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Der Gemeinderat Unterleinleiter legt los

"Der Auftrag, für die Gemeinde das Beste zu geben" - 16.05.2020 13:29 Uhr

Bürgermeister Alwin Gebhardt bei seiner Vereidigung in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Unterleinleiter.

© Marquard Och


"Das war ein souveräner Auftritt des neuen Bürgermeisters Alwin Gebhardt (DWV)", befanden Kämmerer Wolfgang Krippel und Bauamtsleiter Herbert Bloß nach der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Unterleinleiter im Sportheim. Ihm zur Seite stehen als neuer Vize Holger Strehl (NWG) und der wiedergewählte 3. Bürgermeister der FWG, Ewald Rascher.

Gebhardt sagte in seiner Antrittsrede: "Das ist ein aufregender Moment für mich. Es hat nach dem Wahltag gedauert, bis ich es realisiert habe. Der Zuspruch von 56 Prozent war überwältigend nach einem eigentlich nicht stattgefundenen Wahlkampf." Er dankte "dem unterlegenen NWG-Vorgänger Gerhard Riediger für seine Leistungen um das Gemeinwohl ", in gleicher Weise Peter Schmitt (NWG), der dem Gemeinderat 30 Jahre angehörte, und Josef Geck (NWG) für zwölf Jahre Mitarbeit.

"Ich sehe nicht den Sieg, sondern den Auftrag, für die Gemeinde das Beste zu geben. Ich möchte dies nicht alleine tun, sondern euch als Grundlage meines Handelns einbeziehen – dass sich das Arbeitspensum für den Einzelnen erhöhen wird, ist keine Drohung, sondern dem Auftrag angemessen", sagte er. Dank richtete Gebhardt an die anwesenden Mitarbeiter, darunter der Projektmanager Andreas Kirchner und Kassenleiter Simon Dorsch – die bewährte Zusammenarbeit solle gepflegt werden.

"Gemeinsam schaffen wir das"

"Der Ladarer Dorsch ist nicht zufällig da – er wird künftig als Schriftführer die Sitzungen begleiten", gab der Bürgermeister bekannt. "Mein Bestreben ist es, Bürgermeister aller Ladarer und Dürrbrunner zu sein, also auch für jene, deren Vertrauen ich erst noch gewinnen muss." Die Aufgaben seien nicht einfach – gerade auch wegen der Corona-Umstände. "Gemeinsam schaffen wir das", zeigte sich Gebhardt optmistisch.

In Vertretung für die gesundheitlich verhinderte älteste Ratsvertreterin Gabriele Aign (DWV) nahm ihr Kollege Ernst König dem neuen Bürgermeister den Diensteid ab. Erste Handung des Gemeindechefs war dann die Vereidigung der neugewählten Bürgervertreter Julia Schüpferling (DWV) und Holger Strehl (NWG). Keine Debatte gab es zur Zahl der weiteren Bürgermeister.

Einstimmig entschied sich der Rat wie gehabt für zwei Stellvertreter – so, wie es im Vorfeld in Fraktionsgesprächen verabredet worden war. Holger Strehl, Pressesprecher des Landratsamts, sei durch sein Fachwissen sehr geeignet als 2. Bürgermeister, bemerkte Gebhardt. Unbenommen sei aber jedem, einen anderen Namen aus dem Gremium aufzuschreiben.

Beifall für Holger Strehl

Die geheime Wahl leitete Andreas Kirchner gemeinsam mit den Beisitzern Krippel und Bloß. Beifall gab es für den mit 12:0 Stimmen gewählten Holger Strehl, der in Unterleinleiter im evangelischen Kirchenvorstand aktiv ist.

Zehn Stimmen erreichte der schon seit 2014 amtierende 3. Bürgermeister Ewald Rascher (FWG), der wie Gebhardt in Dürrbrunn lebt. "Erfahrung, Sachverstand und Persönlichkeit sprechen für ihn", hatte vorher Gebhardt geworben, dem dann auch die Vereidigungen oblagen.

Redebedarf bestand vor den Beschlüssen zum Gemeindeverfassungsrecht und zur Geschäftsordnung – letztere an dem Muster des Gemeindetags orientiert. Uwe Knoll (FWG) monierte zur Gemeindesatzung: "Bisher hatten wir fünf Rechnungsprüfer, im Verwaltungsvorschlag stehen jetzt drei." Reinhold Geck (NWG) meinte, darüber sei nicht gesprochen worden. Kämmerer Krippel erklärte: "Nach meinem Gefühl reichen drei." Mit einer Gegenstimme wurden drei und drei Ersatzleute beschlossen.

Alexander Löw (NWG) wurde einhellig wieder zum Vorsitzenden der Rechnungsprüfer gewählt, Mitglieder sind Thomas Amon (FWG) und Gabriele Aign (DWV). In der Schulverbandsversammlung ist der Bürgermeister Mitglied, Vertreter ist Holger Strehl. Ewald Rascher war in der Geschäftsordnung aufgefallen, bisher vom Muster abweichende Passagen seien geändert oder nicht mehr enthalten – so das Verschieben des Sitzungsbeginns von 19.30 auf 19 Uhr. Der einstimmige Beschluss besagte dann: es bleibt bei 19.30 Uhr an Donnerstagen.

Kein Einwand kam zur um einen Tag verlängerten "Ladefrist". Zum "Rederecht" für Zuhörer machte Kirchner deutlich, das bestehe laut Gesetz nicht. Mit 11:1 bestand das Gremium auf der bisher gelebten Praxis – wenn der Rat dem von einem Tagesordnungspunkt Betroffenen die Zustimmung erteilt, kann dieser sein Anliegen vorbringen.

Dass der bisherige Bürgermeister bereits ermächtigt war, kleinere Abweichungen von Wohnbauten in Bebauungsplänen im Alleingang abzusegnen, war Uwe Knoll neu. Dazu versicherte Alwin Gebhardt: "Davon werde ich nur im äußersten Notfall Gebrauch machen." Abschließend stellte Andreas Kirchner das Ratsinformationssystem vor. Demnach können die Gemeinderäte den Zuschuss von 250 Euro für die Anschaffung eines Tablets verwenden. Ausführlich wird über das Thema in einer nächsten Sitzung beraten.

MARQUARD OCH

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