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Forchheim: Bauern demonstrieren gegen "permanentes Bashing"

Landwirte fordern Rücktritt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze - 28.05.2020 17:41 Uhr

Vor der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz in der Forchheimer Vogelstraße protestierten am Donnerstagnachmittag rund 20 Landwirte samt ihren Traktoren.

© Philipp Rothenbacher


Deutschlandweit rief die Bauern-Initiative „Land schafft Verbindung“ (LSV) unter dem Motto „Miteinander reden, statt übereinander“ an diesem Tag dazu auf. Die Kritik der Landwirte richtet sich vor allem gegen den „Bericht zur Lage der Natur“, den Schulze am 19. Mai vorstellte. Darin wird ein unverändert anhaltendes Artensterben in Deutschland festgestellt – vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

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Mit einer Mahnwache in Forchheim haben Landwirte am Donnerstag gegen die ihrer Ansicht nach diffamierende Aussagen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) protestiert und forderten ihren Rücktritt. Deutschlandweit rief die Bauern-Initiative "Land schafft Verbindung" dazu auf. Die Landwirte sehen sich zu Unrecht pauschal an den Pranger gestellt, wenn es um den Rückgang der Artenvielfalt geht. Im Anschluss trafen sich Bauern-Sprecher mit Vertretern des Bund Naturschutz zum offenen Gespräch.


Ihren „großen Rundumschlag gegen die Landwirte“ habe Schulze laut LSV neuerdings in einem ZDF-Interview bekräftigt, in dem sie als „Treiber der Verluste der Artenvielfalt“, beispielsweise durch Überdüngung und Pestizid-Einsatz, die „intensive Landwirtschaft“ ausfindig gemacht habe. Für LSV seht fest: Mit Schulzes Äußerungen werde eine ganze Branche diffamiert, die Landwirte seien nicht mehr bereit, sich das „permanente Bashing aus dem Umweltministerium bieten zu lassen“, heißt es in einer LSV-Mitteilung.

In Forchheim kamen rund 20 Landwirte samt ihren Bulldogs vor die Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz (BN) in der Vogelstraße, um ihren Forderungen – neben dem Rücktritt Schulzes auch den Rücktritt ihres Staatssekretärs Jochen Flasbarth – Nachdruck zu verleihen.

Tenor unter den anwesenden Bauern: Während Flächenfraß und -versiegelung durch Gewerbe-, Wohnraum- und Straßenbau von Industrie und Politik gerne ausgeblendet würden, verurteile man Landwirte pauschal als alleinige Übeltäter in Sachen Artensterben . Im Anschluss traf sich der BN-Ortsvorsitzende Ulrich Buchholz mit den Bauern-Vertretern Thomas Dittrich aus Rüssenbach und Rudolf Hänfling aus Dorfhaus zu einem „offenen Gespräch“.

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ppr

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