzkleidung in Empfang nimmt." Gibt es einen Verdachtsfall, wird dieser dem Landratsamt und der Stabsstelle in München gemeldet.

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Wenn der Verdacht besteht, am Virus erkrankt zu sein, wird ein Abstrich genommen. "Wenn wir diesen vor 12.30 Uhr werktags beim Institut für Virologie in Erlangen einreichen, erhalten wir das Ergebnis innerhalb von sechs Stunden", so Egelseer. Sobald der Verdacht besteht, muss sich der Patient sowie alle Kontaktpersonen ersten Grades in eine 14-tägige Quarantäne begeben, die auch vom Gesundheitsamt überwacht wird.

Der ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, fügt hinzu: „In Bezug auf Covid-19-Fälle halten wir uns am Klinikum strikt an die Leitlinien des Robert-Koch-Instituts.“ Diese würden bei Bedarf an die sich ändernde Gesamtlage angepasst.