Montag, 18.11.2019

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Eltern können sich Mittagessen für ihre Kinder nicht leisten

Langensendelbach will für Bedürftige Kosten für die Mittagsbetreuung übernehmen - 24.10.2019 19:13 Uhr

Nicht alle Eltern können die Kosten für die Mittagsbetreuung ihrer Kinder stemmen. © Foto: Stefan Hippel


Bisher gibt es im Betreuungsvertrag bei der Mittagsbetreuung keine Regelung für eine Ermäßigung aus sozialen Gründen, berichtete Bürgermeister Oswald Siebenhaar in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das soll sich jetzt ändern.

Es gebe in der Gemeinde immer wieder Sozialfälle, die nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten in der Lage sind, die Gebühren für die Mittagsbetreuung aufzubringen, obwohl die Eltern einer Arbeit nachgehen. Sind Kinder in der Mittagsbetreuung davon betroffen, übernimmt nicht das Landratsamt die Beiträge, wie das beim Kindergarten der Fall sei. Die Gebühren müssen die Betroffenen selbst aufbringen, da die Mittagsbetreuung Teil einer schulischen Einrichtung ist. Der Kindergarten hingegen ist eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe des Amtes. Aus diesem Grund besteht kein Anspruch auf Übernahme der Kosten aus Jugendhilfemitteln.

Dass das nicht nur in Langensendelbach ein Problem ist, erklärte Siebenhaar. So habe die Stadt Erlangen bereits im Juni beschlossen, bedürftige Eltern von der Zahlung der Gebühren freizustellen und das Defizit der Einrichtung zu übernehmen.

Die Scham ist groß

"Wir können doch keinen von der Teilhabe an der Mittagsbetreuung ausschließen, wenn er durch die sozialen Maschen rutscht", so Siebenhaar. "Die Eltern können noch so fleißig sein und trotzdem reicht das Einkommen hinten und vorne nicht, um ihre Kinder die Mittagsbetreuung zu bezahlen. Gerade die Alleinerziehenden Eltern trifft es am härtesten", so Siebenhaar. Die Gemeinderäte wollten wissen, warum sich betroffene Eltern nicht bei der Gemeinde melden und wie hoch die Beiträge für die Mittagsbetreuung sind. Es handele es sich um Beträge zwischen 30 und 80 Euro im Monat, die Menschen schämten sich, als Bittsteller zur Gemeinde zu gehen, so Siebenhaar.

"Wir müssen den Leuten helfen", sagte Gemeinderätin Heike Mühlbauer. Einstimmig ist beschlossen worden, dass die Gemeinde auf Antrag die Befreiung von den Kosten für die Mittagsbetreuung gewährt, sofern die Eltern ihre Bedürftigkeit bei der Gemeinde nachweisen können.

KARL HEINZ WIRTH

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