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Erzbischof Schick weiht Kirchenglocken in Geschwand

Die Lebenden rufen, die Toten beweinen, die Blitze brechen - 07.08.2017 18:43 Uhr

Es war ein Tag, der in die Kirchengeschichte eingehen wird. Die Filialkirche konnte die vielen Gläubigen kaum fassen, die aus Anlass der Weihe der Glocken Florian, Cäcilia und Maria nach Geschwand geströmt waren. © Heidi Amon


Es war ein würdevolles Ereignis für das kleine Juradorf, das sicher in seine Kirchengeschichte eingehen wird. „Denn Glockenweihen sind seltene Feste und etwas ganz Besonderes, die nur alle paar Jahrzehnte, vielleicht sogar alle paar 100 Jahre vorkommen“ sagte Altbürgermeister Willi Müller.

Für Erzbischof Ludwig Schick dem ein herzlicher Empfang bereitet wurde, war dieser Tag ein freudiger Anlass zum ersten Besuch in Geschwand. Galt es doch, gleich drei neue Glocken in einem feierlichen Ritus zu weihen. Gemeinsam mit Ortspfarrer Werner Wolf hatte der Bamberger Oberhirte den Pontifikalgottesdienst zelebriert, zu dem noch einmal die alten Glocken riefen und der von der Singgruppe Geschwand unter Ludwig Ebenhack und von Organist Richard Mager mit Chor- und Orgelmusik sehr schön mitgestaltet wurde.

„Gemäß dem mittelalterlichen Glockenspruch ,Die Lebenden rufe ich, die Toten beweine ich, die Blitze breche ich‘, sollen die neuen Glocken an den Himmel erinnern“, so der Erzbischof. In einer feierlichen Zeremonie wurden die mit Blumen in Kirchenfarben Gelb und Weiß geschmückten neuen Glocken mit Weihwasser, Weihrauch, Weihegebet und Chrisam geweiht, wobei der Erzbischof mit dem Bischofsstab die Glocken erstmals anschlug.

Die bronzenen Meisterwerke der Glockengießerei Perner aus Passau haben Namen. Die kleine ist nach dem Heiligen Florian benannt, die mittlere trägt den Namen der heiligen Cäcilia und die größte ist der Kirchenpatronin, der heiligen Maria, gewidmet. Wunderschön gestimmt sind sie auf die Töne „ges“, „es“ und „des“.

Begonnen hatte der Weihetag mit einem Festzug mit der Geistlichkeit, politischen Vertretern, Ortsvereinen und Vereinen der Großgemeinde Obertrubach mit ihren Fahnenabordnungen sowie zahlreichen Gläubigen vom Schmetterling-Betriebsgelände bis zur Kirche. Die Blasmusik der Jugendblaskapelle St. Laurentius begleitete stimmungsvoll. Es waren mehr als 500 Leute, die zur Glockenweihe strömten. Bald konnte das kleine Gotteshaus die Gläubigen nicht mehr fassen, so dass vor der Kirche Bänke aufgestellt wurden und Lautsprecher die Ansprachen und Predigten nach draußen übertrugen. Begrüßungsreden vom stellvertretenden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Markus Habermann und Bürgermeister Markus Grüner beschworen das Geläut der neuen Glocken für den Frieden.

Pfarrer Wolf nahm den Weihetag zum Anlass, den vielen Spendern zu danken. Vor allem Kirchenrat Erwin Arnold mit Ehefrau Anna, dem Hauptinitiator der klangvollen Anschaffung.

Heidi Amon

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