Der Kunst verschrieben: Georg Hack aus Ebermannstadt ist ein kreativer Kopf

12.5.2021, 12:00 Uhr
Die kleine Wohnung von Georg Hack ist eine Mischung aus Museum und Atelier. Jedes Regal hat er seit dem Einzug vor elf Jahren selbst geschreinert. Jedes noch so kleine Kunstwerk mit eigenen Händen gestaltet. Im Keller befindet sich eine Werkstatt, hier sägt, schleift und schweißt er.

Die kleine Wohnung von Georg Hack ist eine Mischung aus Museum und Atelier. Jedes Regal hat er seit dem Einzug vor elf Jahren selbst geschreinert. Jedes noch so kleine Kunstwerk mit eigenen Händen gestaltet. Im Keller befindet sich eine Werkstatt, hier sägt, schleift und schweißt er. © Foto: Udo Güldner

Die kleine Wohnung selbst ist eine Mischung aus Museum und Atelier. Jedes Regal hat er seit dem Einzug vor elf Jahren selbst geschreinert. Jedes noch so kleine Kunstwerk mit eigenen Händen gestaltet. Den "Neder-Kobold" aus Styropor und Beton, der in seinen vollen Bierkrug grinst; die Ritterrüstung aus alten Autoblechen, die er zum Fasching getragen hat; das Windspiel in Form eines Doppeldecker-Flugzeuges, das an der Zimmerdecke hängt. Ein zweites, von Spinnweben gefangenes Exemplar findet sich im Garten.

Die Modellbau-Oldtimer, die er in unzähligen Regalen geparkt hat, sind fast alles Unikate. "Ich habe zwar einen Bausatz benutzt, aber stets Umbauten vorgenommen". Hack aber bastelt nicht nur an kleinen Autos herum. Er restauriert auch Schraube für Schraube in die Jahre gekommene VW Käfer. Mit einem fährt er selbst durch die Gegend. Und wenn ein paar Radkappen übrig bleiben, drehen die sich später vor dem Fenster im Wind.

Von Kunstlehrerin ermuntert

Das Zeichnen und Malen hat Hack seit seiner Kindheit fasziniert. "In der Schule hat mich unsere Kunstlehrerin Frau Held ermuntert". In seiner Familie ist er der erste mit kreativen Ambitionen. Viel Zeit bleibt dafür auch nicht. Das Arbeitsleben fordert seinen Tribut. Dort allerdings kann er mitunter seine Phantasie spielen lassen. Mal lackiert er einen Autoanhänger mit einer handvoll Haien. Mal malt er mittels Airbrush-Technik zum Abschied eines Arbeitskollegen eine Ansicht eines Kohlekraftwerks.

Der „Neder-Kobold“ besteht aus Styropor und Beton und grinst in seinen vollen Bierkrug. Er ist ebenfalls der Phantasie von Georg Hack entsprungen.

Der „Neder-Kobold“ besteht aus Styropor und Beton und grinst in seinen vollen Bierkrug. Er ist ebenfalls der Phantasie von Georg Hack entsprungen. © Foto: Udo Güldner

Mal gestaltet er die Fassade einer Brauerei in Buttenheim mit Löwen, mal bemalt er für seine Schützengesellschaft St. Anna Weilersbach oder die Nachbarn vom Schützenverein Eintracht Drügendorf die hölzernen Schützenscheiben. Kaum ein Material ist vor den Ideen Hacks sicher. Auch nicht alte Rauchmelder und Eisbecher, die er mit anderen Bauteilen zusammen in einen Millenium Falken verwandelt, in dem Star Wars-Held Han Solo herumgeflogen ist.

Hack widmet sich auch der klassischen Malerei, wobei er Landschaften bevorzugt. Freilich keine, die er mit eigenen Augen gesehen hat. "Es sind erfundene Berge, Wälder und Flüsse". Ein wenig wirken sie wie einem Fantasy-Roman entsprungen. Anfangs sind es noch Aquarelle, bald aber schon begeistert sich Hack für die Ölmalerei. "Früher habe ich viel feiner gemalt. Dann habe ich mich am Fernsehmaler Bob Ross orientiert und meinen Stil verdorben".

Während eines längeren Krankenhausaufenthaltes entdeckt Hack den belgischen Surrealisten René Magritte. "Seine Farben haben mich umgehauen". Ähnlich ergeht es ihm mit dem US-Maler Thomas Kinkade, dessen Licht-Dunkel-Kontraste Hack begeistern. Hack ist aber keiner, der nur kopiert. Er sucht stets seine eigene Handschrift zu hinterlassen.

Im Keller befindet sich eine Werkstatt, in der die schmutzigen Schritte auf dem Weg zum Kunstwerk getan werden. Hier sägt, schleift und schweißt Hack. Auf einer Hobelbank sind auch eine Reihe an Weihnachtskrippen emporgewachsen. Eine der ersten schenkt er seinem Sohn Tristan. Dabei legt Hack großen Wert auf Details, auch wenn man diese gar nicht oder nur bei genauestem Hinsehen erkennt. Die Gebäude sind innen nicht etwa leer sondern mit aufwendiger Einrichtung versehen. Dafür springen einem all die Elfen, Feen und Kobolde, aber auch die Hexenhäuschen ins Auge. Die Phantasiegestalten an den Wänden und auf den Kommoden sind seiner Frau Stephanie untertan. Ebenso wie die kleinen Figuren, die das Paar über Schießstand und Loipe laufen lässt. Hack hat nämlich in einer stillen Stunde ein Biathlon-Spiel erfunden und den Prototypen auch gleich gezimmert.

In einer stillen Stunde hat Georg Hack ein Biathlon-Spiel erfunden und den Prototypen auch gleich gezimmert.

In einer stillen Stunde hat Georg Hack ein Biathlon-Spiel erfunden und den Prototypen auch gleich gezimmert. © Foto: Udo Güldner

Hacks berufliches Leben ist äußerst windungsreich verlaufen. "Ich habe immer etwas gesucht, um meine Kreativität auszuleben, aber nie wirklich etwas gefunden". Hack war schon Bäcker-Lehrling in Forchheim, Maschinenführer in der Spinnerei Forchheim, Kfz-Mechaniker in seinem Heimatort Weilersbach, Arbeiter im Kraftwerk Frauenaurach, Lkw-Fahrer für eine Spedition in Hirschaid und Maschinenführer bei einem Hygieneartikel-Hersteller in Altendorf. Bis ihn eine schwere Erkrankung sechs Jahre lang völlig aus der Bahn warf.

Seit einigen Monaten und trotz neuerlicher gesundheitlicher Schwierigkeiten aber ist die Kreativität zurückgekehrt. Derzeit experimentiert er mit Glasfaserkabeln und dem hindurch fließenden Licht. Ein erster Versuch in Form eines Baumes ist noch nicht nach seinen Vorstellungen gewachsen. Das wird ihn aber nicht aufhalten. . .

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