Donnerstag, 09.04.2020

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Forchheimer SPD schlägt neue Dreifachhalle vor

Sozialdemokraten halten großen Mehrzweck-Veranstaltungsraum für sinnvoll - 12.01.2020 08:00 Uhr

Beim Schülermitsingkonzert mit David Saam war die Heroldsbacher Hirtenbachhalle im Juni 2018 proppenvoll. Über 1000 Menschen können dort Veranstaltungen besuchen. In Forchheim existiert keine so große Halle mit Veranstaltungsbühne – bisher. © Udo Güldner (Archivbild)


Die SPD-Fraktion lässt in ihren Vorschlägen für den nächsten städtischen Haushaltsplan eine Idee einfließen, die so bisher noch nicht in der Diskussion gewesen ist: Es wäre „sinnvoll“, schreibt Fraktionschef Reiner Büttner, „wenn die Stadt für die Forchheimer Vereine eine Dreifachturnhalle errichten würde, die auch für größere Veranstaltungen genutzt werden könnte“.

Büttner und die SPD haben dabei zwei Ziele im Auge: Zum einen litten die Forchheimer Sportvereine darunter, dass für ihre Kurse und Trainingseinheiten zu wenige Hallenstunden zur Verfügung stünden. Die Stadt fördert die Vereine, damit die sich die Gebühren leisten können, die vom Landkreis für seine Turnhallen in Forchheim erhoben werden.

Eine eigene Forchheimer Halle könnte hier Abhilfe schaffen. Büttner: „Die Buckenhofener Halle fällt jetzt wegen Sanierung weg, die Vereine suchen dringend Platz, es wird immer schwieriger, Hallenzeiten zu bekommen.“

Gleichzeitig Veranstaltungsraum

Zum zweiten könnte eine Mehrzweckhalle mit Bühne gleichzeitig als Veranstaltungsraum genutzt werden. Büttner sprach mit seinem Namensvettern Edgar Büttner, dem Heroldsbacher Bürgermeister. Dort nimmt die Hirtenbachhalle seit vielen Jahren Veranstaltungen mit bis zu 1200 Besuchern auf, die in Forchheim undenkbar sind. „Denken Sie an den Landfrauentag des Bayerischen Bauernverbandes“, so Reiner Büttner. Wenn jetzt die Jahn-Kulturhalle abgerissen wird und das Kolpingshaus eher Kulturstätte sein soll – wohin könnte eine solche Veranstaltung mit über 500 Leuten ausweichen?

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Bleibt die Frage nach dem Standort: „Dafür kommt das städtische Gelände nördlich des Königsbades infrage“, so Reiner Büttner. Die Flächen zwischen der Pechtold-Halle und dem Bad waren bereits für eine mögliche Stadthalle im Gespräch. Eine Dreifachturnhalle würde im Gegensatz dazu zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Veranstaltungsort und Sportstätte. Nach dem Wegzug der SpVgg Jahn in den Stadtnorden werden die Trainings- und Tennisplätze dort verfügbar sein.

Ein weiterer Pluspunkt, den Büttner hervorhebt: Aufgrund des starken Zuzugs und des neuen Stadtteils „Philosophenviertel“ müsste ohnehin über einen neuen Schulstandort nachgedacht werden: „Und das heißt sowohl mehr Klassen als auch mehr Turnhallen.“ Die ehedem von der SPD-Fraktion in den Raum gestellte Idee, im Kolpingshaus einen Schul-Teilstandort einzurichten, wiederholt Büttner nicht mehr.

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Die Stadtspitze, von der Redaktion befragt, erklärt dazu, sie könne sich „grundsätzlich die Errichtung und das Betreiben einer solchen Halle vorstellen“. Derzeit beträgt der Zuschuss an die Sportvereine für die Nutzung der Landkreishallen jährlich (sehr grob geschätzt) rund 75.000 Euro. Den Standort zwischen Jahn-Straße und Käsröthe sieht auch die Verwaltung als geeignet an: „ Hiervon sollte ein Teil der Erweiterung des Königsbades inkl. Wohnmobilstellplatz zugeschlagen werden und dann bleibt noch genügend Restfläche.“

Insgesamt handelt es sich aber um ein Zukunftsthema, so Reiner Büttner. Trotz der derzeit guten finanziellen Ausstattung der Stadt „können wir nicht alles gleichzeitig machen“. Rathaus, Kolpingshaus, Philosophenviertel, Paradeplatz – das sind nur einige wenige aktuellere Vorhaben: „Wir sollten aber jetzt mal über ein Hallenkonzept für die Stadt sprechen und über den Schulstandort – und dabei die Menschen mitnehmen.“

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