Forchheimer Schwimmerin mit großer Zukunft

29.7.2015, 11:00 Uhr
Die zwölfjährige Annalena Wagner, meist nur Anna gerufen, hat in ihrer Altersklasse so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. „Sie gehört zu den 20,30 Besten in Deutschland“, sagt Trainer Karsten Schmidt.

© Andreas Kummer Die zwölfjährige Annalena Wagner, meist nur Anna gerufen, hat in ihrer Altersklasse so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. „Sie gehört zu den 20,30 Besten in Deutschland“, sagt Trainer Karsten Schmidt.

Wer Annalena Wagner – ihre Freunde beim SSV Forchheim nennen sie kurz und bündig Anna – mit ihren Kollegen von der Wettkampfgruppe eins zum Training ins Königsbad schlendern sieht, mag zunächst kaum glauben, dass er gerade ein ganz großes Schwimmtalent vor sich hat. Fast schüchtern kommt das zwölfjährige Mädchen daher. Gefragt, ob die Presse heute einmal bei ihrem Training kurz zusehen darf, nickt sie schnell und sagt kurz „Na klar“, ehe sie in die Umkleidekabinen huscht.

Vor vier Jahren begonnen

Schüchtern sein braucht Annalena Wagner keinesfalls – im Gegenteil. Das junge Schwimmtalent des SSV hat in den vergangenen Jahren bereits fast alles abgeräumt, was ein junges Mädchen ihrer Altersklasse hierzulande nur abräumen kann. „In Deutschland gehört Anna bereits jetzt zu den 20 bis 30 Besten ihrer Zunft“, berichtet Karsten Schmidt stolz.

Der erfahrene Trainer des SSV Forchheim kümmerst sich seit zwei Jahren um Anna und zählt stolz ihre Erfolge auf. Viele Titel bei Jahrgangsmeisterschaften deutschland- und bayernweit hat Anna errungen, und das, obwohl sie erst vor gut vier Jahren mit dem professionellen Schwimmen angefangen hat.

Immer vorne weg

Diese Erfolge verdankt die junge Forchheimerin vor allem fleißigem Training. Im Königsbad etwa sind mehrfach die Woche zwei 25-Meter-Kurzbahnen für die Wettkampfschwimmer des SSV reserviert. Dort arbeitet Anna zusammen mit Jungs und auch deutlich älteren Vereinskollegen, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Zu erkennen ist sie im Wasser schwer, denn heute wird Brustschwimmen trainiert. Meistens ist ihr Körper unter Wasser oder verliert sich in der Gischt, die beim Schlagen mit den Armen entsteht. Doch es gibt einen Trick, sagt Trainer Schmidt und lacht: „Anna erkennt man einfach daran, dass sie immer vorausschwimmt.“ Und tatsächlich: Kaum hat das Training begonnen, zieht Anna ihren etwa gleichaltrigen Vereinsfreunden auf Bahn Nummer fünf davon.

Verein, Training, Freizeit und Schule — das kriegt Anna, die das Ehrenbürg-Gymnasium besucht, bestens unter einen Hut — trotz der hohen Anforderungen, die das Gymnasium heute stellt. „Mit der Schule ist es kein Problem“, sagt Anna, ehe sie mit etwa zehn anderen Schwimmern der Leistungsgruppe eins erneut ins Becken springt und ihr 90-minütiges Training fortführt, das diesmal von SSV-Trainer Andreas Greif geführt wird.

Sie bereitet sich auf den letzten Wettkampf der Saison vor — die bayerischen Jugendmeisterschaften in Bayreuth am vergangenen Wochenende. Annas Trainingseinsatz sollte sich auszahlen: Anna startete in Bayreuth nicht nur insgesamt auf sieben Strecken, sondern erkämpfte sich auch jedes Mal einen Platz auf dem Podium. Über 400 Meter Freistil holte sie den ersten Platz in 4:44,91 Minuten mit Vereinsrekord, ebenso wie über 50 Meter Rücken in 32,47 Sekunden. Ganz oben stand sie auch über die 50, 100 Meter und 200 Meter Rücken. Zweite und dritte Plätze holte sie über 50, 100 und 200 Meter Freistil.

In Stützpunkten gefördert

Mit diesen Erfolgen für den SSV Forchheim steht Anna nicht alleine da. Die Forchheimer haben bereits viele Talente aufgebaut, etwa Jonas und Lisa Mursak. Die zog es mit steigendem Erfolg bald zu anderen Vereinen, wo noch intensiveres, professionelleres Training angeboten wird, als beim SSV, der immer noch ein Breitensportverein ist.

„Auch Anna trainiert zusätzlich schon zweimal die Woche in Erlangen und Nürnberg, denn beide Städte sind Leistungsstützpunkte“, berichtet Trainer Schmidt. In der Hugenottenstadt wird sie auch von Roland Böller gecoacht. Der ist Kennern der Schwimmszene kein Unbekannter. Schließlich hatte der Schwimmtrainer der SSG 81 Erlangen einst die fünfmalige Weltmeisterin Hannah Stockbauer unter seinen Fittichen – kein schlechtes Zeichen also für die junge Anna.

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