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Forchheimer Friseure kurz vor dem Lockdown: Haare-Schneiden im Akkord

Salons öffneten spontan am Montag, um den Andrang zu bewältigen - 16.12.2020 07:00 Uhr

Nicht nur Carola Keilholz von der Haaroase in Heroldsbach brauchte am Montag und Dienstag eine schnelle Schere, um noch alle Kunden zu bedienen, bevor am Mittwoch der Salon geschlossen wird. Dabei durfte die Hygiene nicht vernachlässigt werden.

15.12.2020 © Foto: Pauline Lindner


Selbst Salons wie Schlenkrich Hair Style in Forchheim, die damit werben, auch ohne Termin Kunden zu bedienen, waren völlig ausgelastet. "Unser Plan ist schon ganz voll", sagte Aysel Übül am Telefon. Und: "Wir dürfen wegen der Ausgangssperre auch nicht über 21 Uhr hinaus arbeiten."

Manchen Friseursalon konnte man nicht einmal mehr telefonisch erreichen. So sagt Sandra Guyette von der HaarSchneiderei in Neunkirchen ganz freundlich auf ihrer Bandansage, dass sie am 14. und 15. Dezember vollständig ausgebucht sei. Die Termine habe sie in der Reihenfolge der Anrufe vergeben. Neue Termine kann sie erst wieder anbieten, "wenn es ganz sicher ist, dass der Lockdown aufgehoben wird."

"Keine Zeit für ein Telefonat", sagt auch Carola Keilholz von der Haaroase Heroldsbach als ersten Satz beim Anruf. Soweit es ging, hat sie ihre Kunden angerufen und vereinbarte Mittwoch- und Donnerstagtermine auf den Wochenanfang verlegt. Alle anderen muss sie auf unbestimmte Zeit verschieben. "Da müssen wir erst den 5. Januar abwarten." Damit spricht sie den Termin an, der derzeit als nächstes Treffen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder genannt wird. Auf dem, wenn alles gut läuft und die Infektionsraten deutlich gesunken sind, vielleicht Lockerungen des Lockdowns zugelassen werden.

"Bin voll im Stress", stöhnt Claudia Wölker. Sie ist die Inhaberin von Beer Friseur in Forchheim. Zum Angebot ihres Geschäfts gehört auch die medizinische Fußpflege. Diese Dienstleistung dürfte sie weiterhin anbieten. Doch auch sie schließt komplett. "Die Fußpflege weiterzubetreiben, das ist uns einfach zu gefährlich." Denn ihre Mutter, die Gründerin des Salons, ist schon fast 70 Jahre alt, erklärt sie.

"Wir können die Situation nicht ändern", sagt am Telefon auch Laura Gottstein, deren Mutter Claudia die Obermeisterin der Forchheimer Friseurinnung ist, mit Blick in die nahe Zukunft. Sie, wie vermutlich fast alle ihrer Kollegen, hatten sogar am Montag geöffnet, weil sie so Kundentermine vorverlegen konnten.

PAULINE LINDNER

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