Der Weg ist frei für Sanierung der „Krone“

14.10.2013, 11:00 Uhr
Noch ist der Veranstaltungssaal des ehemaligen Gasthauses Krone als Lager zweckentfremdet, doch bald könnten hier wieder Veranstaltungen mit 200 bis 250 Besuchern stattfinden.

© Alexander Hitschfel Noch ist der Veranstaltungssaal des ehemaligen Gasthauses Krone als Lager zweckentfremdet, doch bald könnten hier wieder Veranstaltungen mit 200 bis 250 Besuchern stattfinden.

Das knappe Abstimmungsergebnis zeigte schon: Nicht alle Gemeinderäte konnten sich mit der Umsetzung des Projektes anfreunden. Die Verwaltung hatte den entsprechenden Mietvertrag zusammen mit der Sitzungsladung versendet. Danach soll die monatliche Grundmiete 50 Euro betragen. Daneben wird pro Monat eine Pauschale in Höhe von 100 Euro fällig. Die Gesamtmiete beträgt somit 150 Euro. Die geleisteten Arbeitsstunden für die Renovierung der „Krone“ können gegen die Mietzins- und die Nebenkostenforderungen aufgerechnet werden.

Gemeinderat Anton Hammer (CSU) fragte nach, ob es erlaubt sei, überhaupt die Arbeitsleistung gegen die Miete aufzurechnen. „Ist das mit dem Landratsamt so abgesprochen?“, schob er nach. Roland Garcon (UWG) hatte mit der Laufzeit des Mietvertrages so seine Probleme. „Warum sollen wir den Vertrag auf unbestimmte Zeit abschließen?“, fragte er.

Während CSU-Rat Anton Hammer mit der Umsetzung der Baumaßnahme auf rein ehrenamtlicher Basis so seine Probleme hatte („Da bauen wir in 40 Jahren ja immer noch.“), freute sich Gerlinde Kraus (SPD) über soviel bürgerschaftliches Engagement, das der Gemeinde immerhin viel Geld erspare.

„Für Verein nicht zu stemmen“

Gemeinderat Hans-Jürgen Saam hegte Befürchtungen, dass der Verein mit so einem „Mammut-Projekt“ überfordert sei. Immerhin habe ein Architekt vor ein paar Jahren die Sanierung auf rund 900000 Euro geschätzt. Dies sei auf ehrenamtlicher Basis nicht zu machen, so der CSU-Mann. Man würde sich selbst in die Tasche lügen, dass man mit Ehrenamtlichen ein Millionen-Projekt stemmen könne. Gemeinderat Roland Garcon hatte indes mit dem gesamten historischen Ortskern ein Problem. „Die Hauptstraße schaut aus wie in der ehemaligen DDR kurz vor der Wende“, warf er ein. Über Dekaden sei an der Krone – wie auch an anderen gemeindlichen Gebäuden – nichts gemacht worden. Gemeinderat Hans-Jürgen Saam (CSU) brachte es auf den Punkt: „Wir haben ein Palaver-Problem“. Das Feuerwehrhaus ist bisher nicht am Architekten gescheitert, sondern einzig und allein an der Unfähigkeit des Bürgermeisters und des Gemeinderates“, so Saam.

Mit einer abgeänderten Mietvertragslaufzeit – der Vertrag soll nach Vollendung eines jeden Bauabschnittes gekündigt werden können – wurde der Mietvertrag schließlich, inklusive weiterer kleinerer Änderungen, mit 8:5 Stimmen durchgeboxt. Die CSU hatte komplett dagegen gestimmt.

Vereinsheim für alle

Bei den Verantwortlichen des Arbeitskreises Krone und des Kronen-Vereins ist man erleichtert, dass der Mietvertrag nun abgeschlossen werden kann. „Das Dorfleben spielt sich nunmal zwischen Kirche und Wirtshaus ab“, sagte Dieter Hofmann, Teamleiter des Vereins. Gemeinsam mit Helmut Petschl und Otto Zenk von der Arbeitsgruppe arbeitet er derzeit an den weiteren Ausbaumaßnahmen in der Krone. „Vor der letzten Kommunalwahl haben sich alle Parteien das Thema Krone auf die Fahne geschrieben“, so Hofmann. Nun hoffe er, dass das Kronen-Projekt im aufkeimenden Wahlkampf nicht zu einem Spielball der Kommunalpolitiker wird. Er setzte darauf, dass die notwendige Unterstützung von der Gemeinde, sprich das Geld für Material, auch weiterhin fließe.

„Wir wollen in keinster Weise als Konkurrenz zu den Wirtschaften auftreten, sondern lediglich die Krone zu einer Art Vereinsheim für alle interessierten Dorfvereine umbauen“, erläuterte er. Der dortige Saal soll bei künftigen Veranstaltungen zwischen 200 und 250 Besuchern Platz bieten. Im Juli 2013 hat die Arbeitsgruppe gestartet. Ehrenamtliche sind gerade dabei die Damentoiletten umzubauen, auch einBehinderten-WC wird eingebaut.

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