Freitag, 26.02.2021

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Erste Hilfe: Schüler erarbeiten ein Konzept für Oberfranken

Gymnasiasten aus Ebermannstadt haben das Material schon in der Schublade - 22.02.2021 07:56 Uhr

Hanna Knoll präsentiert an einer Puppe die richtigen Schritte für eine Reanimation mit dem Defibrillator.

21.02.2021 © Foto: Thomas Hylla


Der Gedanke kam bei der Schulleitung um Siegfried Reck sehr gut an. "Dass dann die Ausweitung auf alle oberfränkischen Gymnasien ins Spiel kam, war für die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars ein zusätzlicher Motivationsschub", freut sich Hylla, der mit seinen Plänen in Ebermannstadt auf vorhandenes Basiswissen bauen kann.

"Fast die Hälfte der 13 Teilnehmer des P-Seminars sind in der Wasserwacht, der Feuerwehr, beim Roten Kreuz oder bei den Maltesern bereits ehrenamtlich aktiv, die wissen bereits, worauf es bei der Ersten Hilfe ankommt." Auch für die Schulleitung sei es sehr wichtig, "dass wir hier das Interesse am Ehrenamt stärken". Vorgesehen war das komplette Seminar am GFS für das Schuljahr 2019/20; der Projektabschluss erfolgte nun aufgrund der aktuellen Umstände im Januar 2021.

Kein Hexenwerk

Die Schülerinnen und Schüler fertigten Präsentationen, Lehrfilme, Anleitungen und auch sehr praxisnahe Fotos mit "geschminkten" Wunden an, die sehr realistisch aussehen: "Für die 5. Klassen haben wir da schon entsprechende Hinweise ausgearbeitet", so Hylla.

Das P-Seminar hilft so demnächst dabei, in einem kleinen, aber sensiblen Bereich den Unterricht der unteren Jahrgangsstufen vorzubereiten. Derzeit finden noch keine Unterrichte zum Thema Erste Hilfe statt und auch wenn dies möglich ist, werden, so Hylla, die praktischen Vorführungen wie etwa das Reanimationstraining nicht machbar sein. Die Schüler sollen aber lernen, wie sie sich bei einem Erste-Hilfe-Fall verhalten sollen.

"Das ist kein Hexenwerk, denn zur Ersten Hilfe zählen auch einfache Sachen wie das Absetzen eines Notrufes. Die Schülerinnen und Schüler stehen im Unterricht nicht in der Gruppe herum, sondern sind aktiv dabei, auch wenn es nur vermeintliche Kleinigkeiten sind, wie etwa den Verletzten als Ansprechpartner zu unterstützen." Hylla ist Rettungssanitäter im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz und als Ausbilder für Erste Hilfe beim BRK Forchheim ehrenamtlich tätig. "Wir wollten ursprünglich mit diesem Projekt an unserer Schule bleiben, doch dann kam der Schulleiter und schlug vor, mit der Ministerialbeauftragten Kontakt aufzunehmen und eine Ausweitung auf die oberfränkischen Gymnasien anzubieten."

Heuer nicht mehr

Die Anregung kam gut an, eine Veranstaltung für die oberfränkischen Gymnasien war geplant, doch dann kam der Lockdown: "Das wird wohl heuer nichts mehr werden", sieht Hylla die Lage realistisch. "Wenn wir es aber fachlich unterbekommen, dann hoffen wir auf das kommende Jahr, auch wenn dann der Fokus zunächst ganz klar auf den Basisfächern liegen wird." Das Grundkonzept, das sich etablieren soll, steht in Ebermannstadt bereit. Falls es mit der Implementierung an den oberfränkischen Gymnasien klappt, dann "bekommt die Lehrkraft das Material von der Schulleitung, der Rest ist dann Feinkosmetik," so Hylla. "Ab der 5. Klasse erfolgt ein sukzessiver Aufbau auf Basis der Altersentwicklung. Wir wollen das Interesse an Erster Hilfe wecken und erreichen, dass auch Schüler/innen schnelle Hilfe leisten können".

Hylla hegt die Hoffnung, "dass jeder Schüler diese Kurse durchläuft". In Österreich sei dies in einigen Regionen bereits Pflicht. Die Teilnehmer des P-Seminars am GFS finden ihre Mitarbeit im Abiturzeugnis gewürdigt wieder.

STEFAN BRAUN E-Mail

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