Radverkehr

Debatte über Radwegplanung in Forchheim: "Ich bin negativ überrascht"

12.6.2021, 13:01 Uhr
An dieser Ecke in Kersbach soll ein Kreisverkehr entstehen, um das neue Wohngebiet Pointäcker-Süd zu erschließen. Im Kreis drehte sich auch die Diskussion um diesen Kreisverkehr. Die grünen Vertreter im Stadtrat sind strikt gegen die Planung. 

An dieser Ecke in Kersbach soll ein Kreisverkehr entstehen, um das neue Wohngebiet Pointäcker-Süd zu erschließen. Im Kreis drehte sich auch die Diskussion um diesen Kreisverkehr. Die grünen Vertreter im Stadtrat sind strikt gegen die Planung.  © Eduard Weigert

In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Forchheim entbrannte eine Debatte über den Kreisverkehr und die Verkehrsführung im geplanten Baugebiet Pointäcker-Süd in Kersbach.

"Als ADFC-Sprecher bin ich von zwei Dingen negativ überrascht", so Frank Wessel, Vorstandssprecher des ADFC Forchheim, in einer Pressemitteilung. "Den heftigen Schlagabtausch empfinde ich als überflüssige Schwarz-Weiß-Malerei."


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Dem ADFC gehe es darum, dass möglichst viele Bürger umweltfreundliche Verkehrsmittel nutzen wollen. "Daher haben wir uns für eine andere Gestaltung eingesetzt." Von "Umerziehen" und "Nicht akzeptieren, dass es Autos gibt" sei das meilenweit entfernt.

"Klimaschutz muss mit Steigerung des Rad-Anteils einhergehen"

Er betont, dass die von Sebastian Körber, FDP-Stadtrat und Landtagsabgeordneter, angeführten sieben Prozent Radanteil für Oberfranken gelten: "In Forchheim ist der Anteil mehr als doppelt so hoch." Experten seien sich einig, dass Klimaschutz mit Steigerung des Rad-Anteils einhergehen müsse - "egal, wie hoch die Quote ist".

"Dass ausgerechnet der Landtagsabgeordnete, der Vorsitzender des für Verkehr zuständigen Landtags-Ausschusses ist, ein derartig veraltetes Argument benutzt, finde ich erschreckend." Diese und andere Äußerungen zeigten, "wie weit wir noch von wirklicher Klimapolitik entfernt sind".

"Neuer Stand der Verkehrsforschung"

Laut Planung müssten die Radfahrer erst in die abzweigenden Straßen abbiegen und diese dann überqueren, um dem Kreisverkehr zu folgen. "Das entspricht zwar den Planungsrichtlinien, aber nicht dem neuen Stand der Verkehrsforschung", betont Rolf Hörnlein vom VCD Forchheim.

Die Forschung habe gezeigt, dass Radwege zwar die sichersten Wege seien, es aber höchstgefährlich werde, wenn an Einmündungen und Kreisverkehren Radweg und Straße wieder aufeinander treffen. Besser sei es, Radler eng am Autoverkehr zu führen. So könnten sich alle Verkehrsteilnehmer im Auge behalten. "Neue Verkehrsforschungen sind in Ämtern und bei der Polizei, noch nicht angekommen", glaubt er.

Autofahren werde bereits teurer. Es sei zu erwarten, dass bei kurzen und mittleren Entfernungen der Radverkehr zunehme. "Man darf sich nicht darauf beschränken, den Radverkehr als lästiges Beiwerk des Verkehrs zu betrachten." Zukunftsweisend sei, umweltfreundlichere Verkehrsmittel aktiv zu unterstützen. "Eine Umplanung des Kreisels mit dem Ziel, Sicherheit und Komfort für Radfahrer zu erhöhen, wäre deshalb dringend notwendig."

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