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Die Glocke in Urspring soll wieder läuten

Die Bewohner der Ortschaft wollen ihren stillgelegten Glockenturm wieder in Betrien nehmen. - 15.06.2019 15:53 Uhr

Die Urspinger und ihr Glockenturm am Wartehäuschen: Bürgermeisterin Rose Stark schaut vor Ort vorbei, um mit den Bürgern die anstehenden Maßnahmen zu besprechen. © Franz Galster


Winfried Keilholz aus Urspring, früher Ortssprecher, hatte einen Zeitungsausschnitt vom 9. Juli 1981 mitgebracht, in dem von der Errichtung einer Unterstellhalle mit Glockenturm berichtet wird. Die Bürger aus Urspring, Pfaffenloh und Eberhardstein beteiligten sich damals daran. Der elektrische Antrieb der Glocke speiste sich über eine Stromleitung von einem nahen Nachbarhaus.

Als dieses 2011 stillgelegt und abgemeldet wurde, verstummte fortan auch die Glocke. Bürgermeisterin Stark wollte zunächst sicher gehen, dass es eine Mehrheit für das Vorhaben der Inbetriebnahme gibt. 17 Bürger, das ist die klare Mehrheit des Ortes, befürwortete dies in einer mitgebrachten Unterschriftenliste.

Für den Antrieb wird Starkstrom benötigt. Dafür soll hinter dem Wartehäuschen zur Straße hin ein Verteiler eingerichtet und so die Verbindung wieder hergestellt werden. Im Wartehaus selbst sind seitlich Schränke eingebaut, die eine Erstausstattung der Feuerwehr für den Notfall bereithalten. Die Idee einer Sirene auf dem Wartehäuschen zu installieren, wurde wieder verworfen. Das Gebäude ist dafür nicht stabil genug. In so einem Schrank befindet sich auch die Zeitschaltuhr für den Glockenbetrieb. Die Schränke sollen künftig versperrt werden.

Drei bis vier Ortsbürger, die vorwiegend erreichbar sind, werden Schlüssel dafür erhalten. Ein Schlüssel soll im gemeindlichen Bauhof verbleiben. Der Zahn der Zeit nagte am Holz von Wartehaus und Glockenturm. Stark gab den Dorfbewohnern die Aufgabe, das Holz zu reinigen und zu überarbeiten. Die Anschlussarbeiten kosten voraussichtlich rund 5000 Euro. Dafür will die Bürgermeisterin im Gemeinderat die Zustimmung einholen.

Neuer alter Mobilfunkmast

Die Aussprache verlief in einem sehr sachlichen und kooperativen Klima. Eine gute Nachricht konnte Stark auch noch mitbringen: Ein bereits vorhandener Sendemast auf dem gegenüberliegenden Hügel, bisher genutzt für Polizei- und Feuerwehr- einsätze, ist auch für den Mobilfunk geeignet. Die Telekom wird das zu eigenen Kosten übernehmen. Damit erhält Urspring eine durchgängige Netz-Versorgung.

Ungelöst ist für die Urspringer das Geschwindigkeitsproblem der Ortsdurchfahrt. Angeregt wurde, von Wannbach kommend die Geschwindigkeit auf der Kreisstraße bereits vor dem Ortsschild zu reduzieren, um dann kontrolliert den Ort zu passieren.

Die Appelle der Urspringer verhallten bei den Behörden bisher ungehört. Hier hat die Bürgermeisterin noch eine ungelöste Aufgabe mitbekommen. 

FRANZ GALSTER

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