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Forchheimer Karate-Kids sind groß im Kommen

Trotz Corona freut sich das 1. Shotokan Zentrum über einen Boom beim Nachwuchs - 04.11.2020 15:18 Uhr

Von der exzellenten Fußarbeit der jüngsten Karatekas bei den Gürtelprüfungen war Trainer Hans Rosemann begeistert. Die Jugend ist beim 1. Shotokan Zentrum auf dem Vormarsch.

04.11.2020 © Hans Rosemann


Denn die Kinder haben den Kampfsportlern geradezu die Bude eingerannt, wie Hans Rosemann berichtet. Er leitet gemeinsam mit Jutta Zimmermann und Georg Sendner das Training für die Jüngsten. Bei der jüngsten Gürtelprüfung waren allein 13 Karate-Kids zwischen sechs und zehn Jahren am Start, die allesamt bestanden haben. Insgesamt habe man rund 35 minderjährige Mitglieder.

"Mutter des Erfolgs"

Die "Mutter des Erfolgs" ist Jutta Zimmermann, wie ihr Mitstreiter Hans Rosemann bestätigt. Sie hat nicht nur das Kindertraining im 170 Mitglieder zählenden Verein ins Leben gerufen, sie sorgt auch immer wieder für "Nachschub".

Denn alljährlich bietet sie in der Volkshochschule Grundkurse in Karate an. Von den zehn bis 20 Teilnehmern, die da in die Sportart hinein schnuppern, kommen immer einige anschließend ins Shotokan Zentrum."Jutta hat eine tolle und ganz liebevolle Art, den Kindern den Sport näher zu bringen", sagt Rosemann. Und das spricht sich offenbar herum, das zweite Standbein sei die Mundpropaganda. "Da bringt die oder der eine gleich noch Freund oder Freundin mit."

Natürlich sei bei den meisten die Freude an der Bewegung der Grund, zum Karatetraining zu kommen. Dem trage man durch viele spielerische Elemente Rechnung, es stehe nicht im Vordergrund, die Kleinen gleich auf Wettkämpfe zu schicken. "Aber viele haben schon Spaß an den Gürtelprüfungen und wollen dann auch mal richtig kämpfen", sagt Rosemann. "Das machen wir denjenigen auch gerne schmackhaft."

Talentierte Vorbilder

Mit Milena Stevanova, Livia und Nova Lowry habe man in den höheren Jugendklassen durchaus Vorbilder für den jüngsten Nachwuchs, die drei Mädchen zählen zur bayerischen Spitze. Wichtiger als frühe Medaillen und Urkunden seien jedoch andere Dinge. "Die fernöstlichen Kampfsportarten sind besonders für Kinder geeignet. Die vorgegebenen Bewegungsabläufe verlangen auch geistige Arbeit", sagt Rosemann. "Die Kinder haben dank des Trainings nicht nur im Wortsinn einen sicheren und sauberen Stand, sondern gewinnen dadurch auch an Selbstwertgefühl."

Und wer darüber verfüge, habe fast immer auch eine Fähigkeit, die ansonsten in der jungen Generation immer mehr verloren zu gehen scheint, den anderen – im Sport den Gegner – zu respektieren. "Wer Selbstvertrauen besitzt, hat es nicht normalerweise nicht nötig, andere schlechtzumachen oder zu mobben", ist Rosemanns Überzeugung.

Er selbst zählt zum erfolgreichen Forchheimer Kata-Team in der Seniorenklasse und findet es "wunderbar", dass er seinen Sport nicht nur gemeinsam mit seinem Trio und erwachsenen Assen wie Stefan Metzger ausüben kann, der unlängst die Prüfung zum dritten Dan bestanden hat, sondern auch mit ganz jungen Sportlern. Dieser generationenübergreifende Ansatz funktioniere ja schließlich nicht in jeder Disziplin.

Man habe auch im ersten coronabedingten Lockdown den Vorteil gehabt, dass man am Hausener Pilatusring eine eigene Halle besitze. Sobald das kontaktlose Training in Kleingruppen wieder erlaubt gewesen sei, konnte man loslegen, während andere Vereine teilweise noch lange darauf warten mussten, bis öffentliche Hallen wieder für den Vereinssport freigegeben wurden.

"Lockdown light trifft uns heavy"

Jetzt gehe das Ganze von vorne los. "So ,light‘ er auch bezeichnet werden mag, der abermalige Lockdown trifft uns alle, unseren Sport und unseren Verein ,heavy‘", ist auf der Facebookseite des Forchheimer Shotokan Zentrums zu lesen. Das Dojo müsse den ganzen November über geschlossen bleiben.

Doch die Karatekas können auf ihre Erfahrungen aus dem Frühjahr zurückgreifen: Bereits am Dienstag und Mittwoch liefen die ersten Online-Trainings über Zoom. Das sei schon in der ersten Corona-Phase gerade bei den Kindern sehr gut angekommen.

Hans Rosemann hofft aber natürlich, dass die Kids möglichst bald wieder gemeinsam auf die Matte dürfen und vielleicht auch ihre ersten Wettkämpfe bestreiten. Denn dann dürften die Mitgliederzahlen auch weiterhin eher steigen als fallen – allen Unkenrufen zum Trotz.

HOLGER PETER

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