Blindes Vertrauen rächt sich

Forchheim: Landkreisbürger müssen vor Katastrophen ordentlich gewarnt werden können

Patrick Schroll
Patrick Schroll

stv. Redaktionsleiter Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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23.10.2021, 05:54 Uhr
Der Damm ist in Schlammersdorf am Ende gebrochen. Helfer im Einsatz beim Aisch-Hochwasser im Sommer 2021 im Landkreis Forchheim.

Der Damm ist in Schlammersdorf am Ende gebrochen. Helfer im Einsatz beim Aisch-Hochwasser im Sommer 2021 im Landkreis Forchheim. © Kreisbrandinspektion

Wer das schon einmal erlebt hat, kann die Verzweiflung nachempfinden: Auf dem PC ist das Leben der Familie in Bildern und mit Videos festgehalten. Macht der Computer die Grätsche, sind die festgehaltenen Erinnerungen verloren. Außer man hat sich auf den Fall vorbereitet und die wichtigen Daten auf einer externen Festplatte abgesichert. Ein solches "Backup" ist im Privaten wichtig und beim Bevölkerungsschutz unabdingbar.

Sich digital aufzustellen ist richtig, weil das Vieles erleichtert. Wenn wir im Katastrophenfall für das Warnen der Bürger und die Kommunikation der Einsatzkräfte aber nur auf diese anfällige Technik (Stromausfall, Netzüberlastung, Hacker-Angriff) setzen, setzen wir uns Gefahren aus. Grundlos.

Nur weil es digital ist, muss es nicht Sinn machen

Die Digitalisierung ist das Gebot der Stunde, sie darf uns aber nicht kopflos machen. Nur weil es digital ist, muss es nicht Sinn machen. Im Katastrophenfall brauchen wir ein Backup und das muss aus einfachen Sirenen und analogen Funkgeräten bestehen.

Die Landratsämter müssen bei Bund und Ländern Druck machen und das einfordern. Sie stehen im Ernstfall schließlich auch in der Verantwortung, die Menschen zu schützen.

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