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Forchheim: Leonie Polster veröffentlicht erstes Album

Die Musikpädagogin hat viele ihrer alten Stücke mit dem E-Piano eingespielt - 05.06.2018 11:55 Uhr

Fast ein Jahr Arbeit hat die Forchheimer Musikerin Leonie Polster in ihr erstes Album gesteckt. Die 31-Jährige hat seit ihrer Kindheit bereits mehrere hundert Lieder komponiert. © Nina Eichenmüller


Wenn Leonie Polster am Klavier sitzt und spielt, taucht sie in eine andere Welt ab, in der sie ganz für sich ist. Ihre Musik begleitet sie und ihr Leben "wie eine Filmmusik", sagt sie. Seit über 20 Jahren verwandelt die junge Komponistin all ihre Gefühle, Gedanken und Erlebnisse in Klavierstücke.

"Ich mache Musik, weil ich nicht anders kann und diese Musik ist für mich ‚heilSam’", erzählt sie. "heilSam" ist deshalb auch der Künstlername von Leonie Polster, unter dem sie jetzt im Mai ihr erstes Album "Am Ende frei" veröffentlichte.

Nichts zu Papier gebracht

Mehrere hundert Lieder hat die Musikerin aus Forchheim seit ihrer Kindheit komponiert und aufgenommen. Das Besondere daran ist, dass sie fast keines der Stücke je zu Papier gebracht hat. All ihre Stücke prägt sie sich ein und spielt sie aus dem Gedächtnis heraus.

"Meistens kommen mir die Melodien in den Sinn, während ich eigentlich gerade etwas ganz anderes mache. Dann setze ich mich ans Klavier und spiele es, bis ich es mir gemerkt habe", erklärt sie die Art ihres Komponierens. Das Spielen nach Gedächtnis hat sie sich durch jahrelanges Training angeeignet. "Nach Gehör spielen kann jeder lernen. Die Präsenz ist dabei wichtig. Man muss ganz bei der Melodie sein und genau hinhören", so die 31-Jährige.

In eine Schublade lassen sich die Stücke von "heilSam" nicht stecken: "Ich würde meinen Musikstil vielleicht als eine Tendenz hin zur Neo-Klassik und Filmmusik einordnen. Aber vor allem sind meine Stücke emotional, echt und ehrlich."

Wohnzimmer ist Tonstudio

Für ihr erstes Album hat sie 14 ihrer Stücke zu Hause eingespielt und selbst bearbeitet. Dank ihrer Ausbildung an der Akademie deutsche POP in Tontechnik, Musikproduktion und Komposition kann Leonie Polster auf ein Profi-Studio verzichten und das meiste in ihrem Wohnzimmer aufnehmen. Bei manchen Stücken wird ihr Klavierspiel von einer Bratsche oder Geige begleitet, die ihr Musikerfreund Herwigos von der Gruppe Cobario aus Wien für ihr Album eingespielt hat. Am Ende der CD-Produktion hat sie die Tonspuren in einem Profi-Studio in Ingolstadt zusammensetzen und kleine Fehler beheben lassen.

Ein solches Album zu finanzieren, ist bei dem großen Aufwand, der dahinter steckt, nicht ganz einfach. Von Juli 2017 bis Ende April 2018 hat Leonie jede freie Minute in das Album investiert. An die 2500 Euro hat der Musikerin die Produktion gekostet. "Mein kleines Wunder war das private Crowd-founding, bei dem mir auch fremde Menschen teilweise viel Geld geschickt haben", erzählt sie.

Bei einem Crowd-founding können hilfsbereite Leute Geld für Aktionen oder Projekte spenden und so zum Beispiel Künstler unterstützen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und noch nicht die finanziellen Mittel zur Verwirklichung ihrer Pläne haben.

Album in Forchheim erhältlich

Das Album von "heilSam" kann man in Forchheim im Buchladen "S’ blaue Stäffala" und im Musikgeschäft "Bartl" für 18 Euro kaufen oder auf der Homepage der Musikerin unter www.heilsam-music.de bestellen. Auftritte im Raum Forchheim sind im Moment noch nicht geplant, allerdings kann man Leonie Polster vielleicht bald mal in der Fußgängerzone spielen hören.

"Auf der Straße zu spielen finde ich so schön, weil es unmittelbar ist und man jeden erreichen kann," sagt die Musikerin. 

NINA EICHENMÜLLER

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