Forchheim: Zu Besuch bei heimatlosen Hunden

10.8.2017, 06:00 Uhr
Jana (9), Paula (9), Maria (9), Corinna (6), Emely (12) und Lisa (7) kümmern sich nach einem anstrengenden Spaziergang um den erschöpften Hund Pepe.

Jana (9), Paula (9), Maria (9), Corinna (6), Emely (12) und Lisa (7) kümmern sich nach einem anstrengenden Spaziergang um den erschöpften Hund Pepe. © Foto: Jana Röckelein

"Wer von euch hat denn ein Haustier daheim?", fragt Ingeborg Gaffal, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Tierschutzverein Forchheim. "Kaninchen". "Degus", "Katzen", tönt es sogleich aus der Schülergruppe zurück. Und welche Tiere nimmt ein Tierheim auf? "Abgabetiere, Fundtiere und Tiere aus Transporten", kommt es nach einigem Zögern zurück. So viel zum theoretischen Teil des Ferienprogramms.

Nach der Theorie kommt bekanntlich die Praxis. Die Kinder werden in zwei Gruppen eingeteilt. Für die erste Gruppe geht es ins Katzenhaus. Dort werden die im Gang freilaufenden Katzen von den Kindern sofort für "süß und niedlich" befunden und umgarnt. "Eine wichtige Aufgabe des Tierheims ist es natürlich auch, die Katzen zu kastrieren. Was meint ihr wie viele Katzen werden pro Jahr im Tierheim kastriert?", fragt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Ungefähr 500, schätzen die Kinder. Damit liegen sie nicht so schlecht.

"Im Durchschnitt werden zwischen 300 und 350 Katzen pro Jahr vom Tierheim kastriert", erklärt Ingeborg Gaffal. Nachdem sich die Gruppe schweren Herzens von den Katzen verabschiedet hat, geht es auch schon weiter zu den Hunden. "Warum bellen die Hunde denn, wenn wir an ihren Zwingern vorbeilaufen?", möchte Sylvia Rothenaicher, die im Vorstand des Tierheims tätig ist, von den 26 Teilnehmern des Ferienprogramms wissen. "Weil sie uns nicht kennen", kommt es sogleich aus der Gruppe. Nun geht es auch schon los: An fast jedem Zwinger wird gehalten und über das Schicksal des Hundes berichtet. Auf einmal hört man ein entzücktes "Oh, ein Husky" und tatsächlich in einem der Zwinger treibt sich eine junge Huskyhündin herum.

"Das ist Kimba. Kimba hatte schon ganz viele Interessenten. Aber sie haben es sich alle noch einmal anders überlegt. Könnt ihr euch vorstellen, warum?", fragt Sylvia Rothenaicher. "Weil ein Husky ganz viel Auslauf braucht", kommt es einstimmig von den Teilnehmern zurück. Nachdem beide Gruppen sowohl Hunde als auch Katzen besucht haben, geht es auf das Gelände des alten Tierheims. Dort gibt es neben Süßigkeiten noch eine weitere süße Überraschung für die Kinder: In einem Pappkarton sitzt eine Schildkröte. Und die darf von den Kindern auch begutachtet und gestreichelt werden.

Flott unterwegs

"Bei diesen heißen Temperaturen sind Schildkröten besonders aktiv", erklärt Ingeborg Gaffal eben noch und schon muss sie selbst aktiv werden und die Schildkröte davon abhalten, unter einen Kasten zu kriechen.

Organisiert wird das Ferienprogramm im Tierheim vom Kreisjugendring. "Das Ziel ist es, den Kindern den Tierschutz näher zu bringen. Ich denke, je öfter wir das machen, desto klarer wird für die Kinder, dass man Tiere nicht nur vom Züchter, sondern auch aus dem Tierheim holen kann", berichtet Sylvia Rothenaicher.

Schließlich wartet noch ein weiterer Höhepunkt auf die Kinder. "Wer möchte, darf jetzt mit Hund Pepe gerne eine Runde Gassi gehen", sagt Sylvia Rothenaicher. Sofort schießen die Hände der Kinder in die Höhe. Nacheinander dürfen die Teilnehmer den Hund selbst an die Leine nehmen und mit ihm eine kleine Runde drehen.

Und was war nun am schönsten im Tierheim: "Ich fand alles cool und schön, aber am besten haben mir die Katzen gefallen, weil die so verschmust waren", erzählt Sara Göller, zehn Jahre, aus Forchheim. Auch Alina Post, acht Jahre, ist begeistert: "Am besten war die Schildkröte. Die habe ich sogar einmal hochgehoben."

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