Forchheim: Schüler isolieren DNA aus eigenem Speichel

11.1.2018, 08:00 Uhr
Judith Ross, Daniela Heilmann und Julian Kist (von links) aus der Klasse 10 a macht die experimentelle Arbeit im Forschungs-Truck sichtlich Spaß. Lehrerin Julia Saft (r.) freut sich über das große Interesse ihrer Schützlinge.

Judith Ross, Daniela Heilmann und Julian Kist (von links) aus der Klasse 10 a macht die experimentelle Arbeit im Forschungs-Truck sichtlich Spaß. Lehrerin Julia Saft (r.) freut sich über das große Interesse ihrer Schützlinge. © Foto: Roland Huber

Vor der Schule steht der Biotech-Truck des Bundesforschungsministeriums – ein doppelstöckiges Fahrzeug, in dem Schüler der zehnten und achten Klassen jeweils drei Stunden experimentieren können – praktische Übungen statt theoretischer Unterricht. "Es ist total interessant, alle machen begeistert mit", sagt Saft, die Biologie und Chemie unterrichtet.

Unter Anleitung der Wissenschaftlerinnen Dr. Alina Anton und Dr. Judith Flurer konnten die Jugendlichen der Klasse 10 a am Mittwoch zum Beispiel die eigene DNA aus Mundschleimhautzellen isolieren. "Wir testen mit der Polymerasekettenreaktion, ob das funktioniert", so Flurer. Mit diesem Verfahren können selbst geringste DNA-Spuren so weit vervielfältigt werden, dass sie weiter analysiert werden können. In der Gerichtsmedizin gewinnt seit einigen Jahren der sogenannte "genetische Fingerabdruck" bei der Aufklärung schwerer Verbrechen zunehmend an Bedeutung.

Vergleich der Erbinformation

Aus den am Tatort gefundenen und vom mutmaßlichen Täter stammenden Haaren, Bluttropfen oder Speichelresten wird die Erbinformation isoliert und mit der DNA des Verdächtigen verglichen. Diesem wird dafür eine Speichelprobe entnommen.

Für die Schüler ist das selbständige Arbeiten etwas Neues. "Sie können viel selbst machen", sagt Lehrerin Saft. Die Ausstattung in dem Forschungstruck gefällt auch ihr: "Die Schüler können hier anständig experimentieren. Bei uns in der Schule haben wir die Geräte nicht zur Verfügung." Zentrifugen, Pipetten und andere professionelle Messgeräte bieten optimale Bedingungen. So ist es auch möglich, aus Milch, Salz und einem Enzym selbst Käse herzustellen. Die Teilnehmer erkennen, welche Wirkung das Enzym Chymosin bei der Herstellung von Hartkäse hat.

"Die Schüler haben bei uns die Möglichkeit, das selbst durchzuführen, was sie im Unterricht theoretisch erfahren", so Diplom-Biologin Flurer, die seit sieben Jahren das Projekt mit betreut. Man wolle bei den Schülern das naturwissenschaftliche Interesse wecken und zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten es im biotechnologischen Bereich gibt, sagt sie. Ob dies erfolgreich ist, weiß sie nicht. "Wir bekommen kein direktes Feedback."

 Am Freitag, 12. Januar, kann die Bevölkerung bei der "Offenen Tür", von 12.35 bis 13.45, den Forschungstruck auf dem Schulhof der Georg-Hartmann-Realschule besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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