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Ebermannstadt: Räte setzen sich bei Bauplan gegen Verwaltung durch

Befreiung von den Plänen trotz anderer Meinung in der Bauverwaltung - 14.05.2021 08:00 Uhr

Schon 2015 haben die Stadträte mit Bürgermeisterin Christiane Meyer einen Rundgang durch Niedermirsberg – hier im Hintergrund mit Kirche – gemacht. Damals haben junge Ortsbewohner Unterschriften für mehr Bauland im Ort an Meyer überreicht.

12.05.2021 © Foto: Marquard Och


In Bezug auf das Baugebiet "Lettenwiesen" hatte Stadtplaner Alexander Ebert dem Gremium klar aufgezeigt, was ihre Vorgänger Ende der 1960er Jahre dort festgesetzt hatten, wo bereits Befreiungen erteilt wurden und wo die Wünsche des Bauwerbers darüber hinausgehen. Hier stand an vorderster Stelle nun dem zweiten Vollgeschoss unter dem Dach die Planung eines zweiten Vollgeschosses im ersten Obergeschosses entgegen – so eine Befreiung wurde hier bisher noch nie erteilt. Dagegen habe es wohl bei anderen Antragstellern Befreiungen von der "dunklen" Dachfarbe, Garagen mit Flachdach oder Überschreitungen der Baugrenzen gegeben. Hier ragt beim aktuellen Bauantrag nun das Wohnhaus um einen Meter, die Doppelgarage sogar um über fünf Meter hinaus.

Der Begründung des Bauherrn, das Nachbargebäude sei ebenfalls mit einem zweiten Vollgeschoss ausgeführt, hielt Ebert entgegen, dass sich dieses Referenzbeispiel innerhalb des festgesetzten "Dorfgebiets" befände, jedoch außerhalb "Allgemeinen Wohngebiets", somit berühre die Planung die Grundzüge des Bebauungsplans, das gemeindliche Einvernehmen sei daher nicht zu empfehlen.

"Abweichungen zu erheblich"

Dem widersprachen allerdings die Stadträte Klaus Neuner und Johannes Obenauf (CSU), Heinrich Sponsel und André Stenglein (WGO-M), 3. Bürgermeister Richard Wiegärtner (FW-BB) und Thomas Dorscht vom Bürgerforum mehrheitlich. Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) sowie zwei weitere NLE-Räte und SPD-Rat Wilhelm Kraupner folgten aber der Empfehlung der Bauverwaltung. "Tut mir leid, die Abweichungen zu den Vorgaben, sind einfach zu erheblich", betonte Erwin Horn. Das letzte Wort wird hier nun wohl das Landratsamt sprechen.

Im anderen Fall Niedermirsberg, dem Abbruch eines Wohnhauses mit Scheune und Neubau eines Wohngebäudes mit Montageraum an gleicher Stelle, schützte die Verwaltung vor: das geplante Pultdach beeinträchtige das Ortsbild, denn die Dachlandschaft sei in der Ortsmitte geprägt von steilen Satteldächern und Walmdächern. Einzig Thomas Dorscht votierte für das Pultdach, im Gewerbegebiet Gasseldorf habe das Gremium ein solches befürwortet.

Dazu Erwin Horn: "Nicht vergleichbar, ich warne davor – wie in anderen Dörfern geschehen – am Dorfplatz ein Pultdach reinzuhauen." Bei neun Gegenstimmen wurde hier dann das Einvernehmen nicht erteilt, das Landratsamt dennoch gebeten, den Montageraum emissionsschutzrechtlich zu beurteilen.

MARQUARD OCH

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