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Samstag, 15.08.2020

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Fitnessbereich und Parcours: Park am Forchheimer Streckerplatz wird neu gestaltet

Spielplatz und Karussell: Umgestaltung zum Mehrgenerationenpark kostet eine Viertelmillion Euro - 13.07.2020 04:57 Uhr

Der Streckerplatz in Nachbarschaft zum Landratsamt ist zwar grün, soll aber noch attraktiver und stärker als bisher von Menschen von 0 bis 100 Jahren genutzt werden. Das wünscht sich die Stadt und will das Areal auf Vordermann bringen.

© Foto: Edgar Pfrogner


Ein Platz für Menschen von 0 bis 100 Jahren entsteht am Streckerplatz. So fasste Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) das Vorhaben der Stadt, den Streckerplatz in einen so genannten Mehrgenerationenpark zu verwandeln, zusammen. Bisher ist der Platz noch nicht attraktiv genug, als dass er die Menschen anziehen würde, so die Meinung der Stadträte in der jüngsten Sitzung des Haupt-, Personal- und Kulturausschusses.

Bänke, ein paar Spielgeräte, ein Sandkasten, eine Tischtennisplatte, ein Denkmal und ansonsten viel Grün: so präsentiert sich der Platz bisher. Die geplante Auffrischungskur kostet die Stadt rund 234 000 Euro, wobei Städtebaufördermittel von der Regierung erwartet werden. Das Konzept entworfen hat Grünamtsleiter Herbert Fuchs.

Nachher: Der gleiche Platz im Juni 2020, nachdem die Stadt Hand angelegt hat. Das Café Marmelädchen hat hier jetzt eine Außenbestuhlung.

© Archivfoto: Ulrich Schuster


Joseph-Otto-Platz jüngst eingeweiht

Es ist das zweite Projekt, das die Stadt in Eigenregie umsetzen will. 2019 starteten die Stadtmitarbeiter bereits mit dem Joseph-Otto-Platz in Forchheim-Nord. Dieser ist jüngst eingeweiht worden. Er dient (wieder) als Grün- und Begegnungsfläche. Ein Teil des neu gestalteten Areals wird vom anliegenden Café Marmelädchen bespielt (wir berichteten). 

Vorher: Der Joseph-Otto-Platz im Norden der Stadt vor der Umgestaltung. Das Bild ist im Januar 2018 entstanden.

© Archivfoto: Ulrich Schuster


Die Idee der Mehrgenerationenparks geht auf einen Antrag der CSU-Fraktion zurück. Weil die Stadt bei der Umgestaltung auf die eigenen Mitarbeiter setze, lasse sich Geld sparen, so Fuchs. Das Vorhaben am Streckerplatz komme der Stadt demnach um gut die Hälfte günstiger.

Das sind die vorgesehenen und vom Stadtrat genehmigten sieben Neuerungen am Streckerplatz:

1. "Platz der Begegnungen":

In der Mitte des Platzes, aktuell stehen dort ein Sandkasten mit zwei Spielgeräten, entsteht der "Platz der Begegnungen". "Das soll ein zentraler Platz mit Sitzbänken, Tischen und Mülleimern werden. Alle Generationen sollen sich dort treffen", so Fuchs.

2. Kleinkinderspielplatz:

In direkter Nachbarschaft, damit die Eltern auch ein Auge auf ihren Nachwuchs werfen können, entsteht ein Spielplatz für Kleinkinder. "Dieser Bereich ist am weitesten von den Straßen entfernt", sagt Fuchs. Entstehen könnte dort ein Sandspielhäuschen.

3. Mehrgenerationen-Karussell:

Um dem Motto "Mehrgenerationenpark" gerecht zu werden, entsteht in Nachbarschaft zum Platz der Begegnungen ein Karussell, in dem gleichzeitig Kinder, Erwachsene aber auch Rollstuhlfahrer einen Platz finden.

4. Spielplatz für Kinder bis 14 Jahren:

In Richtung Verwaltungsgebäude Landratsamt haben ältere Kinder ihren Platz. Die dürfen dort, so Fuchs, gerne etwas lauter sein. Das störe in der näheren Umgebung niemanden. Im Blick hat Fuchs einen Turm aus Holz mit einer Verbindungsbrücke. Auf dem Turm können sich die Jugendlichen ausprobieren und austoben.

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5. Balancier-Parcours für alle:

Unabhängig vom Alter können Besucher ihren Gleichgewichtssinn bei einem Balancier-Parcours auf Probe stellen. Er ist im südlichen Bereich des Platzes, zur Schönbornstraße hin, geplant. Bisher liegen dort Wegeplatten, die für den Parcours überbaut werden.

6. Sport- und Fitnessbereich:

Angrenzend zum Parcours ist Platz für sportlichen Wetteifer. Gestänge aus Stahl können für das Training mit Eigengewicht genutzt werden. In der Gestaltung will sich Fuchs an der vorhandenen Anlage auf der Sportinsel orientieren.

7. Freifläche und Denkmal:

Stehen bleibt das Braunauer-Denkmal, eine Steinsäule. Um sie herum bleibt es grün. Die Wiese kann zum Spielen oder Picknicken genutzt werden, so die Vorstellung.

Auf Seite des Nürnberger Tors erhält der Park zwei barrierefreie Zugänge. Die auf dem Platz vorhandene Tischtennisplatte bleibt erhalten. Dafür hat Stadträtin Martina Hebendanz (CSU) geworben. Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) warb für Fahrradständer.

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Mit der Idee, auf der Schotterfläche links und rechts vor dem Nürnberger Tor je eine Boule-Bahn entstehen zu lassen, konnten sich nicht alle Stadträte anfreunden. Thomas Werner (CSU) sah einen Konflikt mit dem denkmalgeschützten Tor, während Melanie Rövekamp (FGL) von der Bahn-Idee wie vom Gesamtentwurf "begeistert" war. Die 2008 im Stadtpark entstandene, aber längst mit Gras überwachsene Bahn, könne dafür reaktiviert werden, schlug Fuchs als Kompromiss vor.

"Ein großes Problem in Forchheim"

FW-Rat Manfred Hümmer ist der neue Streckerplatz "zu überladen". Ihm fehlt eine grundlegende Diskussion um Plätze für Jugendliche. "Unsere innerstädtlichen Parks sind nicht sonderlich frequentiert." Er schlug vor, Bereiche für Ballsportarten zu schaffen. "Wir müssen das Thema Jugendliche und Flächen in der Innenstadt aufgreifen." Unterstützung erhielt Hümmer von SPD-Rätin Ute Samel. "Jugendliche wissen nicht, wo sie hingehen können. Das ist ein großes Problem in Forchheim."

Josua Flierl (CSU), Jugendbeauftragter der Stadt, konnte die Kritik nicht nachvollziehen. "Über das Stadtgebiet verteilt gibt es genug Möglichkeiten, auch überdachte Treffpunkte. Problem sind manchmal auch die Nachbarn, die nach 22 Uhr sofort die Polizei rufen und die Jugendlichen vertreiben." Volleyballfelder, Bolzplätze, Grillplätze und Co: "Das Umfeld muss auch wollen, dass sich Jugendliche dort treffen."

Grundlegend vermisse Thomas Werner auf Spielplätzen öffentliche Toilettenanlagen. Die nächsten WCs zum Streckerplatz befinden sich in der Tiefgarage und im Klosterpark.

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