Forchheim: Lukas Kohl schafft WM-Qualifikation

9.10.2018, 13:43 Uhr
Kunstrad-Weltmeister Lukas Kohl musste im Finale der 3. German Masters alles geben, um die Konkurrenten auf Distanz zu halten.

Kunstrad-Weltmeister Lukas Kohl musste im Finale der 3. German Masters alles geben, um die Konkurrenten auf Distanz zu halten. © Wilfried Schwarz

Der amtierende Weltmeister Lukas Kohl vom RMSV Concordia Kirchehrenbach gewann die beiden Wertungen mit 206,2 beziehungsweise 201,96 Punkten und damit auch die Gesamtwertung der dreiteiligen German-Master-Serie 2018. Das Zweier-Paar Melissa Schütz und Vanessa Meixner belegten Platz 10.

"Großer Dank geht an den Veranstalter für einen liebevoll und top organisierten Wettkampf", so Kohl (22). Und auch die Athleten geizten nicht mit Bestleistungen. "Die Sportler befinden sich in DM- und WM-Form", zollte Bundestrainer Dieter Maute ein großes Lob für die hervorragenden Leistungen.

Abstände sind zu groß

"Trotz der noch ausstehenden letzten WM-Qualifikation an der Hallenrad-DM in Neresheim (bei Aalen) dürfte die Mannschaft für die Hallenrad-WM stehen. Die DM wird vermutlich keine Änderungen mehr bringen, dazu sind die Abstände zu groß."

Gewaltig anstrengen musste sich Lukas Kohl im 1er Kunstrad der Männer. Sowohl in der Vorrunde als auch in der Finalrunde hatten seine Konkurrenten entsprechend vorgelegt. Marcel Jüngling (Dornheim) erzielte 185,98 und 183,66 Punkte.

Sein schärfster Konkurrent Moritz Herbst (Wendlingen) legte in der Vorrunde mit 200,65 Punkten gleich eine neue persönliche Bestleistung auf das Parkett. Und im Finale erhöhte er diese auf 200,78. Eine Vorgabe, die es von Kohl zu toppen galt.

Nachdem er vor seinem Start noch seinem Konkurrenten per Handschlag zu dessen tollen Ergebnis gratulierte, legte er gleich mit dem Maute-Sprung los. Er wusste, dass er alles geben musste, um vorne zu sein.

Anweisungen der Mutter

Und es lief gut. Leichte Probleme hatte er bei den Kehrsteuerrohrsteiger-Drehungen. "Hoch, hoch", rief Mutter und Trainerin Andrea Kohl. Die Lenkerstanddrehung erweiterte er auf 6-fach. Am Ende standen 206,2 Punkte und Platz 1 an der Anzeige.

Auch im Finale wurde er gefordert. Hier sollte Kohl auf Nummer sicher gehen und ließ die taktischen Möglichkeiten aus. Am Ende sollte es knapp werden. 201,96 Punkte — so knapp war es noch nie. In den bisherigen Wertungen erzielte er insgesamt fünf Ergebnisse über 200 Punkte. Eine klasse Serie.

Konkurrent hatte vorgelegt

"Die WM-Qualifikation ist geschafft", so Lukas Kohl. "Das war heute von allen schon auf WM-Niveau. Nachdem Moritz über 200 vorgelegt hatte, wusste ich, dass ich mir keine Fehler erlauben darf. Da kommen in den nächsten Wochen spannende Wettkämpfe auf uns zu."

Das Programm von Kohl: 13. Oktober Austria-Masters in Wetzikon/Schweiz, 20. Oktober Hallenrad-DM in Neresheim (bei Aalen/WTB), 10. November 3-Nationen-Cup in Hohenems/Österreich, 17. November UCI-World-Cup-Finale in Erlenbach (Heilbronn) und 23. bis 25. November Hallenrad-WM Lüttich/Belgien.

"Jetzt heißt es die Form zu halten. Die nächsten beiden Wochen werden hart, dann etwas zurückfahren und danach wieder Vollgas geben", so sein sportlicher Fahrplan bis zur Hallenradsport-Weltmeisterschaft.

Soweit sind Melissa Schütz und Vanessa Meixner noch nicht. Das Duo von Concordia Kirchehrenbach fährt die erste Saison in dieser Serie mit.

Missgeschick passiert

Beim Aufgang vom Kehrhang zum Kehrsteuerrohrsteiger passierte ihnen ein Missgeschick. Sie mussten vom Rad. Die Übung wurde wiederholt, klappte danach perfekt. Mit 60,73 Punkten und Platz 10 waren sie zufrieden. "Wir wollen hier Erfahrung sammeln, denn es ist schon was anderes, wie wenn wir nur in Bayern unterwegs sind", so die beiden. "Das ist schon ein etwas anderer Wettkampfstress, denn es heißt bereits am Vortag anreisen, um die Wettkampfstätte kennenzulernen. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr."

Den Wettbewerb dominierten Caroline Wurth und Sophie-Marie Nattmann, die beide Qualifikationen mit 143,72 und 139,92 Punkten vor Lisa und Lena Bringsken (Böhl-Iggelheim/132,22/139,61) und Selina Marquardt/Helen Vordermeier (Oberjesingen)/122,76/123,7) gewannen.

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