Forchheim: Bald Wassersprudler am Paradeplatz?

16.9.2018, 15:48 Uhr
Jury-Präsident Professor Gerd Aufmkolk erklärt bei der Auftaktveranstaltung Bürgern, was die einzelnen Entwürfe zur Umgestaltung des Paradeplatzes auszeichnet.

Jury-Präsident Professor Gerd Aufmkolk erklärt bei der Auftaktveranstaltung Bürgern, was die einzelnen Entwürfe zur Umgestaltung des Paradeplatzes auszeichnet. © Roland Huber

25 Architektur- und Planungsbüros aus ganz Europa (zum Beispiel München, Heidelberg, Düsseldorf, Stockholm, aber auch aus Forchheim) haben sich an dem zweistufigen Wettbewerb beteiligt und präsentieren ihre Ideen im 1. Stock des ehemaligen Modehauses Heilmann in der Hauptstraße. Dort erklärte Jury-Präsident Professor Gerd Aufmkolk aus Nürnberg bei der Ausstellungseröffnung vor etwa 80 Bürgern, was der Jury an den Sieger-Entwürfen am besten gefallen hat (siehe einzelne Bildbeschreibungen).

"Der Platz funktioniert eigentlich gut, hat aber eine gewisse Härte in der Oberfläche, es gibt ein gewisses Ungleichgewicht zwischen Aufenthaltsqualität und Verkehr und Straße", beschrieb Landschaftsarchitekt Aufmkolk seinen Eindruck.

Allgemein gilt: Alle Pläne arbeiten damit, den Platz zu strukturieren, die meisten wollen ihn auch kleiner machen, dabei aber flexibel in der Nutzung lassen. Jeder Planer sieht einen neuen, hochwertigen Bodenbelag vor; alle halten die Vorgaben was Rad-, E-Bike- und Kurzzeitstellplätze betrifft ein, nur die Standorte variieren. Auch den Verkehr haben alle Sieger berücksichtigt. Einige lassen nur noch die öffentlichen Busse entlang des Paradeplatzes vorbeifahren, andere auch den Individualverkehr. Die Verbindung zwischen Markt- und Paradeplatz haben ebenfalls alle im Sinn, manche lösen es mit Baumreihen, andere mit Bodenbelag.

Einen Top-Favoriten gibt es nicht, die Jury habe jedem der Sieger-Büros bereits Hausaufgaben mitgegeben für den zweiten Teil des Wettbewerbs; etwa denen, die mit vielen Bäumen arbeiten, die Frage, wie das mit dem Pflanzen funktionieren soll. Unter dem Paradeplatz befindet sich schließlich die Tiefgarage.

Weitere Anregungen erhofft sich die Stadt von den Bürgern. Bereits zur Ausstellungseröffnung gaben die Gäste, viele Paradeplatz-Anwohner und Händler, Tipps und Ratschläge. Hier einige davon: Die Mariengruppe soll weiter eine zentrale Rolle spielen; warum nicht die Mariengruppe auf den Marktplatz stellen und das Bächla über den Paradeplatz zum Marktplatz weiterführen? — Die Einheit von Parade- und Marktplatz wurde öfters genannt. Bäume sollen nicht die Sicht zwischen Kommandantur und Alter Wache versperren; an Spielmöglichkeiten für Kinder denken; an die Barrierefreiheit denken; an Rad-Touristen denken und überdachte Abstellplätze bauen; das Sparkassengebäude zur Markthalle umbauen.

Der Verkehr wurde, wie zu erwarten, kontrovers gesehen. Die einen würden ihn gerne zurückdrängen, den anderen ist es wichtig, dass er weiter fließt.

Bis zum 30. September können Bürger weitere Anregungen los werden. Im Ausstellungsraum liegen Zettel aus. Mit der Bürgerbeteiligung geht Forchheim recht neue Wege. Erst wenige Städte in Deutschland führen solch ein zweistufiges Verfahren durch.

Wie es zu dem Wettbewerb gekommen ist, lesen Sie hier.

Am 27. September, 17 Uhr, findet außerdem ein zweites Bürgerforum im Ausstellungsraum, Hauptstraße 7-11, statt. Die Ausstellung hat tägl. von 10 bis 14 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

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