Positiver Trend

Forchheim: Arbeitslosenquote liegt bei 2,8 Prozent

4.8.2021, 07:00 Uhr
Nur wenige Menschen brauchen derzeit die Hilfe der Agentur für Arbeit.

Nur wenige Menschen brauchen derzeit die Hilfe der Agentur für Arbeit. © Uwe Anspach, dpa

Auch im gesamten Gebiet der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg hat sich die Arbeitslosenquote leicht auf 3,3 Prozent reduziert (Vorjahresmonat 3,8 Prozent). Zum Schuljahres- und Ausbildungsende steigt in den Sommermonaten normalerweise kurzfristig die Zahl der Arbeitslosen, da sich Jugendliche zur Überbrückung arbeitslos melden. Doch der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzte sich im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg in diesem Jahr dennoch im Juli leicht fort.

Auch im Landkreis Forchheim setzte sich im Juli der Abbau der Arbeitslosigkeit um 14 Menschen (- 0,7 Prozent) leicht fort. Am Ende des Monats waren 1910 Personen arbeitslos registriert, 123 oder 6,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Es verloren 21,0 Prozent weniger Frauen und Männer ihre Beschäftigung als in 2020, während 6,6 Prozent mehr einen neuen Arbeitsplatz fanden.

Mehr junge Arbeitslose

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren erhöhte sich im letzten Monat um 15,1 Prozent bzw. 24 Personen auf 183. Seit dem letzten Jahr sind es jedoch 22,1 Prozent (- 52) weniger geworden. Im Juli kommt es regelmäßig zu vermehrten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen, die nach Abschluss der Berufsausbildung nicht übernommen wurden oder Abgänger von allgemein- und berufsbildenden Schulen waren.

Die Arbeitslosenquote liegt bei 2,8 Prozent (Juni 2,9 Prozent, Vorjahr 3,0 Prozent). Das ist Vollbeschäftigung. Per Definition spricht man von Vollbeschäftigung ab einer Quote von unter 3,0 Prozent.

In den vergangenen vier Wochen meldeten Betriebe im Landkreis Forchheim dem Arbeitgeberservice 336 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote, 71,4 Prozent (+140) mehr als im Juli 2020. Im Stellenpool sind aktuell 1099 Offerten, 55,7 Prozent beziehungsweise 393 mehr als vor einem Jahr.

Rückgang gegen den Trend

Und so schätzt Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt ein:

„Mit dem Start in die Sommerferien erhöht sich für gewöhnlich die Arbeitslosigkeit leicht, da sich Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen übergangsweise arbeitslos melden und Zeitverträge zur Jahresmitte auslaufen. Heuer verzeichnen wir jedoch einen weiteren Rückgang. Seit Monaten ist der Fachkräftebedarf wieder stabil auf Vorkrisenniveau. Viele Jugendliche wurden daher direkt nach ihrer Ausbildung übernommen. Zeitverträge wurden verlängert oder sogar entfristet. Wiedereinstellungen in der Gastronomie und im Tourismus sind noch im vollen Gange. Es bieten sich auch zunehmend Chancen für Helfer."

Jedoch hielten sich hier Beschäftigungsaufnahmen und Entlassungen die Waage, da sich ihnen, anders als für Fachkräfte, oftmals keine dauerhafte Beschäftigungsperspektive bietet, erläutert Flemming weiter. "Das Nachholen eines Berufsabschlusses wird deswegen für viele zunehmend eine Option, bei der wir sie gerne unterstützen. Aufgrund des hohen Bedarfs werden teilweise Helfer auf Fachkräftestellen eingestellt und mit Förderung der Arbeitsagentur ausgebildet."

Neben den positiven Aussichten gebe es jedoch auch Risiken. Die Kurzarbeit sei noch weit über dem Niveau von vor der Krise, sich zuspitzende Lieferengpässe könnten den Aufschwung abbremsen sowie die Ungewissheit einer möglichen vierten Welle der Pandemie mit erneuten wirtschaftlichen Restriktionen im Herbst, mahnt der Agenturchef.

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