Andrea Doyle verstärkt das Kulturamt

"Forchheim ist eine kleine Schatztruhe"

29.7.2021, 18:46 Uhr
Sie verstärkt das Amt und damit die Kultur in Forchheim: Andrea Doyle.

Sie verstärkt das Amt und damit die Kultur in Forchheim: Andrea Doyle. © Udo Güldner

Seine Assistentin heißt Andrea Doyle (37) und wohnt in Adelsdorf. Freilich nur, weil in Forchheim kein Wohneigentum zu bekommen war. „Mein Herz liegt hier.“

Ursprünglich stammt sie aus dem sozialen Brennpunkt München-Neuperlach. „Dort habe ich im Kontakt mit Griechen, Afghanen, Amerikanern oder Kroaten viele verschiedene Kulturen kennengelernt“. Nach dem Abitur hat sie die Ausbildung zur Büro-Kauffrau absolviert und sechs Jahre in England gelebt. „Das war ein Kulturschock von einer Großstadt nach Kent zu kommen, mitten ins Nirgendwo.“ Dort lernt sie auch ihren Ehemann kennen, mit dem sie vier Jahre lang in demselben Unternehmen arbeitet.

Bei Adidas in Herzogenaurach hilft sie mit, Fußball-Großereignisse zu organisieren und die Liegenschaften des Konzerns zu verwalten. Dann erinnert sie sich, dass sie einst vier Jahre in Forchheim, beinahe im Schatten der Kaiserpfalz, gelebt und in der Siemens-Kindertagesstätte nebenan in der Käsröthe gearbeitet hat – Kinderpflegerin hat sie nämlich auch gelernt.

"Ich möchte neue Blickwinkel einbringen"

„Schon damals fiel mir auf, dass die Stadt eine kleine Schatztruhe ist, in der es viel zu entdecken gibt.“ Für eine größere Vielfalt des Kulturbegriffs ist Andrea Petrikova, wie sie als Tochter tschechischer Eltern einst hieß, genau die richtige. „Ich möchte neue Blickwinkel einbringen.“ Dafür spricht, dass sie, deren Eltern als Dissidenten 1982 aus der CSSR ausreisen durften, vom Braunauer Heimatmuseum begeistert ist.

Auch studieren will die dreifache Mutter noch einmal. Sobald sie etwas Freiraum hat. Nachdem erste Versuche in Sachen Sprachwissenschaften (Slawisch, Englisch und Französisch) immer wieder daran gescheitert sind, dass sich Nachwuchs angekündigt hatte.

Bis Ende des Jahres sollen alle 4,5 Stellen im Kulturamt besetzt sein. Dann wird es jemanden geben, der sich um die Organisation und Kulturförderung kümmert, jemanden, der sich des Marketings und der Öffentlichkeitsarbeit annimmt, und jemanden, der als „Kulturlotse“ sowohl die kulturellen Bildungsangebote betreut, als auch als „Kümmerer“ die Sorgen, Wünsche und Ideen der ehrenamtlichen Kulturszene Forchheims aufgreift.

Keine Kommentare