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Ein ziemlich "grüner" Schwarzer: Walter Hofmann feiert heute 80. Geburtstag

Zum 80. Geburtstag des langjährigen Landtagsabgeordneten: Das Für und Wider in der Politik - 06.12.2019 09:44 Uhr

Ein Urgestein der CSU im Landkreis und viele Jahre im bayerischen Landtag: Walter Hofmann (hier 2009 bei der Kreisdelegiertenversammlung) wird heute 80. © Archivfoto: Roland Huber


Mitte der 1980er hat der gelernte Landwirt (und Vater des heutigen CSU-Abgeordneten Michael Hofmann) den Verband gegründet, eben weil das Klima zwischen Bauernvertreter Paul Ganß und Naturschutz-Obmann Heinz Marquart verhärtet war. "Man darf einen nicht gegen den anderen ausspielen; sich nicht wechselseitig die Schuld zuweisen", ist Hofmann sich nicht nur in diesem Fall sicher. Bei Streuobstwiesen dürfe man nicht gegen die agieren, die sie zu Biotopen werden ließen.

Bei Bahn statt Auto müsse man auch die toten Vögel bedenken, meint Hofmann. Oder: "Windrädern fallen Milliarden Insekten zum Opfer. Auch Stromerzeugung ohne C02-Freisetzung ist nicht schadlos. Jeder muss anerkennen, dass unser Wirtschaften Schäden verursacht. Es wird immer Zielkonflikte geben."

1982, als er in den Landtag einzog, kam er in den Ausschuss für Landesentwicklung und Umweltfragen. "Viele sind damals nicht gern dorthin gegangen", erinnert er sich an Zeiten unter Erwin Huber, Alois Glück und Henning Kaul, "auch wenn das Reaktorunglück von Tschernobyl das beherrschende Thema dieser Jahre war".

Die Umwelt blieb Hofmanns Thema

Gefahren für die Umwelt blieben Hofmanns Thema, in Untersuchungsausschüssen zu Wacker Chemie Burghausen oder zur Quecksilberbelastungen in Marktredwitz, beim Ausbau der ICE-Strecke Nürnberg-Berlin oder – bis zum heutigen Tag – im CSU-Umweltarbeitskreis in Forchheim.

Mit Interesse hat er in der Zeitung gelesen, dass gerade die SPD- und Grünen-Abgeordneten diese ICE-Strecke nutzen. "Wenn wir damals nicht den Mut dazu gehabt hätten...", sinniert Hofmann. Etliche seiner Wähler verstanden nicht, dass er für die schnelle Verbindung von Franken in die Hauptstadt war, obwohl die Trasse nur 200 Meter von seinem Haus entfernt verläuft.

Es hat auch nicht jeder verstanden, dass er seinerzeit um seinen Bauernhof an die 9000 Büsche und Bäume pflanzte. "Ich bin froh, dass ich hier Nachahmer gefunden habe." Bei Spaziergängen mit seinen kleinen Kindern habe er oft von Gewässerrandstreifen oder Blühflecken geredet, erinnert sich seine Frau. Auf sein Credo: "Ökologie muss das Ziel der Landwirtschaft sein" bekam er nicht selten zu hören: "Bist du auch schon ein Grüner?" Für den Sieg im Stimmkreis Forchheim hat es trotzdem für vier Wahlperioden gereicht.

PAULINE LINDNER

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