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Ebermannstadt: Feuerwerk bei Spatenstich für Einkaufsmärkte versprochen

Aldi- und Rewe-Markt entstehen im "Oberen Tor" neu - Landrat lobt "weise Entscheidung" - 08.12.2018 08:57 Uhr

Viel Glas und Holz soll verbaut werden für den Aldi- und Rewe-Markt am "Oberen Tor" in Ebermannstadt.

07.12.2018 © Sontowski & Partner Group


Darin waren sich Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) und Landrat Hermann Ulm (CSU) einig: Mit dem Spatenstich und der Entwicklung des Gewerbegebietes "Oberes Tor" stehe der Stadt und den umliegenden Gemeinden eine rosige Zukunft bevor. Ulm, der Ebermannstadt als pulsierendes Herz in der Fränkischen Schweiz bezeichnete, betonte die Vorteile des Standortes für den neuen Rewe- und Aldi-Markt.

"Oftmals liegen Einkaufsmärkte außerhalb und das zieht in Folge die Frequenz aus den Städten." Der Ebermannstädter Stadtrat habe deshalb eine weise Entscheidung getroffen, das Gebiet, auf dem einmal eine Tankstelle und Werkstatt der Familie Göller stand, für die Nahversorgung zu entwickeln.

Café mit Außenterrasse

Wie bereits berichtet, zieht der Aldi-Markt in einen Neubau um und rückt vom bisherigen Platz näher an die Innenstadt. Diesem Bau galt der Spatenstich. Das erste Mal mit einem Einkaufswagen über die 1200 Quadratmeter große Einkaufsfläche fahren, können Kunden voraussichtlich im Spätsommer 2019.

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Spatenstich: "Feuerwerk" im Oberen Tor Ebermannstadt

Am Freitag hat die Stadt zusammen mit dem Investor Sontowski und Partner Group aus Erlangen Spatenstich gefeiert. Elf Millionen Euro fließen in die Entwicklung zweier Einkaufsmärkte im "Oberen Tor".


Dort, wo heute der Aldi-Markt steht, kommt bis Ende 2020 ein Rewe-Lebensmittel-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von knapp 1700 Quadratmetern inklusive der Metzgerei Hübschmann neu hinzu. Der zeitlich versetzte Baubeginn soll eine "Versorgungslücke" vermeiden, so Johannes Pohl von S & P. Erst wenn der neue Aldi-Markt steht, beginnen die Abrissarbeiten am alten Standort und die Bauarbeiten für den neuen Rewe-Markt. Rund 115 Quadratmeter sind für eine integrierte Bäckerei mit Café und Außenterrasse vorgesehen.

So soll der neue Rewe-Markt aussehen.

07.12.2018 © Sontowski und Partner Group


Der Neubau diene als Ergänzung zum bestehenden Rewe-Markt am Kirchenplatz. Beide Märkte werden von der ortsansässigen Familie Mayer geführt. Der bisherige Standort sei im Zuge der Neuplanungen mit einem Mietvertrag bis 2030 gesichert und werde sich verstärkt zum Frischemarkt mit der Metzgerei Hübschmann und einem Café mit 80 Sitzplätzen wandeln.

Investor will Feuerwerk zünden

Zusammen kommen auf dem Gelände damit rund 2850 Quadratmeter Einkaufsfläche, die betont modern ausfalle, so Pohl. Innen wie außen wird viel mit Holz gearbeitet. Gleich von einem "architektonischen Feuerwerk" sprach Matthias Hubert, Geschäftsführender Gesellschafter von S & P. Große Holz- und Glaselemente sollen die Märkte in die Umgebung integrieren und eine Architektur in die Stadt bringen, die es für Einkaufmärkte bisher nur in Österreich gebe. Von einer "fränkischen Fachwerk-Optik" war die Rede. Elf Millionen Euro investiert das Erlanger Unternehmen in die Entwicklung des Gewerbegebietes.

In ihrem Grußwort blickte Bürgermeisterin Meyer zurück auf Jahre der Planung und Diskussion über das Vorhaben. "Es ist ein vermeintlich einfacher Weg, mit Einkaufsmärkten vor die Tore der Stadt zu gehen", sagte sie. Meyer hatte 2012, noch ohne politisches Mandat als Vize-Vorsitzende des Bund Naturschutz, ein letztendlich erfolgreiches Bürgerbegehren gestartet. Es hatte sich gegen die Stadtratsentscheidung, einen Edeka-Markt außerhalb der Innenstadt im Sondergebiet Frühgärten anzusiedeln, ausgesprochen (wir berichteten). Meyer hob, ähnlich wie Landrat Ulm, die innenstadtnahe Lage der neuen Märkte hervor. Die kleinen Händler in der Innenstadt könnten von der neuen Frequenz am Oberen Tor profitieren, so Meyer.

Im Dezember 2016 sind die Pläne für das Projekt erstmals im Stadtrat vorgestellt worden. Die Fertigstellung war damals für November 2018 geplant. Pohl begründete die Zeitverzögerung auf NN-Nachfrage mit dem "komplexen Vorhaben, für das zwei parallele Bebauungsplanverfahren notwendig waren".

Von Anfang an stand das Vorhaben in der Kritik. CSU-Rat Klaus Neuner sah eine Gefahr für bestehende Läden, Zweiter Bürgermeister Sebastian Götz (WGM) blickte kritisch auf das Bäckereicafé. Das Bürgerforum zweifelte am Argument, die Märkte dienten als Frequenzbringer.

Patrick Schroll Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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