Freitag, 26.02.2021

|

Forchheim: Gärtnervideo wird Internethit

Betriebe aus Bayern fordern die sofortige Öffnung ihrer Läden. Ärger über Blumen beim Einzelhandel - 21.02.2021 10:00 Uhr

Als „Hilferuf der grünen Branche“ ist das Video mit Beiträgen aus ganz Bayern online gegangen.

19.02.2021 © Screenshot: Thomas Weichert


Seitdem wurde es bereits fast 600 mal geteilt und unzählige Male aufgerufen. Aus der Fränkischen Schweiz und der Region wirken die Betriebe Wiedow und Schrüfer aus Gößweinstein, Kraus aus Waischenfeld, Blumen Schmidt aus Heiligenstadt, Blumen Betz aus Forchheim, Meisterblümchen aus Ebermannstadt, Naturnah aus Kirchehrenbach, Blumen Schleicher aus Heroldsbach und Gartenbau Dechant aus Bamberg mit.

Weiterhin Betriebe aus Waigolshausen, Marktredwitz, Schwandorf, Weismain, Reichenschwand und Fürstenzell. Sie appellieren vor allem an die Politik ihre Gartenbaubetriebe und Floristikgeschäfte umgehend öffnen zu dürfen. Was die Gärtner besonders ärgert, ist, dass der Lebensmitteleinzelhandel den Blumenverkauf enorm ausgeweitet hat, seit die Gärtnereien und Blumenfachgeschäfte geschlossen sind.

Perspektive fehlt

"Die Situation ist für alle schwierig, aber uns fehlt komplett die Perspektive, wie es mit uns weitergeht", sagt Katja Schmidt aus Heiligenstadt. Monika Kraus aus Kirchehrenbach ist zwar rund um die Uhr telefonisch, per Mail oder über soziale Medien für ihre Kunden erreichbar, aber es reicht einfach nicht. Was ihr am meisten stinkt ist, dass sie nach einer Bestellung über Call & Collect keine Zuverkäufe machen darf, wenn der Kunde zum Abholen kommt und ihm noch eine Blume gefällt und dass sie ihren kontaktlosen Selbstbedienungstisch nicht mehr aufstellen darf.

"Call & Collect ist für uns keine Option, weil wir nicht einmal zehn Prozent des Umsatzes damit schaffen", gibt ihr der Gößweinsteiner Gärtnermeister David Schrüfer recht. Schrüfer fordert die Politik zum umgehenden Handeln auf und eine faire Behandlung der kleinen Unternehmen gegenüber den großen ein. Konrad Hofstätter von "Blumen Betz" in Forchheim appelliert an die Politik und betont, dass die Lage dramatisch sei. "Stellt euch vor die ganzen Gemüsepflanzen, alles was der Gärtner anbietet, sollen im Supermarkt gekauft werden, weil die Gärtner keine Möglichkeit haben zu planen, wie viele sie davon brauchen und zum anderen nicht wissen, wie viele sie überhaupt davon verkaufen können", so Hofstätter. Er betont, dass man schon seit dem letzten Frühjahr ein ausgezeichnetes Hygienekonzept bei "Blumen Betz" habe.

Bertram Schleicher aus Heroldsbach sagt, dass auch seine Kunden, die nicht in seinen Laden dürfen, die Situation als "sehr belastend" empfinden. "Wir müssen endlich aufsperren dürfen, es kann so nicht weitergehen, die Menschen brauchen ihre Blumen und Pflanzen", so Gärtnermeisterin Anna-Lena Wiedow, die das Video geschnitten und online gestellt hat.

"Wir wollen endlich wieder verkaufen und für unsere Kunden da sein und sie beraten", gibt ihr Nadine Graßer von "Meisterblümchen" aus Ebermannstadt recht und Christine Kraus fordert am Ende des sechsminütigen Clips die Öffnung ihrer Waischenfelder Gärtnerei Lieblingsstücke Wolf noch vor dem 1. März.

THOMAS WEICHERT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Kirchehrenbach