Donnerstag, 04.03.2021

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Das Tempo beim Impfen steigt im Landkreis Forchheim

In Obertrubach haben sich 110 Senioren eine Impfung verabreichen lassen - 23.02.2021 11:01 Uhr

Die 81-jährige Barbara Häfner aus Bärnfels lässt sich von ASB-Impfärztin Dr. Isabelle Richter aus Bammersdorf mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff impfen.

22.02.2021 © Foto: Thomas Weichert


Für die Gemeinde koordiniert den Impftag Verwaltungsmitarbeiter Thilo Dressel, der die Impfwilligen im Eingangsbereich empfängt. Eine der ersten ist die 81-jährige Barbara Häfner aus Bärnfels. Sie lässt sich von ASB-Impfärztin Dr. Isabelle Richter aus Bammersdorf mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff gerne impfen. Die 55-jährige Ärztin ist für die Impfkampagne beim ASB angestellt.

"Weil wir angeschrieben worden sind und sich über 80-Jährige ja impfen lassen sollen", sagt Barbara Häfner zur Begründung, warum sie gekommen ist. Und sie betont, dass sie keine Angst vor der Impfung hat: "Ich habe auch gar nichts gespürt", so Häfner, nachdem sie die 0,3 Milliliter des neuen Vakzins verabreicht bekam. Mit der Einladung zum Impftermin hatte sie schon ein Aufklärungsblatt bekommen. Darin wird auch über mögliche Impfreaktionen aufgeklärt, die selten länger als drei Tage nach der Impfung anhalten.

Nur eine schwere Impfreaktion

Kurz vor der Impfung ist daher nur noch ein kurzes Gespräch mit der Impfärtzin erforderlich. Die Ärztin fragt unter anderem ab, ob die Patientin derzeit eine akute oder chronische Erkrankung oder Fieber hat, welche Medikamente sie einnimmt, ob sie an einer Blutgerinnungsstörung leidet oder ob Allergien bekannt sind. Ein Coronatest vor der Impfung ist nicht vorgeschrieben. Falls jemand einen postitiven Test hätte, dürfte er nicht geimpft werden.

Auch Patienten, die bereits eine Covid-19-Erkrankung hinter sich haben, werden aktuell noch nicht geimpft. "Nach einer bereits erfolgten Infektion muss man ein halbes Jahr warten, bis man sich impfen lassen kann", erklärt Laura Trummer dazu. Sie ist eigentlich Veranstaltungsleiterin, aber nun für den ASB als stellvertretende Leiterin des mobilen Impfteams unterwegs.

Bei den bisher 10.000 Impfungen im Landkreis Forchheim gab es laut Trummer bisher nur einen einzigen Fall mit einer allergischen Überreaktion nach der Impfung. Einer Frau war der Hals angeschwollen. Ihr konnte aber sofort ein Notfallmedikament verabreicht werden. Für Dr. Isabelle Richter sind diese Impfungen wichtig weil die Menschen nur dadurch gegen Corona immunisiert werden können: "Nur so kann man das Ganze vielleicht in den Griff bekommen".


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Einer der ersten, der sich impfen lässt, ist auch der 81-jährige Ludwig Lautenbacher. "Als ich die Einladung zum Impftermin bekam, habe ich mich gleich spontan angemeldet", sagt der langjährige Kommunalpolitiker. "Damit man Sicherheit gegen Corona hat", ist seine Begründung. Vor Ort impfen lassen sich auch alle 18 Bewohner der Obertrubacher Senioren-WG. Sie dürfen den Impfstoff bekommen, auch wenn sie noch keine 80 Jahre alt sind, gelten sie doch als Bewohner einer Pflegeeinrichtung.

Der Pfizer-Biontech-Impfstoff, der auf Minus 70 Grad gekühlt werden muss, kommt beim ASB mit zwei bis acht Grad aus dem Verteilzentrum in Bamberg an und ist dann nur noch fünf Tage haltbar, erklärt Trummer. Bleibt Impfstoff übrig, wird er in dieser Zeit an über 80-Jährige verimpft, die schon auf der Warteliste stehen.

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Auch Bürgermeister Markus Grüner und Landrat Hermann Ulm (beide CSU) kamen zum Impftag vorbei: "Das Modell des mobilen Impfens hat sich bewährt und soll nun auch bundesweit beispielgebend werden", sagte Ulm, der dies auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer kürzlichen Videokonferenz mit Landräten und Bürgermeistern vorgeschlagen hat. "Dies zeigt auch die hohe Beteiligung und wir sind der Zeit damit voraus", betont Ulm.

Grüner ergänzt: "Es ist ja auch viel einfacher, vor Ort zu impfen, als die alten Leute alle ins Impfzentrum nach Forchheim zu fahren." Die Zweitimpfung findet dann am 15. März ebenfalls im Sportheim statt. Wie Landrat Ulm außerdem erklärte, kommt inzwischen wesentlich mehr Impfstoff im Landkreis Forchheim an: Konnte man bisher pro Tag nur 300 Menschen impfen, sollen es in Kürze bis zu 1000 sein.

THOMAS WEICHERT E-Mail

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