Personaländerung

Forchheims Fahrradbeauftragte gibt Aufgabe ab: Wie geht es weiter?

Lea-Verena Meingast
Lea-Verena Meingast

Redakteurin Nordbayerische Nachrichten Forchheim

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26.9.2021, 09:48 Uhr
Fußgänger, Fahrrad- und Autofahrer sind in der Äußeren Nürnberger Straße unterwegs. Als Radfahrer ist Forchheims Innenstadt zwar gut erreichbar, aber der ADFC-Fahrradklimatest stellte einige Mankos fest, wie ungünstige Ampelschaltungen und zu wenig Werbung für das Radfahren.

Fußgänger, Fahrrad- und Autofahrer sind in der Äußeren Nürnberger Straße unterwegs. Als Radfahrer ist Forchheims Innenstadt zwar gut erreichbar, aber der ADFC-Fahrradklimatest stellte einige Mankos fest, wie ungünstige Ampelschaltungen und zu wenig Werbung für das Radfahren. © Roland Huber

Forchheims Fahrradbeauftragte Reinhilde Steinmetz hat ihre Aufgabe abgegeben. "Die Stadt Forchheim ist sich bewusst, dass es hier weiterhin den Bedarf gibt, jemanden mit den Aufgaben eines/einer Radbeauftragten zu betrauen. Diese Überlegungen werden in den zurzeit in Planung befindlichen Stellenplan einfließen", teilt die Stadt auf NN-Nachfrage mit.

"Es gibt immer noch viel zu tun, um die Situation für Fahrradfahrer in Forchheim zu verbessern", sagt Frank Wessel vom ADFC Forchheim. Beim jüngsten Fahrradklimatest des ADFC erhielt Forchheim heuer die Schulnote 4,0. Die Fahrradbeauftragte habe getan, was sie tun konnte, so Wessel. "Sie ist aber ausgebremst worden. Unserer Ansicht nach fehlt es insgesamt am politischen Willen, das Rad stärker zu fördern."

Forchheims Fahrradbeauftragte: Die Thematik passt zum Naturschutz

Ein Rückblick: Reinhilde Steinmetz aus Neuses war seit Herbst 2019 Forchheims neue Fahrradbeauftragte und mit einer halben Stelle zuständig für die zwei Bereiche Fahrradthemen und Naturschutz. Nachdem es schon einmal eine städtische Radbeauftragte gab, lag die Stelle zuvor einige Jahre brach.

"Ich wurde gefragt, nachdem ich im Stadtplanungsamt meine Stelle für Naturschutz und Landschaftspflege angetreten hatte. Das Thema hat mich gleich angesprochen, weil ich selber gerne Rad fahre", berichtete Reinhilde Steinmetz den NN, als sie die Stelle antrat. Die Thematik passte auch zum Naturschutz: "Zuvor war ich im Landratsamt Fürth in der Unteren Naturschutzbehörde beschäftigt."

Zeitgleich hatte sich im Herbst 2019 die Arbeitsgemeinschaft (AG) Radverkehr in der Stadt Forchheim nach einigen Jahren Stillstand neu formiert. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL), die Fahrradbeauftragte, Vertreter des Fahrradclubs ADFC, des Verkehrsclubs VCD, vom Landratsamt, der Polizei, der Stadtverwaltung und dem Stadtrat tauschten sich bei den Treffen aus, über Gefahrenstellen, mehr Sicherheit für Radfahrer und Möglichkeiten wie Pop-Up-Radwege.

Hoffnungen ruhen auf AG Rad und neuem Verkehrskonzept für die Stadt

Frank Wessel befürchtet, dass bei den Fahrradthemen nun "vorerst einiges liegen bleibt". Er hofft, dass die AG Rad "weiterhin Impulse setzt" und das derzeit entstehende neue Verkehrskonzept Forchheim in Sachen Rad voranbringt. Gerade bei Ampelschaltungen, Radwegen im Dunkeln und Sicherheit für Radfahrer habe Forchheim Bedarf für Verbesserungen, findet er.

Er fordert, dass eine oder ein neuer Radbeauftragter "auf jeden Fall eine Vollzeitstelle bekommt und volle Rückendeckung von Bürgermeisterin Annette Prechtel". Ihre Arbeitsbereiche sind Kultur, Klimaschutz und Verkehrs-Umweltverbund. "Sie ist bei dem Thema engagiert und fährt selbst viel Rad. Das unterscheidet sie schon von vielen, die das Rad eher aus ihrer Kindheit kennen", so Wessel.

Sein Ziel: "Dass der ganz normale Bürger sich dazu eingeladen fühlt, seine normalen Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Davon ist Forchheim aktuell noch entfernt."

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