Damals und heute: Historische Fotos der Fränkischen Schweiz

26.6.2014, 14:24 Uhr
Wo hat Wilhelm Heinz einst dieses historische Foto in der Fränkischen Schweiz aufgenommen?

Wo hat Wilhelm Heinz einst dieses historische Foto in der Fränkischen Schweiz aufgenommen? © privat

In den 1930er Jahren zog Wilhelm Heinz los. Von seinem Wohnort Muggendorf aus erwanderte der aus Presseck stammende passionierte Fotograf den Kern der Fränkischen Schweiz — und hielt die schönsten Ansichten im Bild fest.

Ein einprägsames Motiv kam ihm bei Waischenfeld, in der Nähe der Pulvermühle vor das Objektiv. Zu sehen ist der mittlere Lauf der Wiesent im Rabenecker Tal, im Hintergrund thront die Burg Rabeneck. Die Felsen links und rechts des Flusslaufs ragen markant in den Himmel, die Wiesen sind kurz, die Zahl der Bäume im Tal gering.

Die gleiche Ansicht, nur 80 Jahre später.

Die gleiche Ansicht, nur 80 Jahre später. © Max Legien

Heute zeigt sich an der gleichen Stelle ein ganz anderes Bild: Bäume und Sträucher verstellen nun den Blick ins Tal und auf die Wiesent. Die einst so markanten Felsen sind zum großen Teil dahinter verschwunden. Nur mit etwas Phantasie und durch die Burg Rabeneck im Hintergrund erkennt man, dass es sich um das selbe Motiv handelt.

Der Vergleich zeigt: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Angesicht der Fränkischen Schweiz geändert. Früher war das Landschaftsbild zweigeteilt: Es gab saftige Wiesen in den Flusstälern und trockene Flächen auf den Hochflächen. Dort hielten zahlreiche Schaf- und Ziegenherden die Wiesen kurz, so dass die Felsen gut zur Geltung kamen. Der Rückgang der Viehhaltung und wirtschaftliche Nöte im 19. Jahrhundert waren der Start für die Veränderung der Landschaft: Die Bauern begannen, Wald anzupflanzen. Der Magerrasen verschwand, stattdessen wuchsen immer mehr Bäume auf den Bergen der Fränkischen Schweiz.

Zeugnisse der Vergangenheit

Die Fotos von Wilhelm Heinz sind daher besondere Zeugnisse der Vergangenheit. Heinz ist am Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Rückweg aus der Gefangenschaft gestorben. Er hinterließ Frau und zwei Kinder — und diesen reichlichen Fundus an Landschaftsaufnahmen. Neben den Bildern waren darunter auch Filmaufnahmen, die das Leben in den 1930er Jahren zeigten. Die Schnipsel wurden jüngst von Mitarbeitern des Fränkische-Schweiz-Museums in Tüchersfeld geschnitten und zu einem 50-minütigen Stummfilm zusammengefügt .

Die Fotos von Wilhelm Heinz digitalisierte Schwiegersohn Max Legien — und stellte sie den Nordbayerischen Nachrichten zur Verfügung. Und er trug eine Idee an die Redaktion heran: Warum sollte man den alten Aufnahmen nicht noch weitere aktuelle Ansichten gegenüberstellen? Wie zum Beispiel hat sich die Wöhrmühle verändert, die Heinz einst so idyllisch in Szene gesetzt hat? Diese Aufforderung geben wir nun an Sie, liebe Leser, weiter. In unserer Bildergalerie finden sich 28 historische Bilder von Wilhelm Heinz. Zu sehen sind Ansichten von verschiedenen Orten in der Fränkischen Schweiz, aber auch typische Felsmassive oder traditionsreiche Gasthäuser.

Unsere Bitte an Sie ist: Finden Sie die Stellen, an der einst Wilhelm Heinz mit seiner Kamera stand, und halten sie den jetzigen Blick fotografisch fest. Das Bild schicken Sie dann per E-Mail als jpg-Datei an nn-forchheim-redaktion@pressenetz.de. Die zehn schönsten Fotos werden im Vergleich mit den alten Aufnahmen im Lokalteil der Nordbayerischen Nachrichten veröffentlicht. Die Einsender der veröffentlichten Bilder erhalten zudem einen Buchpreis.

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