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Freitag, 18.10.2019

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Forchheim: Weg über die Piastenbrücke gesucht

Die SPD-Fraktion beantragt jetzt einen breiten Fuß- und Radweg - 16.04.2019 19:47 Uhr

Die heutigen Gehwege auf der Piastenbrücke sind 2,25 Meter breit, abzüglich 25 Zentimeter fürs Geländer und abzüglich 50 Zentimeter „Profilraum“ für Lkw-Spiegel. Radler nutzen gerne den Gehweg, weil er ihnen sicherer erscheint als die Straße. © MARK JOHNSTON


Die Deutsche Bahn (DB) reißt die heutige Brücke ab (vermutlich nach dem Annafest 2020), baut eine neue Brücke mit größerer Spannweite und übergibt das Bauwerk dann wieder der Stadt (vermutlich vor dem Annafest 2021). Dafür müssen Verträge geschlossen, Fördermittel beantragt und die Kostenaufteilung im Blick behalten werden. Letzteres ist nicht leicht, wenn man, wie die Stadt Forchheim, einen besseren Zustand erreichen möchte als es heute der Fall ist.

Im Januar wurde beschlossen, dass auf jeder Seite der Brücke ein Gehweg mit einer lichten Breite von 1,75 Metern gebaut werden soll. Als Schutz zur Fahrbahn hin soll es ein Stahlgeländer geben anstelle des von der DB angebotenen "Abkommenschutzes" aus Betonteilen. Denn mit dem schmalen Geländer bleibt der Gehweg breiter als mit den massiven Betonwänden. Der Extra-Wunsch kostet die Stadt 415 000 Euro mehr, aber das war es den Stadträten wert, ausgenommen Udo Schönfelder (CSU). Er stimmte als einziger dagegen, weil ihm der Gehweg immer noch zu schmal war.

Schönfelder sieht sich nun bestätigt durch die neue Initiative der SPD—Fraktion: "Ich wünsche gutes Gelingen." SPD—Sprecher Reiner Büttner erklärt den Antrag seiner Fraktion an den Stadtrat mit dem unguten Gefühl, das sich bei der Diskussion über das Thema ergeben hat. Niemand sei recht zufrieden gewesen mit der Tatsache, dass die Radlerinnen und Radler künftig nur noch auf der Straße fahren dürfen und die Fußgänger einen so schmalen Gehweg benutzen sollen. Denn viele Autofahrer, gerade auch der Schwerlastverkehr, hielten beim Überholen der Radler nicht den nötigen Mindestabstand ein. Die Fahrradfahrer würden eingezwängt zwischen Abkommenschutz und Autoverkehr.

Deswegen schlägt die SPD nun einen kombinierten Fuß- und Radweg vor, 3,50 Meter breit, anstelle von zwei getrennten Fußwegen. So könne Fahrradfahrern ein "sicheres Überqueren der Brücke gewährleistet" werden. "Wir hoffen auf weitere Fürsprecher", so Büttner, um vielleicht doch noch eine bessere Situation zu erreichen: "Steter Tropfen höhlt den Stein." Mit Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) habe die Fraktion darüber gesprochen: "Er hat gesagt, dass das nicht einfach wird und er kann uns nichts versprechen." Verhandlungen mit der Deutschen Bahn seien ja nie einfach, aber: "Wenn viele Seiten sich engagieren, kann man was erreichen."

Annette Prechtel (FGL) kann dem Vorschlag auf den ersten Blick nichts abgewinnen: "Wenn es nur einen Weg gibt, müssen die Nutzer ja immer die Straße überqueren, je nachdem, von wo sie kommen. Das ist nicht ohne bei den Geschwindigkeiten, die da gefahren werden. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich durchdacht ist." Auch an einem gedeihlichen Miteinander von Radlern und Fußgängern hat Prechtel bei dieser Lösung Zweifel: "Mit den beschlossenen Breiten können wir nicht zufrieden sein und wir brauchen im ganzen Stadtgebiet Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer." Aber der SPD-Vorschlag sei "keine echte Verbesserung".

Die Stadt selbst hält sich alle Möglichkeiten offen, wie aus der Antwort auf eine NN–Anfrage hervorgeht: "Die Stadt begrüßt diese Idee der SPD-Stadtratsfraktion."

Die Frage nach der planerischen Umsetzung müsse die Bahn beantworten: "Vertraglich und technisch wäre, sofern der Stadtrat sich dazu in der Kürze der Zeit entschließen möchte, eine Verbreiterung der Brücke möglich. Welche Kosten für diese Verbreiterung entstehen würden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen."

ULRICH GRASER

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