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Samstag, 22.02.2020

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Forchheims "Kartenhaus" schließt im März

Inhaber Axel Dorsch sieht die Innenstadt im Niedergang. - 15.02.2020 06:00 Uhr

Zu klein, um genügend Umsatz zu erwirtschaften, ist nach Meinung des Betreibers die Fläche des „Kartenhauses“ am Paradeplatz. Im Hintergrund der geschlossene C&A. © Foto: Roland Huber


Axel Dorsch, Forchheimer Einzelhändler seit Jahrzehnten, betreibt in der Metropolregion insgesamt sieben Läden. Die kleine Fläche des Kartenhauses, sagt er, sei "nicht mehr zeitgemäß".

Im Aisch-Park-Center in Höchstadt und im ORO-Einkaufscenter in Schwabach betreibe er dasselbe Ladenkonzept auf 400 Quadratmetern. Der Erfolg gebe ihm recht.

Die fünf Mitarbeiterinnen im Forchheimer Kartenhaus bekommen Stellen in Dorschs anderen Läden angeboten. Unter anderem betreibt er einen Lederwaren-Handel am Paradeplatz.

Der bleibe bestehen, obwohl in der nächsten Zeit gleichzeitig ein zweiter "Lederwaren-Dorsch" in Forchheim-Süd eröffnet werde.

Eröffnung im 2. Quartal

Die Plakate, mit denen dieser Laden angekündigt wird, hängen bereits an dem Gebäude nördlich des Aldis. Früher wurde hier unter dem Namen "H&H-Modeladen" Jeanskleidung verkauft. "Hier habe ich genau die 400 Quadratmeter, die ich brauche", so Dorsch. Im zweiten Quartal wird geöffnet.

Einen Seitenhieb auf die Immobilienbesitzer in der Innenstadt kann er sich nicht verkneifen: "Da haben viele noch nicht gemerkt, dass sich der Markt verändert hat, die Hauseigentümer sind noch sehr durstig."

Zu hohe Mieten

Die Mietpreise seien daher immer noch zu hoch. 19 Euro für den Quadratmeter, wie ihm bei einem in Bau befindlichen Laden in der Hauptstraße als Ziel genannt wurden, seien illusorisch, meint Dorsch.

Zumal die Ladenflächen insgesamt zu klein seien, um kräftig Umsatz zu erwirtschaften: "Kleine, schnuckelige Läden sind schön und gut, aber wir brauchen halt die Masse, die ist mit schön und schnuckelig allein nicht zu bekommen."

In das Gebäude rechts zieht im zweiten Quartal ein zweiter Forchheimer Lederwarenladen von Axel Dorsch ein. © Ulrich Graser


Dorsch beobachtet das Kaufverhalten (nicht nur in Forchheim) schon sehr lange und stellt fest: "Da findet in der Innenstadt ein Niedergang statt, die Zeiten haben sich geändert. Der Kunde schätzt die größeren Flächen, wo er sich nicht so beobachtet fühlt."

Eine weitere Ladenschließung steht in der Hauptstraße 40 an: Die Telekom verlässt Forchheim, zumindest mit ihrem eigenen Laden. Das Geschäft wird Ende Juli dicht gemacht. Statt dessen verweist ein Telekom-Sprecher auf den "Handyshop Toplar" am Marktplatz als ihren "Exklusivpartner" vor Ort. Er biete das "komplette Produkt- und Service-Angebot" der Telekom an.

Doppellage ungünstig

Der Grund für die Schließung in der Hauptstraße sei die "Doppellage" in Forchheim: Der private Handyshop Toplar sei nur 300 Meter entfernt. Für die Mitarbeitenden gebe es einen Sozialplan. Der Arbeitgeber gehe davon aus, dass es bei der Telekom "genug Arbeitsplätze" gebe, auf die sie sich bewerben könnten, auch in der Region.

Bereits endgültig geschlossen ist der Bekleidungsladen C&A Kids Store in der Wallstraße 5 (wie berichtet). Hintergrund war hier allerdings, dass das einst in den 1950er Jahren als Kino gebaute Gebäude, das der Stadt gehört, dringend saniert werden muss. Im laufenden Betrieb ist das nicht möglich, eine Ausweichfläche in ähnlich günstiger Geschäftslage wurde aber nicht gefunden.

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