Innenstadtprojekt

Einkaufstaler nicht nur für die Innenstadt: Forchheim startet mit Stadtgutscheinen

10.6.2021, 12:39 Uhr
Mit Gutscheinen einkaufen oder genießen: das soll das neue Projekt möglich machen. 

Mit Gutscheinen einkaufen oder genießen: das soll das neue Projekt möglich machen.  © Ralf Rödel

Was kann man sich unter den neuen Stadtgutscheinen vorstellen?

Es sind Wertgutscheine, die in beliebiger Höhe gekauft und in allen teilnehmenden Geschäften in der Innenstadt wie auch in den größeren Gewerbegebieten am Stadtrand eingelöst werden können.

Wo kann ich die Gutscheine einlösen?

In allen teilnehmenden Geschäften - und dazu zählen grundsätzlich alle Branchen: Blumenladen, Metzger, Café, Restaurant, Feinkostladen, Schmuckgeschäft, Lebensmittelhandel, Bekleidungsgeschäft, Friseur, Eisdiele und so weiter. Eine Liste der teilnehmenden Geschäfte und Betriebe wird demnächst auf der Internetseite www.stadtgutschein-forchheim.de veröffentlicht.

Zum Start werden es 30 bis 40 Betriebe aus der Innenstadt sein, sagt Boutique-Besitzerin Petra Dietzel im Gespräch mit der Redaktion. Dietzel ist Co-Vorsitzende der Händlervereinigung HeimFOrteil. Der Verein hat die Idee zusammen mit Forchheims Citymanagerin Elena Büttner entwickelt. Dietzel: "Jeder Gewerbetreibende in Forchheim kann mitmachen. Sobald in einem Laden mehrere Nachfragen von Kunden kommen, ob sie den Gutschein auch hier einlösen können, schalten sich weitere Geschäfte auf. Man hat als Teilnehmer nichts zu verlieren, man profitiert ja davon." Auch die Geschäfte außerhalb des Altstadtkerns will die Händlervereinigung ins Boot holen.

In diese Richtung geht das künftige Gutschein-Logo. 

In diese Richtung geht das künftige Gutschein-Logo.  © e-arc-tmp-20210610_115439-1.jpg, NN

Welches Ziel verfolgen Citymanagerin und Händlervereinigung mit dem Projekt?

Forchheim als Einkaufsstadt zu stärken und den Händlern zu helfen - gerade auch nach der monatelangen Corona-Lockdown-Phase. Citymanagerin Elena Büttner ergänzt: "Es fördert den Zusammenhalt und fördert die Identifikation mit der eigenen Stadt. Und das Wichtigste: Es bindet Kaufkraft vor Ort." Für die Händlerinnen und Händler fasst es Petra Dietzel zusammen: "Jeder Euro, der in Forchheim ausgegeben wird, ist gut. Ziel ist es, das Geld in Forchheim zu behalten."

Wo kann ich die Gutscheine erwerben?

Als Verkaufsstellen geplant sind Sparkasse und Volksbank oder die Tourist-Info Forchheim. Auch in Tankstellen möchte HeimFOrteil den scheckkartengroßen Gutschein verkaufen und damit auf dem lokalen Markt auch gegen Gutscheine wie die vom weltweiten Internetversandhandel Amazon konkurrieren.

Nicht Amazon, aber Forchheim

"Es soll eben nicht der Amazon-Gutschein werden, sondern der für die Stadt Forchheim", sagt Dietzel. Die Gutschein-Karte ist nicht wieder aufladbar und nach dem Gebrauch nicht mehr zu gebrauchen. Die Karten bestehen aus einer Art Gras, sind bedruckt und können recycelt werden, so Dietzel: "Wir haben bewusst keine Plastikkärtchen gewählt, sondern eine umweltfreundlichere Variante."

Alternativ kann der Gutschein auch über die Internetseite www.stadtgutschein-forchheim.de erworben und digital im Handy abgespeichert oder auf Papier ausgedruckt werden. Beim Einlösen reicht es aber, die Karte digital vorzuzeigen. Nicht nur Stadt- oder Landkreisbürger sollen bestenfalls zum Gutschein greifen. Auch die Touristen hat die Händlervereinigung im Blick. Außerdem: Ortsansässige Firmen oder Vereine könnten den regionalen Wirtschaftskreislauf unterstützen, indem sie bei Präsenten für Arbeitnehmer oder Mitglieder auf den Stadtgutschein setzen, so die Hoffnung der Initiatoren.

Die einstige Werbegemeinschaft Forchheim, die sich im Zuge der Gründung von HeimFOrteil aufgelöst hat, hatte bereits über ein paar Jahre Gutscheinkarten verkauft. Neu beim jetzigen Konzept ist, dass sie auch digital erworben werden können.

Wann startet der Verkauf?

Das Marketingkonzept stehe bereits. Dazu zählen Plakate und Aufkleber, die vor teilnehmenden Geschäften auf das Projekt und Einlösen im Laden aufmerksam machen. "Es scheitert im Moment aber noch an der Einbindung der Zahldienstleister", sagt Dietzel. Über die Dienstleister wird die Bezahlung abgewickelt, beispielsweise beim Kauf über das Handy. In diesem Sommer noch soll der Stadtgutschein aber an den Start gehen.

Wird es eine besondere Aktion zum Projektstart geben?

Ja. Die ersten 5000 Gutscheine zu je zehn Euro können für 7,50 Euro gekauft werden. Das erinnert an das Konzept der Annafest-Taler. Auch bei ihnen hält der Käufer einen Einkaufswert von zehn Euro in der Hand, zahlt aber nur 7,50 Euro. Bei den Annafest-Talern teilen sich die Differenz von 2,50 Euro Sparkasse, Wirte und Schausteller sowie die Stadt Forchheim auf. Beim Stadtgutschein übernimmt die Stadt komplett die Differenz für die 5000 Gutscheine und bezuschusst den Projektstart mit 12.500 Euro. Eine weitere Sonderaktion kann sich die Händlervereinigung auch zur Weihnachtszeit vorstellen. Damit vom vergünstigten Start-Angebot möglichst viele profitieren, plant HeimFOrteil eine Obergrenze pro Person für den Kauf der geförderten Gutscheine.

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