Farbiges Licht, Sonnendeck, Bäume, Wasser und mehr: Das ist der neue Paradeplatz Forchheim

Patrick Schroll
Patrick Schroll

stv. Redaktionsleiter Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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5.3.2021, 12:03 Uhr
So schaut der Paradeplatz in Forchheim im Jahr 2023 aus.

So schaut der Paradeplatz in Forchheim im Jahr 2023 aus. © grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb

Sitzbänke und Sonnendeck: Sitzbänke sind über den kompletten Platz verteilt angeordnet. Fünf große Bänke mit einer Länge von vier Metern sind als Doppelbänke geplant. Entlang der Tiefgaragenein- und ausfahrt gibt es eine langgezogene Sonnenliege mit entsprechender Tiefe. Den Bereich bezeichnen die Architekten als "Sonnendeck". Zwischen Bäumen und in ihrem Schatten laden die Plätze zum Lesen, Ausruhen oder zu einem Plausch ein. Der Platz trennt sich mit Stufen vom Straßenbereich ab. Entlang dieser Stufen entstehen weitere Sitzmöglichkeiten mit Bänken auf zwei unterschiedlichen Höhen aber einer gemeinsamen Lehne. Der eine Blick geht in Richtung Paradeplatz, der andere in Richtung Bushaltestellen. Für Schatten sorgen auch in diesem Bereich Bäume. Mit Lichtbändern unter den Sitzgelegenheiten heben sich die Bänke auch nachts vom Platz ab.

Bäume: Mehr als bisher werden auf dem neuen Platz für Schatten sorgen. Die ausgewählten Bäume werden bereits in der Baumschule vorkultiviert. "Sophora japonica" heißt das Gewächs: besser bekannt als japanischer Schnurbaum, gelegentlich auch als Honigbaum bezeichnet. Honigbaum deshalb, weil die Blüten im August eine begehrte Bienenweide sind. Auf dem Platz sind 20 Bäume vorgesehen, weitere 16 kommen in der Umgebung dazu. Davon die meisten entlang der Bushaltestellen, zwei am Kreisverkehr in Richtung Marktplatz. Das Pflaster rückt knapp an die Baumrinde heran, so soll der Platz als Fläche besser wirken. Für die Belüftung und Bewässerung sorgen nicht nur ein Substrat im Untergrund, sondern Löcher in den Pflasterplatten.

Wasser: Im Bereich der Alten Wache spritzen zwölf Fontänen in die Höhe. Das Wasserspiel wechselt sich automatisch ab, ist nachts beleuchtet, und kann auch abgeschaltet werden, wenn dies zum Beispiel für Veranstaltungen auf dem Platz gewollt ist. Der Bereich ist randlos und begehbar.

Fische: Forchheims Forellen tauchen in den Platz ein und wieder auf. Die vorgeschlagenen Skulpturen (maximal 2,5 Meter lang und 60 Zentimeter hoch) dienen als Spielmöglichkeit für Kinder, sind aber gleichzeitig auch als Kunstwerk zu verstehen. Die Stadträte waren von der Idee der Planer begeistert.

Licht: Die historischen Fassaden rings um den Platz (ausgenommen die Neubau-Süd-Seite mit Supermarkt und Geschäften) soll nachts in Szene gesetzt werden. Auch die Bäume werden bestrahlt, wie auch die Mariengruppe. Im Winter mit kaltem, im Sommer mit warmem Licht. "Im Sommer ist der Platz heller als im Winter, weil das Licht von den Blättern der Bäume abstrahlt", sagt Michael Müller. Er ist für das Lichtkonzept verantwortlich. Müller ist Dozent an der Fachhochschule Coburg und hat zusammen mit Studenten Forchheim bereits zwei Mal mit Licht in Szene gesetzt, zuletzt den Stadtpark.

Drei acht Meter hohe Lichtstelen sorgen für die vorgeschriebene Grundbeleuchtung bei Nacht. In ihnen sind drehbare Spots integriert. Sie können Fassaden anstrahlen, aber auch individuell eingestellt werden und so beispielsweise Marktstände oder Bühnen zusätzlich beleuchten. Das Licht der Stele kann zu besonderen Veranstaltungen oder Tagen farbig eingestellt werden. Die Lichtgestaltung am Paradeplatz soll später auch entlang der Fußgängerzone bis hin zum Rathausplatz fortgeführt werden. Die Lichtarchitektur wäre dann aus einem Guss. Einen Masterplan für ein Lichtkonzept hat der Stadtrat bereits im Dezember 2019 verabschiedet.

Dabei hat Müller mehrere Blickachsen im Blick: die zwischen der fürstbischöflichen Kommandantur und der Alten Wache - beide Gebäude stehen sich gegenüber, mit dem Platz in der Mitte -, der Blickwinkel in die zwischen Platz und Fußgängerzone sowie zum Marktplatz hin.

Kultur- und Marktfläche: Der Paradeplatz lässt sich künftig in unterschiedlichen Varianten bestuhlen. Für Großveranstaltungen mit Bühne und mit bis zu 600 Sitzgelegenheiten, aber auch für kleinere Vorhaben. Eine Bühne kann dafür an unterschiedlichen Stellen platziert, das Wasserspiel sogar integriert werden. Ansonsten bieten die Markthändler ihre Produkte feil: Beim Bauernmarkt (2. und 4. Freitag im Monat mit insgesamt 12 Marktständen), beim Wochenmarkt am Freitag (drei Marktstände) oder beim samstäglichen Wochenmarkt (sieben Marktstände). Für Strom- und Wasseranschlüsse ist gesorgt.

Bushaltestellen: Die Durchgangsstraße sollen langfristig nur noch Busse befahren. Bisher ist nur eine Haltestelle überdacht, künftig haben alle vier ein Dach und mindestens eine Rückwand, manche auch Seitenwände, zum Schutz vor dem Wetter. Eingehaust sind die Wartebereiche in Glas, ergänzt um Streben, die an die Fachwerkoptik der Umgebung angelehnt sind. 25 Sitzplätze und Platz für drei Rollstühle sind es nach dem Umbau.

Infopunkt: An der Ecke zur Fußgängerzone entsteht ein überdachter Treffpunkt für Besucher der Stadt. An einer Info-Stele sollen sich Touristen über Forchheim informieren können. 16 Fahrradplätze stehen bereit. Weitere sind im Gespräch. Zudem können Fahrer ihr E-Bike dort aufladen.

Gastronomie: Ein steter Begleiter ist die Gastronomie. Eine Bestuhlung ist wie bisher vor der Alten Wache möglich, aber auch entlang der nördlichen Häuserzeile.

Zeitplan: Baubeginn für das 8,4 Millionen-Euro-Projekt ist September. Vorarbeiten wie das Verlegen von Strom- und Wasserleitungen erfolgen noch im Frühjahr. Der Umbau soll in insgesamt drei Bauabschnitten bis 2023 abgeschlossen sein. Danach will die Stadt den seit Jahren geplanten Umbau der Hornschuchallee angehen.

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