Es gibt eine Lösung für den Rathausumbau in Effeltrich

12.5.2021, 09:00 Uhr
Das Rathaus in Effeltrich. Ein Vorschlag aus Poxdorf steht nun im Raum: Die Gemeinde Effeltrich soll wieder Alleineigentümerin werden und die VG die benötigten Räume – wie andernorts – anmieten.

Das Rathaus in Effeltrich. Ein Vorschlag aus Poxdorf steht nun im Raum: Die Gemeinde Effeltrich soll wieder Alleineigentümerin werden und die VG die benötigten Räume – wie andernorts – anmieten. © Berny Meyer

Mit zehn zu drei Stimmen schloss sich der Effeltricher Rat dem von Poxdorf präferierten Vorschlag an.

Danach erwirbt Effeltrich das Alleineigentum am Verwaltungsgebäude, zahlt den Poxdorfer Anteil als Teil der VG Effeltrich aus und übernimmt ab dann die alleinige Verantwortung für den Umbau. Dafür zahlt dann künftig die VG für die von ihr genutzte Fläche eine ortsübliche Miete. Nicht ganz klar ist, ob dabei von 550 oder 600 Quadratmetern ausgegangen werden muss.

"Ich kann sehr gut damit leben; die Freien Wähler haben diese Lösung vorher schon präferiert", kommentierte Bürgermeister Peter Lepper (FW) die Entscheidung. Er sieht noch einen Vorteil: Zwar trage Effeltrich nun die Kosten alleine, aber es müsse auch niemanden fragen, wenn Maßnahmen nötig wären. Poxdorfs Bürgermeister Paul Steins (CSU) steht nach Lepper hinter dieser Lösung. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Poxdorf nochmals umgeschmissen wird", meint er. Wenn dem so sein sollte, hätte der Konflikt zwischen den beiden Gemeinden ein Ende. 

Wert neu berechnet

Den Wert des Gebäudes hat man nochmals nachgerechnet. Inklusive der Postfiliale seien es 817 000 Euro. Der Wertanteil der VG, die zu einem Drittel Eigentümer ist, beläuft sich demnach auf 286 000 Euro. Nach Einwohnern aufgeteilt, entfallen davon auf Poxdorf 106 000 Euro.

Jens Herzog (FW) sagte: "Poxdorf hat uns die Hand gereicht." Denn ursprünglich wollte die Nachbargemeinde sogar mehr Eigentumsanteil am Verwaltungsgebäude. Die neue Lösung rentiere sich für Effeltrich über die Mietzahlung.

Vor der Abstimmung aber stiegen die Effeltricher Ratsmitglieder in eine Grundsatzdiskussion ein, ob nicht der geplante Umbau auf den Prüfstand müsse, weil sich nun die Eigentumsverhältnisse ändern würden. Bettina Brechelmacher (DEL) sprach von einer "utopischen Höhe" der Umbaukosten. Begonnen habe man mit 800 000 Euro, jetzt stehe das Doppelte im Raum. Wegen des Eigentumsausgleichs müsse man das Vorgehen komplett neu aufrollen.

Saalbau kostet 300 000 Euro

Ein Neubau eines Verwaltungsgebäudes mit Sitzungssaal wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Johannes Steinert (CSU) dröselte das Umbaukonzept auf. Die genannten 800 000 Euro seien eine alte Berechnung, ohne neuen Sitzungssaal und Umbau des Dachgeschosses. Der Saalbau sei mit 300 000 Euro angesetzt. Durch die Komplettlösung schaffe man mehr Büroräume, wenn der Saal im Erdgeschoss angebaut wird. Lepper hält mehr Arbeitsräume in Zukunft für nötig. Er erwartet mehr Aufgaben für die VG und damit mehr Personal.

Auch Benno Messingschlager (FW) war nicht glücklich über die gesamte Vorgehensweise, vor allem, dass man einfach den Aufzug eingebaut habe. Von Oswald Werner (CSU) fing sich Brechelmacher weitere Kritik ein. Er monierte, dass die DEL-Fraktion keinen Vorschlag zum Rathausumbau gemacht habe. Es scheint so zu sein, dass es zwar einen Vorschlag gab, dieser aber in der Abstimmung unterlegen ist.

Keine Kommentare