Ein Kindheitstraum geht in Forchheim in Erfüllung

6.12.2016, 16:44 Uhr
Laura Schmidt in ihren „Arbeitszimmer“: dem Platz vor dem Rathaus samt Weihnachtsmarkt.

© Foto: Philipp Demling Laura Schmidt in ihren „Arbeitszimmer“: dem Platz vor dem Rathaus samt Weihnachtsmarkt.

Laura Schmidt hat schon als Kind den Weihnachtsmarkt geliebt. „Ich stand immer da unten und habe dem Weihnachtsengel beim Prolog zugehört“, erzählt die 20-Jährige. „Es war ein Kindheitstraum, einmal selber dort oben zu stehen.“

Die Freude am vorweihnachtlichen Markttreiben lebt bis heute weiter. Jedes Jahr in der Adventszeit trifft sich Laura so oft sie kann mit Freunden an einem der zahlreichen Glühweinstände. Vor ein paar Monaten sah Laura in der Zeitung dann eine Anzeige: Die Stadt sucht für dieses Jahr drei Weihnachtsengel. Die junge Frau, die an der Uni Bamberg Pädagogik mit BWL als Nebenfach studiert, bewarb sich. Sie sprach bei einer dreiköpfigen Jury vor, musste ein Gedicht vortragen und erklären, warum man gerade sie zum Engel küren sollte.

Die Studentin setzte sich gemeinsam mit der 16-jährigen Nina Biermann und der 15-jährigen Johanna Schaffner durch. Lauras Vorteil war unter anderem die Tatsache, dass sie an Auftritte vor Publikum gewohnt ist: Früher hat sie in der Bigband des Herder-Gymnasiums, wo sie 2014 Abitur machte, Trompete gespielt. Zudem ist Laura als Fußballerin beim Stadtteilverein 1. FC Burk aktiv.

Am letzten Novembersamstag hatten Laura, Nina und Johanna, gehüllt in weiße Gewänder, goldene Schals und goldene Haarkränze, gemeinsam mit Oberbürgermeister Uwe Kirschstein dann den Weihnachtsmarkt eröffnet. Seit dem 1. Dezember geht es dann an die nächste Aufgabe, die 24 grünen, nummerierten Fensterläden zu öffnen. Am 1. und 24. Dezember sind sie alle drei dabei, ansonsten wird täglich ein Engel zur Glücksfee. Sind die Fenster offen, kommt der Engel nach unten, zieht ein Los und macht einen Weihnachtsmarktbesucher zum Gewinner.

Laura wird insgesamt acht Mal diese feierliche Zeremonie übernehmen. Der Auftritt selbst ist zwar erst um 18.30 Uhr, doch der Engel muss schon um 17 Uhr da sein: Erst geht es zum Friseur, der Lauras lange blonde Haare in Engelslocken verwandelt. Kurz vor 18.30 Uhr steht die junge Frau dann am Fenster. Unten am Rathausplatz bläst der Nachtwächter in eine Fanfare, ein Scheinwerfer kreist. Wenn er das Fenster anstrahlt, öffnet Laura es und spricht den Prolog. Den Marktbesuchern wird bewusst, dass das Fest näher rückt. Und für Laura Schmidt wird ein Kindheitstraum wahr.

 

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