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Dienstag, 21.05.2019

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Dringend gesucht: Baugrund in Bammersdorf - auch Jägersburg im Gespräch

Beschwerden über viele Veranstaltungen und Feuerwerk: Bürgermeister spricht von "Unart" - 05.04.2019 13:45 Uhr

Die Jägersburg in Bammersdorf: Im unmittelbaren Umfeld ist ein Baugebiet im Gespräch gewesen, doch der Blick nach Hausen und den dortigen erfolgreichen Bürgerentscheid macht die Gemeinde nervös. © Marquard Och


Ralf Mönius fragte nach dem Stand für ein kleines Baugelände gegenüber der Jägersburg. Bürgermeister Claus Schwarzmann (Bürgerbund) räumte ein: "Der Erwerb ist am Kaufpreis gescheitert – unser Fehler." Somit weise der Flächennutzungsplan hier kein Baugelände aus. Wenn aber ein neuer Antrag käme, würde der vom Marktrat behandelt, sicherte er der Fragestellerin Nicole Endres zu.

Burgbesitzer Johannes Graf Bentzel erinnerte: Zunächst sei ein riesiges Gebiet im Gespräch gewesen, "dem stand die Jägersburg skeptisch gegenüber". Bei der dann "runter gedampften" Fläche "sind wir als Bauherren genannt worden, das waren wir nicht, wir sagen ganz klar, das Projekt unterstützen wir nicht".

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Nur Probleme mit einem Baugebiet in der Nähe der Jägersburg?

Diese Aussagen bezeichnete Schwarzmann als "richtungsweisend" für den Gemeinderat. Die Veranstaltungsstätte Jägersburg würde sich mit jenen, die da bauten, nur Probleme einhandeln. Am Beispiel des per Bürgerentscheid abgelehnten Baugebiets in Hausen gab der Bürgermeister den Rat, solche Entscheide lieber dem gewählten Gremium zu überlassen: "Ich sag’ einfach zu, wenn was eingereicht wird, werden wir in einer Versammlung sehen, ob da eine Ortsabrundung möglich wird oder nicht." In einigen Ortsteilen entstünden Bauplätze, warum in Bammersdorf nicht, hakte Pascal Kube nach; der Familienvater verband sein Bekenntnis zum Dorf mit der Erweiterung der Kita um eine zweite Krippengruppe; ein Vorteil wäre die verkehrsgünstige Lage.

Schwarzmann erklärte: Im dezentralen Konzept mit dann insgesamt 60 Plätzen werde zunächst in Neuses eine Krippe geschaffen: "Kann schon sein dass wir bald mehr brauchen." Eine Erweiterung ist also nicht ausgeschlossen.

Dichte Bebauung sei "zweckvoll"

Nicole Endres erkundigte sich nach dem Stand für Bauflächen im Flurbereich "Lange Beete" am nördlichen Ortsrand, wo die Mehrzahl der Grundstücke in privater Hand sind und einem Sechsfamilienhaus scheibchenweise weitere folgen könnten. "Wohnungen, die wir nicht brauchen", sagte Michael Maier. "Meine Vorstellung von baulicher Entwicklung ist das auch nicht", erwiderte der Bürgermeister, aber einen Zugriff habe die Gemeinde nicht.

Reinhard Lochner sagte: "Wir brauchen Bauplätze." Michael Gößwein beteuerte: "Ich will hierbleiben, aber ich krieg nix." Schwarzmann: "Mit dem Bauausschuss können wir uns alle Ecken nach Baumöglichkeiten ansehen."

Das Umwelttechnik Distler-Areal, in das ein Bauträger acht doppelstöckige Reihenhäuser (für 120 Bewohner) setzen will, hatte Graf Bentzel im Blick; die dichte Bebauung sei "zweckvoll", aber die Gemeinde sollte den Finger dran haben, dass da nicht eine "Bausünde" entstehe, die dem Ortsbild schade. Auch hier sei der Eingriff in die Planung begrenzt, seinen "gestalterischen" Einfluss werde der Marktrat ausüben, versicherte der Gemeindeobere.

Herbert Trautner wollte wissen: "Wird im Gebiet der Eggolsheimer Brunnen Glyphosat gespritzt?" Schwarzmann, gleichzeitig Vorsitzender des Wasserzweckverbands "Eggolsheimer Gruppe" antwortete: Höchstens auf Grundstücken in der Schutzzone III könnte das Pflanzenschutzmittel angewendet worden sein. In Diskussion sei eine strengere Regelung. Alle Grundstücke würden regelmäßig beprobt, auch das Problem "Atrazin im Trinkwasser" sei ausgestanden.

Teures Abwasser?

"Warum ist aber das Abwasser so teuer geworden", fragte Reinhold Lochner. Der Bürgermeister sagte: "Die bisherige Verquickung von Wasser und Abwasser war nicht mehr zulässig." Im Kalkulationszeitraum der kommenden vier Jahre sei der Kubikmeterpreis von drei Euro für Wasser und Abwasser sehr günstig.

Stefanie Braun sprach die gefährlichen Situationen bei der Einfahrt aus Seitenstraßen in die in aller Regel zu schnell befahrene Ortsdurchfahrt an. Es werde eine Verkehrsschau geben, an den neuralgischen Punkten könnte demnächst die "Kommunale Verkehrsüberwachung" mal "blitzen", kündigte Schwarzmann an.

Überhand nähmen die Feuerwerke bei Hochzeiten und anderen Festivitäten in der Jägersburg, kritisierte ein Anwohner. "Eine zunehmende Unart", vertrat der Bürgermeister die gleiche Meinung. Vom Ordnungsamt soll eine Einschränkung überprüft werden.

  

MARQUARD OCH

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