Der Erfolg ist weiblich: Frauenpower in der Realschule

21.7.2018, 08:00 Uhr
Diese elf Absolventinnen und zwei Absolventen der Georg-Hartmann-Realschule Forchheim erzielten einen Notenschnitt von unter 1,6 und wurden besonders geehrt. Ganz links im roten Kleid die Jahrgangsbeste Franziska Kist.

Diese elf Absolventinnen und zwei Absolventen der Georg-Hartmann-Realschule Forchheim erzielten einen Notenschnitt von unter 1,6 und wurden besonders geehrt. Ganz links im roten Kleid die Jahrgangsbeste Franziska Kist. © Foto: Udo Güldner

Nach anstrengenden Jahren und stressigen Wochen wurde es nicht nur wegen guter Noten auf dem Papier ein entspannter Abend. Dafür sorgten auch gute Noten des Schulorchesters mit Andreas Pleichinger am Pult und vor allem der Schulband.

"Non opus est verbis sed fustibus": Hier sind keine Worte, sondern Prügel am Platz, wie ein Lehrer mit Augenzwinkern zitierte. Die Zeiten sind glücklicherweise vorbei, in denen man Ciceros Ratschlag folgte. Der meinte ja auch einen politischen Kontrahenten, dem er rhetorische (Tief-)Schläge versetzte. An der Realschule, die dem vor 500 Jahren lebenden Mathematiker Georg Hartmann aus Eggolsheim ihren Namen verdankt, braucht es derlei nicht. Von außen betrachtet scheint es ein ganz besonderer Jahrgang gewesen zu sein, wenn man den Lobreden der Klassleiter, den Danksagungen der Schülermitverwaltung und den glücklichen Gesichtern der Eltern Glauben schenken darf.

"Time to say goodbye"

"Es war einwandfrei, but now it’s time to say goodbye", reimte Schulsprecherin Daniela Heilmann, ehe sie mit ihren Bandkollegen Destiny Harmon und Zoe Schwalb (Gesang), Julian Kist (Schlagzeug), Heiko Hublitz (Bass) und Johannes Hirche (Piano) aus dem Schulalltag mit musikalischen Mitteln ausbrach. Sicher ist jedenfalls, dass eine ganze Reihe erstklassiger Abschlussnoten erreicht worden ist. Immerhin 31 Absolventen haben eine Eins vor dem Komma. Franziska Kist aus Langensendelbach gelang sogar das Kunststück, mit einem makellosen Ergebnis ins Leben starten zu können. Das habe man lange Jahre nicht mehr gehabt, gratulierten Direktor Jürgen Kretschmann und sein Stellvertreter Jörg Striepke.

Während sich die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus an ihre eigene Realschulzeit vor 41 Jahren erinnerte und dem Nachwuchs "ein gutes Grundgerüst" für den weiteren Lebensweg bescheinigte, wusste Bürgermeister Franz Streit, seines Zeichens ebenfalls ein ehemaliger Realschüler, vom "theoretischen Wissen und den praktischen Fähigkeiten", die einem bei den merkwürdigsten Berufskarrieren hilfreich sein könnten. Auch die Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (CSU) und Thorsten Glauber (FW) entboten launige Grüße.

Dann bildeten sich bei der Zeugnisübergabe lange Schlangen, die von der Größe der Realschule (rund 950 Schülerinnen und Schüler, sieben Abschlussklassen) und ihrem geographischen Einzugsgebiet kündeten. Aber auch davon, dass mehr weibliche als männliche Absolventen die Mittlere Reife errungen haben.

Bei den Jahrgangsbesten waren die jungen Männer ebenfalls deutlich in der Unterzahl. Auch für Klaus Hellmerich endete eine sechsjährige Schulzeit. Zum zweiten Mal nach 1980. Diesmal allerdings von der anderen Seite des Frühstückstisches. Nachdem sein Sohn die Mittlere Reife in der Tasche hat und ans Herder-Gymnasium wechseln will, um das Abitur zu schaffen, wird Vater Klaus das Amt des Elternbeiratsvorsitzenden abgeben.

Für den gerade noch minderjährigen Nachwuchs beginnen nun Ausbildung oder Auszeit. Oder er nutzt das Sprungbrett hin zur Verwaltungs- oder Berufsfachschule, vielleicht gar zur Fachoberschule. Die Zeiten, in denen das Bildungssystem undurchlässig war und Spätstarter in der Hauptschule festhingen, sind auch vorbei. Heute führen viele Wege bis zum universitären Studium.

Schließlich hielt es nach zwei Stunden keinen mehr auf den Stühlen, als die namenlose Schulband bei ihrem wohl letzten Auftritt den Musicalhit "Footloose" anstimmte. Die "Beinfreiheit" nutzten alle für eine schweißtreibende, während des gerade absolvierten Tanzkurses einstudierte Choreographie. Danach gab es kühle Getränke und die erfrischende Aussicht auf das bevorstehende Annafest.

ZDie Jahrgangsbesten: 1,00 Franziska Kist (Langensendelbach); 1,09 Theresa Wagner (Pinzberg); 1,18 Patrick Geßner (Hausen); 1,27 Selina Cipriano (Heroldsbach); 1,27 Julian Kist (Hausen); 1,27 Lena Steger (Trailsdorf); 1,36 Julia Nikulin (Bammersdorf); 1,45 Ria Brückner (Schlammersdorf); 1,45 Emilia Hanisch (Forchheim-Reuth); 1,55 Daniela Heilmann (Hausen); 1,55 Laura Kemmerth (Forchheim); 1,55 Sarah Löblein (Forchheim); 1,55 Isabelle Mundo (Hausen).

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