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Forchheims Bahn-Pendler müssen bald Bus fahren

Totalsperrung und Schienenersatzverkehr zwischen Fürth und Bamberg - 11.10.2018 06:00 Uhr

Es fährt kein Zug nach nirgendwo am Forchheimer Bahnhof – zumindest von Samstag, 20. Oktober, bis Freitag, 26. Oktober, zwischen Fürth und Bamberg. Der Endspurt im Bauabschnitt Forchheim erfordert die einwöchige Totalsperrung. © Juergen Petzoldt


Selbst nach der Totalsperrung, die vom 20. bis zum 27. Oktober andauert, ist bis einschließlich 18. November mit eingeschränktem Zugbetrieb zwischen Nürnberg und Bamberg zu rechnen. Auch die agilis-Strecke Forchheim-Ebermannstadt ist davon betroffen. Hintergrund ist die, wie es in schönstem Bahnsprech heißt, „Herstellung der Viergleisigkeit“ zwischen Baiersdorf und Forchheim im Rahmen des ICE-Trassen-Ausbaus.

Die DB hat sich für die Woche, in der keine Züge fahren, viel vorgenommen. Allen voran in Baiersdorf muss ordentlich geackert werden: Der momentan noch zweigleisige Verschwenk wird dort zurückgebaut, danach werden die restlichen Schienenstücke verlegt, die Oberleitung hergerichtet, Signalanlagen angepasst und die noch bestehende Lücke in der Schallschutzwand geschlossen. Ab 19. November sollen dann alle vier Gleise Betrieb gehen – und ab 30. November können auch Züge am neu- beziehungsweise umgebauten Bahnsteig am Gleis 1 des Forchheimer Bahnhofes halten. Der Regelbetrieb auf allen vier Gleisen – und damit das Ende der Großbaumaßen am Bahnhof – erfolgt laut DB–Planung pünktlich zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember.

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Alfons Plenter, zuständiger Projektleiter der Bahn, ist optimistisch: „Das packen wir.“ Er verweist darauf, dass man ursprünglich mit einer gar dreiwöchigen Totalsperrung gerechnet habe, um die anstehenden Arbeiten abschließen zu können. Dass es nun „nur“ eine Woche geworden ist, sei, so Plenter, vor allem der jetzigen „fließenden“ Inbetriebnahme zu verdanken: die einzelnen Abschnitte werden also nach und nach viergleisig gemacht. Möglich werde das, „indem wir den Bahnsteig 2 am Erlanger Bahnhof provisorisch um 30 Meter verlängern, damit Züge hier beide Kanten anfahren können“, erläutert Plenter.

Gute Nachrichten für Kersbach

Mit dem Fahrplanwechsel gibt es gleichzeitig gute Nachrichten für den S-Bahn-Halt Kersbach: Es geht zurück zum „alten“ Fahrplan. Die Gleis-Äste werden wieder getauscht, die S-Bahnen halten in Kersbach somit wieder alle 30 Minuten.

Damit alles klappt, wie von der Bahn vorgesehen, müssen Pendler zwischen Fürth und Bamberg freilich die bisweilen bittere Pille des Schienenersatzverkehrs (SEV) schlucken: Fernverkehrszüge werden von 20. bis 26. Oktober ohne Halt in Erlangen umgeleitet (um rund 70 Minuten verlängert sich die Fahrzeit), im Umkehrschluss starten die Züge in München und Nürnberg rund 70 Minuten früher.

Der Franken-Thüringen–Express wiederum wird ab Nürnberg durch Busse ersetzt, ebenfalls die S-Bahnen der Linie 1 ab Fürth. Um ein Chaos zu vermeiden, sollen die Busse im 20-Minuten-Takt fahren, rund 50 Stück hat die Bahn geordert.

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Auch vom 27. Oktober bis zum 18. November gilt eingeschränkter Zugbetrieb zwischen Nürnberg und Bamberg, im Regionalverkehr werden Züge teilweise durch Busse ersetzt, gleiches gilt für die S-Bahn-Linie 1 zwischen Baiersdorf und Erlangen. Mit dem SEV müssen sich Pendler auf eine Verlängerung ihrer Reisezeit von bis zu einer Stunde einstellen. Darüber hinaus kommt es an einzelnen Tagen zu geänderten S-Bahn-Abfahrzeiten, die S1 fährt bis zu fünf Minuten früher als üblich.

Zuletzt wagt Plenter noch einen kleinen Ausblick zum nächsten Bauabschnitt – nördlich des Forchheimer Bahnhofes bis nach Strullendorf. Hier laufen bereits seit Sommer vorbereitende Maßnahmen, insbesondere bei Eggolsheim. Unter anderem wurde westlich des Regnitztal-Parkplatzes eine alte Mülldeponie saniert, um einen sicheren Baugrund für die vier künftigen Gleise und den Überholbahnhof zu gewährleisten. Beginn der Hauptbaumaßnahmen ist für Mitte 2019 anvisiert.

Bürgersprechstunde der Bahn

Man plane dabei, so Plenter, von „Norden nach Süden zu bauen“ – das ist dem künftigen S-Bahn-Halt Forchheim-Nord geschuldet. Denn dieses Vorhaben befindet sich im Planfeststellungsverfahren, die Unterlagen liegen die Planunterlagen noch bis 31. Oktober im Stadtbauamt aus. Um offene Fragen der vom umstrittenen Haltestellenbau betroffenen Anwohner im Forchheimer Norden zu klären, hat die Bahn zudem eine „Bürgersprechstunde“ Ende Oktober anberaumt

Sämtliche Fahrplanänderung und Infos zum SEV sind auf hier oder über den Bahn-Streckenagent zu finden. Die Bürgersprechstunde zum Haltepunkt Forchheim-Nord findet am Donnerstag, 25. Oktober, 14 bis 18 Uhr, in der Georg-Hartmann-Realschule statt. 

Philipp Peter Rothenbacher Nordbayerische Nachrichten Forchheim-Ebermannstadt E-Mail

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