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Forchheim: Mit Annafest-Bier gegen den Corona-Blues

Das Festbier in Flaschen findet reichlich Absatz, doch der Fassbier-Verkauf ist gleich Null - 06.05.2020 19:00 Uhr

Die vier Forchheimer Brauereien haben das Annafest-Bier bereits eingebraut. Der Verkauf von Flaschenbier läuft in Corona-Zeiten gut, doch der Brauern fehlt der Absatz von Fassbier.

© Foto: Ralf Rödel


"Für uns ist das Annafest ja schon vorbei", sagt Fritz Hebendanz, Chef der gleichnamigen Brauerei. Und meint nicht die Absage des Forchheimer Herzensfestes wegen der Corona-Pandemie, sondern die Tatsache, dass das Festbier schon lange fertig gebraut ist: "Mit dem Festbier ist’s wie mit den Lebkuchen"", vergleicht der "starke Fritz", "ab September in den Regalen, spätestens an Weihnachten gibt’s keine mehr". Was er damit sagen will: Schon lange vor dem Annafest sind die Biertrinker heiß auf den Gerstensaft mit einem Alkoholgehalt von rund 5,4 Prozent.


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Weil auch die Erlanger Bergkirchweih ausfallen musste und die Biertrinker dort kein Erlanger Festbier in die Krüge bekamen, "haben wir mehr als sonst eingebraut". Abgefüllt wird in Flaschen statt in Fässern.

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"Die Sonne lacht, die Menschen ham an Durschd", sagt Hebendanz. Je nach Jahreszeit werde auch der Geschmack des Bieres angepasst. Trinke man im Winter eher liebliche Biere, seien die Sommerbiere eher hopfenbetont, erklärt der Braumeister.

"Das private Annafest zu Hause"

Auch in Forchheims größter Brauerei, der Brauerei Greif in der Serlbacher Straße, ist das Annafest-Bier schon fertig: "Wir sind heuer früher dran", sagt Braumeister Christian Schuster, "das Festbier wird gut angenommen, die Nachfrage ist gut, die Menschen haben Verlangen nach Bier". Und weil man ja das Haus nicht verlassen kann und nicht um seinen Führerschein bangen muss, trinke man zu Hause auf der Terrasse auch "gerne a Fläschla mehr".

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In erster Linie sind es Flaschenbiere, die die Brauerei Greif verkauft. Gut gehen auch die 5-Liter-Dosen, quasi Mini-Fässla, "für das private Annafest zu Hause", so Schuster. In der Krise ändere sich auch das Einkaufsverhalten, hat Schuster festgestellt, man schätze das Lokale, Regionale, und kaufe auch vermehrt heimische Biere: "Das tut jedem von uns gut", schiebt er hinterher.

Den Verlust abfedern

Denn durch die Absage des Annafestes "bricht für uns Bräuer ein großes Eck weg". Doch nicht nur das: Auch der Gastronomie- und Fassbierbereich, etwa beim Ausschank bei Veranstaltungen, sei weggebrochen, sagt Schuster, "das muss man erst mal stemmen". Mit dem Flaschenverkauf könne man den Verlust "ein bisschen abfedern". Im März hat man in der Brauerei in der Serlbacher Straße angefangen das Festbier zu brauen, doch sei man "im Vorfeld bewusst vorsichtiger gewesen mit dem Einbrauen". Deutschlandweit, werde Greif-Bier getrunken, erzählt Schuster nicht ohne Stolz, in Itzehoe in Schleswig-Holstein stehe der Sud aus Forchheim ebenso in den Verkaufsregalen wie in der Hauptstadt Berlin.


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Ab kommenden Montag gibt es das Annafest-Bier der Brauerei Neder flaschen- und kastenweise im Handel, erzählt Braumeister Rafael Thiermeyer. Fässer habe er ganz bewusst noch keine abgefüllt, "da wollen wir erst die politische Lage abwarten und je nach Situation nachbräuen". Angefangen habe man bereits im März, den Gerstensaft mit einem Alkoholgehalt von 5,6 Prozent einzubrauen. Dass Großveranstaltungen wegbrechen und damit auch der Verkauf von Bier in Fässern und zudem die Gastronomie seit Wochen geschlossen hat, nennt Thiermeyer "schwierig, das wiegt sich mit dem Flaschenverkauf nicht auf".

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"Die Privatkunden kaufen mehr Bier", sagt Konrad Greif von der Brauerei Eichhorn. "Die Menschen können nicht ins Wirtshaus, dann trinken sie eben ihr Bier zu Hause." Gleichwohl sei der Fassbier-Verkauf an die Gaststätten gleich Null, "mir fehlen mehr als 60 Prozent", bilanziert Greif. Im April hat er angefangen, das Annafest-Bier einzubrauen. Abgefüllt wurde bis dato ausschließlich in Flaschen. Doch wer "zum Grillen a Fässla braucht, dem füllen wir eins ab".

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